Gesundheit und Bildung

CO2-Ampeln und Luftfilter: Das planen Wiesmoor und Großefehn

| | 17.01.2022 14:54 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Die „Ampel“ dieses CO2-Messgeräts steht auf Grün. Ploppen Punkte in Orange auf, sollte der Klassenraum bald wieder gelüftet werden. Ulrike Sieckmann (Hintergrund) von der KGS Wiesmoor hat das Gefühl, dass diese Geräte das Lüftungsverhalten in den Klassen verbessern. Foto: Homes
Die „Ampel“ dieses CO2-Messgeräts steht auf Grün. Ploppen Punkte in Orange auf, sollte der Klassenraum bald wieder gelüftet werden. Ulrike Sieckmann (Hintergrund) von der KGS Wiesmoor hat das Gefühl, dass diese Geräte das Lüftungsverhalten in den Klassen verbessern. Foto: Homes
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Die Gemeinde Großefehn und die Stadt Wiesmoor rüsten ihre Schulen zum Schutz vor dem Coronavirus auf. Anders als der Landkreis Aurich setzen die beiden Kommunen vor allem auf CO2-Ampeln.

Wiesmoor/Großefehn - Testpflicht, Stoßlüften alle 20 Minuten und eine OP-Maskenpflicht im Unterricht: Die Regeln sind strikt, damit der Präsenzunterricht an den Schulen in der Region aufrechterhalten werden kann. „Mittlerweile haben die Kinder und Jugendlichen das System verinnerlicht, es klappt sehr gut“, sagt Ulrike Sieckmann, Schulleiterin der KGS Wiesmoor. Für ein „zusätzliches Gefühl von Sicherheit“, wie es Sieckmann nennt, sorgen an ihrer Schule sogenannte CO2-Ampeln. Das sind kleine elektronische Geräte, die in fünf verschiedenen Stufen die Luftqualität anzeigen – von Grün bis Rot.

Jüngst wurde die KGS Wiesmoor mit 70 weiteren CO2-Ampeln ausgestattet, sodass nun alle Klassen-, Kurs- und Fachräume über ein solches Gerät verfügen. Im vergangenen Jahr hatte die Stadt für Kindergärten, alle Klassen der drei Grundschulen und die Jahrgänge fünf und sechs die Luftqualität-Messgeräte besorgt. Für diese Jahrgangsstufen gibt es vom Land im Rahmen der Schutzausstattung an Schulen einen Förderungsanteil von 80 Prozent.

23 Luftfilter für Kindergärten geplant

Dank einer mittleren vierstelligen Spendensumme der Firma Enneatech aus Großefehn für die Schutzausstattung an Schulen wurden nun auch für die höheren Jahrgangsstufen der KGS Wiesmoor CO2-Amplen angeschafft. „Wir haben selber bei uns im Besprechungsraum ein solches Gerät. Seitdem haben wir unser Lüftungsverhalten daran angepasst. Zum Beispiel haben wir dank der CO2-Ampel gemerkt, dass das Öffnen mancher Fenster für den Luftaustausch nicht viel bringt“, sagt Daja Bildhauer, Aufsichtsratvorsitzende von Enneatech.

Alle Unterrichtsräume der KGS Wiesmoor eignen sich laut Schulleiterin Ulrike Sieckmann sehr gut für das Lüften über die Fenster. „Dafür wird das bewährte Prinzip 20-5-20 angewendet.“ Es bedeutet, alle 20 Minuten für fünf Minuten zu lüften. „Je nach Anzeige der CO2-Ampeln kann das Lüften auch schon mal nach 15 Minuten beginnen.“ In den drei Wiesmoorer Grundschulen und den Kindergärten gibt es dagegen auch Räume, die gar nicht bis schwer zu lüften sind. Deshalb hatte die Stadt im vergangenen Jahr gezielt vier Luftfilter für nicht lüftbare Räume in Grundschulen angeschafft. Jetzt sollen weitere schwer lüftbare Räume der Grundschulen und Kindergärten ausgestattet werden. 15 Luftfilter gehen in Kürze an die Grundschulen Mitte, Hinrichsfehn und Ottermeer, 23 an Kindergärten. „Hierfür hat das Land wieder eine Förderung mit 80 Prozent zugesichert“, sagt Heiner Schoon, der in der Stadtverwaltung für Schulen und Kindergärten zuständig ist.

Landkreis sieht von CO2-Ampeln ab

Wie die Stadt Wiesmoor investiert auch die Gemeinde Großefehn in die Corona-Schutzausstattung der Schulen und Kindergärten. CO2-Ampeln hatte die Gemeinde für alle Klassen der KGS Großefehn bereits angeschafft – nicht aber für die Grundschulen. „Die Lehrer- und Elternschaft hatte bisher nicht danach verlangt beziehungsweise es gewünscht“, sagt Frank Cramer, Erster Gemeinderat. Jetzt sollen allerdings 40 CO2-Ampeln für die vier Grundschulen der Gemeinde gekauft werden. 12.000 Euro kalkuliert die Verwaltung dafür ein – 2.400 Euro davon muss die Gemeinde selber aufbringen. Zusätzlich will die Gemeinde für Räume mit einer eingeschränkten Lüftbarkeit mobile Luftreiniger im Wert von 46.000 Euro anschaffen. 15 Geräte sind für die KGS Großefehn vorgesehen, vier für die Grundschule Strackholt, zwei für die Kita Großefehn und je eines für die Kitas in Spetzerfehn und Strackholt. Wegen der 80-prozentigen Förderung vom Land liegt der Eigenanteil dafür bei 9200 Euro. Rund die Hälfte davon kann die Gemeinde mit einer Spende von Enneatech für die Schutzausrüstung an Schulen decken.

Der Landkreis Aurich – Träger von zwei Gymnasien, drei Berufsbildenden Schulen, drei Integrierten Gesamtschulen und sieben Förderschulen – setzt dagegen nicht auf CO2-Ampeln. Eine Abfrage vor einem Jahr habe ergeben, dass die Schulen „keinen Bedarf“ sehen, teilt Landkreissprecher Rainer Müller-Gummels mit. „Und auch in der Folgezeit hat es aus den Schulen keine entsprechende Anfrage gegeben.“ Stattdessen kommen bei den Schulen des Landkreises vermehrt Luftfilteranlagen zu Einsatz. „Alle Klassen eins bis sechs unserer Schulen“ seien damit ausgestattet, so Müller-Gummels. Darüber hinaus wurden in allen Räumen, die nicht quergelüftet werden können, beispielsweise Klassenräume hoherer Jahrgangsstufen, Luftfilter installiert.

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