Gesundheit
Zentralklinik: Vorentscheidung fällt im Juni
Am 15. Juni fällt in Hannover eine Vorentscheidung über die Zentralklinik für den Kreis Aurich und die Stadt Emden. Über die genauen Kosten soll in Kürze Klarheit herrschen. Die Zahl wird mit Spannung erwartet.
Aurich/Emden/Hannover - Hop oder top: Voraussichtlich am 15. Juni fällt in Hannover eine wichtige Entscheidung im Hinblick auf die geplante Zentralklinik für den Landkreis Aurich und die Stadt Emden. An diesem Tag kommt der Krankenhausplanungsausschuss des Sozialministeriums zusammen. Das Gremium, dem Vertreter der Kommunen, der Versicherungen und der Krankenhausgesellschaft angehören, berät dann über das neue Krankenhaus für den Landkreis Aurich und die Stadt Emden in Uthwerdum (Gemeinde Südbrookmerland).
Die 814-Betten-Klinik, die noch keinen Namen hat, soll ab 2028 die bestehenden Krankenhäuser in Aurich, Emden und Norden ersetzen. Der Krankenhausplanungsausschuss stimmt darüber ab, ob das Land grünes Licht für die Förderung des Projekts gibt oder nicht. „Wenn bis dahin die baufachliche Prüfung abgeschlossen ist“, schränkt die Pressestelle des Ministeriums ein. Das sei aber „durchaus wahrscheinlich“.
„Ich bin absolut guter Dinge“
Bis dahin wird auch bekannt sein, wie teuer die Zentralklinik wird. Zuletzt waren die Kosten auf mehr als 400 Millionen Euro geschätzt worden. Eine solche Summe können Aurich und Emden nur stemmen, wenn Land und Bund den Großteil der Kosten übernehmen. Über die Förderquote werde am 15. Juni noch nicht entschieden, sagt der Auricher Landtagsabgeordnete Wiard Siebels (SPD). Es gehe zunächst um eine Grundsatzentscheidung. Den Förderbescheid werde es voraussichtlich im Herbst geben.
Siebels ist zuversichtlich, dass Hannover das Projekt großzügig unterstützen wird. „Wir sind noch nicht in den Heimatbahnhof eingefahren, aber die Weichen werden exakt in diese Richtung gestellt.“ Das Thema Gesundheit spiele heute in der öffentlichen Debatte und auch in der Landespolitik eine noch größere Rolle als vor fünf Jahren. „Ich bin absolut guter Dinge.“ Auch im Falle eines Regierungswechsels nach der Landtagswahl im Oktober sieht Siebels keine Gefahr für das Projekt Zentralklinik.
Zahl wird am 25. Februar veröffentlicht
Eine parteiübergreifende Enquetekommission habe sich intensiv mit der Krankenhausplanung in Niedersachsen befasst, sagt der Abgeordnete. Die Politiker hätten die Neuordnung der medizinischen Versorgung in Niedersachsen parteiübergreifend beschlossen. Zum Thema Krankenhäuser heißt es im Abschlussbericht der Enquetekommission: „Um Versorgungsqualität zu steigern und Fachkräftemangel zu reduzieren, sollen Kooperationen und Fusionen im Rahmen der Krankenhausplanung verstärkt werden.“ Wenn – wie im Fall der Zentralklinik – aus drei kleinen ein großes Krankenhaus wird, geht das genau in diese Richtung.
Unterdessen arbeitet die Trägergesellschaft Kliniken Aurich-Emden-Norden unter Hochdruck daran, den Förderantrag Bau rechtzeitig fertigzustellen. Am 18. Februar ist Abgabetermin beim Niedersächsischen Landesamt für Bau und Liegenschaften in Hannover. „Da wird bis zur letzten Minute gearbeitet“, sagt Horst Jahnke, Erster Stadtrat in Emden. Auf dem Papier werde die Klinik dann bis ins Detail durchgeplant sein, so Jahnke, „bis zur letzten Steckdose“. Dann werde auch eine detaillierte Kostenschätzung vorliegen.
Diese mit Spannung erwartete Zahl soll der Öffentlichkeit eine Woche später präsentiert werden: Am Freitag, 25. Februar, tagen der Emder Rat, der Auricher Kreistag und der Gemeinderat Südbrookmerland ab 15 Uhr gemeinsam in der Emder Nordseehalle. Dann wird der aktuelle Stand der Planung vorgestellt – einschließlich der voraussichtlichen Kosten.