Kriminalität

Geldautomat neuen Typs in Augustfehner Bank gesprengt

Carmen Leonhard Andreas Ellinger
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Von Carmen Leonhard und Andreas Ellinger
| 17.01.2022 21:05 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Bei einer Geldautomaten-Sprengung sind die Fenstersplitter der OLB-Filiale zwölf Meter weit geflogen. Foto: Leonhard
Bei einer Geldautomaten-Sprengung sind die Fenstersplitter der OLB-Filiale zwölf Meter weit geflogen. Foto: Leonhard
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Unbekannte haben einen Sprengstoff-Anschlag in der Augustfehner Ortsmitte verübt, um zwei Geldautomaten zu knacken. Einer der Geräte-Tresore hielt den Explosionen am Montagfrüh jedoch stand.

Augustfehn - Schräg gegenüber der Polizeistation in Augustfehn haben am frühen Montagmorgen moderne Panzerknacker zugeschlagen: Sie haben versucht, zwei Geldautomaten der Oldenburgischen Landesbank (OLB) zu sprengen – und im einen Fall ist ihnen das gelungen, wie eine Sprecherin des Kreditinstituts mitteilte. Beim anderen Automaten, der auch zu Einzahlungen genutzt werden könne, sei der Tresor hingegen intakt geblieben.

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Geldautomat in Augustfehn gesprengt
17.01.2022

Die Glassplitter der geborstenen Fensterscheiben und Türen flogen bis zu zwölf Meter weit. Sie lagen auch Stunden später noch verstreut auf der Mühlenstraße, den Gehwegen und auf einer Auffahrt gegenüber. Mitten im Ortskern von Augustfehn hatte es gegen 4.15 Uhr zwei Explosionen gegeben. Die Polizeistation war um diese Uhrzeit noch nicht besetzt.

Warum die Spurensicherung erst verzögert beginnen konnte

Nach ihrer Tat flüchteten die Unbekannten – mit einem hochmotorisierten Fahrzeug und mit überhöhter Geschwindigkeit, wie die Polizei in einer Pressemitteilung am Morgen schrieb. Eine zweite, für den Abend angekündigte Pressemitteilung wurde gegen 17.45 Uhr auf den Dienstag verschoben. Auch mündlich gab die Polizei keine weitere Information.

Die Spurensicherung hatte das Gebäude zunächst nicht betreten – aus Sicherheitsgründen. Es war unklar, ob sich in dem Gebäude noch weitere Sprengkörper befinden. Um dies auszuschließen, wurden Spezialisten – sogenannte Delaborierer – angefordert. Sie suchten das Gebäude ab und gaben schließlich Entwarnung.

Mehr Schaden angerichtet als Geld erbeutet

Angaben zur Höhe des Sachschadens und zur Summe des erbeuteten Geldes haben bisher weder Polizei noch Bank gemacht. Die Bestandsaufnahme laufe noch, teilte eine OLB-Sprecherin mit. Der Sachschaden sei aber „erheblich höher“ als die Summe des erbeuteten Geldes.

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„Wir sind froh, dass keine Person zu Schaden gekommen ist“, betonte die OLB-Vertreterin. In dem Gebäude, in dem die Bank nur Mieter sei, gebe es noch weitere Geschäfte, aber keine Wohnungen.

Geldautomaten-Sprengungen sind ein Deliktfeld der Organisierten Kriminalität. Das aktuellste Bundeslagebild zu „Angriffen auf Geldautomaten“ bezieht sich auf das Jahr 2020. Darin hat das Bundeskriminalamt (BKA) einen Rekord von 414 Fällen verzeichnet. Unter 168 Tatverdächtigen, die ermittelt werden konnten, seien rund zwei Drittel aus den Niederlanden. „Zu dieser Entwicklung dürften unter anderem umfangreiche Sicherungsmaßnahmen der niederländischen Banken beigetragen haben“, schreibt das BKA.

Erstmals ein OLB-Automat dieses Typs gesprengt

Die OLB-Sprecherin sagte auf Nachfrage, dass die Bank auf die neueste Gerätegeneration setze. Der gesprengte Automat in Augustfehn sei ein Modell, das „erstmals betroffen“ sei.

In den Nachbarorten von Augustfehn gibt es keine Filialen oder Automaten des Geldinstituts mehr. Wie kommen OLB-Kunden jetzt an ihr Geld? Abhebungen können an vielen Tankstellen und Supermarktkassen vorgenommen werden, „überall dort, wo ein Mastercard-Symbol ist“, erklärte die Sprecherin.