Porträt

Neue Stadtbaurätin setzt auf Klimaschutz

Marion Luppen
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Von Marion Luppen
| 17.01.2022 15:39 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die neue Stadtbaurätin Alexandra Busch-Maaß sitzt in ihrem Büro im Auricher Rathaus vor einem Bild der Fußgängerzone. Foto: Ortgies
Die neue Stadtbaurätin Alexandra Busch-Maaß sitzt in ihrem Büro im Auricher Rathaus vor einem Bild der Fußgängerzone. Foto: Ortgies
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Aurich hat eine neue Stadtbaurätin. Alexandra Busch-Maaß betrachtet ihren Fachbereich als Königsdisziplin. Sie räumt dem Klimaschutz einen hohen Stellenwert ein. Doch das führt zu Konflikten.

Aurich - Mit einem Skizzenbuch und einem Stift in der Hand saß Alexandra Busch-Maaß neulich in einem Café in der Auricher Altstadt und zeichnete. Busch-Maaß ist seit dem 1. Januar Stadtbaurätin von Aurich, als Nachfolgerin von Irina Krantz. Sie ist vom Rat für acht Jahre gewählt. Ihre neue Heimat erkundet die 49-Jährige unter anderem zeichnend, denn zu ihren Hobbys gehört Urban Sketching. Das ist eine besondere Art des Zeichnens, bei dem es meist um Stadtansichten geht.

„Ich weiß ja nicht, was die Leute denken, wenn man da so sitzt und malt“, sagt Busch-Maaß. Angesprochen worden sei sie jedenfalls nicht. Sie zeichne gerne, weil sie dabei ihre Empfindungen einfließen lassen könne. Sie könne weglassen, was ihr nicht gefällt, und hinzufügen, was sie sich wünscht.

„Wir wollen eine zukunftsfähige Stadt“

Auch für Aurich kann sich die Architektin einiges vorstellen. Doch sie will sich nicht festlegen, was aus ihrer Sicht die größte Baustelle ist. Fußgängerzone, Masterplan Radverkehr, Kasernengelände, bezahlbarer Wohnraum: Das sind nur einige von vielen Themen, um die sie sich kümmern muss und will. „Wir wollen eine zukunftsfähige Stadt“, sagt Busch-Maaß, „aber was ist überhaupt möglich?“ Dabei setzt die neue Stadtbaurätin auch auf Bürgerbeteiligung, zum Beispiel im seit Jahren schwelenden Streit über die Fahrradstraße Grüner Weg.

Ihren Fachbereich Bauen und Planen bezeichnet die Dezernentin als Königsdisziplin. Eine Stadtbaurätin arbeite an der Schnittstelle vieler wichtiger Themen: Gebäude, Verkehr, Klima. Da komme es zwangsläufig zu Konflikten, die man durch kluge Kompromisse lösen müsse. „Eine einfache Lösung gibt’s da nie.“ Sie nennt ein Beispiel: „Wenn ich den Einzelhandel stärken will, bedeutet das eine Steigerung des Verkehrs und einen Konflikt mit dem Umweltschutz.“

Schon immer Aurich-Fan

Das Thema Klimaschutz spielt nach ihrem Eindruck in der immer noch stark vom Autoverkehr geprägten Kreisstadt eine wichtige Rolle. „Das ist klar im Bewusstsein.“ Man sei es auch der jungen Generation schuldig, den Ausstoß von Kohlendioxid zu verringern. Busch-Maaß berichtet von ihrem Sohn, der ausschließlich mit öffentlichen Verkehrsmitteln fährt und keinen Führerschein hat, da er keinen braucht. Er besucht das Sportinternat Köln, da lässt sich das leichter verwirklichen als in Aurich. Doch auch in Aurich will Busch-Maaß das Thema anpacken.

Bis Ende vergangenen Jahres war Busch-Maaß, die gebürtig aus Vechta stammt, in der niedersächsischen Bauverwaltung beschäftigt, zuletzt als kommissarische Leiterin des Staatlichen Baumanagements Ems-Weser. Diese Behörde betreut mehr als 3700 Bauwerke, unter anderem in Aurich. Sie sei schon immer besonders gern nach Aurich gekommen, sagt Busch-Maaß. Ihre Wohnung liegt rund drei Kilometer vom Rathaus entfernt. Ihr Mann ist beim Landkreis Diepholz beschäftigt. Er macht gerade ihr Fahrrad flott, damit sie ihre neue Stadt auf zwei Rädern erkunden kann. Auch die Ortsteile will sie kennenlernen – jeden einzelnen, von Brockzetel bis Wiesens.

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