Umwelt

Frühjahrsputz auf Emder Gewässern

Stephanie Tomé
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Von Stephanie Tomé
| 16.01.2022 17:05 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Wer am Sonntag, 6. Februar, mithelfen möchte, kann einfach um 10 Uhr zur Kesselschleuse kommen. Dort gibt es Handschuhe und Müllsäcke. Symbolfoto: dpa
Wer am Sonntag, 6. Februar, mithelfen möchte, kann einfach um 10 Uhr zur Kesselschleuse kommen. Dort gibt es Handschuhe und Müllsäcke. Symbolfoto: dpa
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Müllsammelaktionen gab es lange nicht. Das zeigt sich inzwischen an vielen Stellen im Emder Stadtgebiet. Alfred Kieselbach möchte das nicht länger hinnehmen und hat sich was überlegt.

Emden - Viele Müllsammelaktionen mussten in den letzten zwei Jahren corona-bedingt ausfallen. Plastiktüten, Verpackungen und inzwischen auch jede Menge Masken landeten trotzdem auf Gehwegen, im Gebüsch oder auch in Gewässern. Alfred Kieselbach möchte das nicht länger hinnehmen. „Jeder sieht den Müll, aber keine unternimmt etwas dagegen“, sagt er. Der 35-jährige Emder plant auf eigene Initiative eine erste Müllsammelaktion auf dem Wasser mit Booten – ohne Ansteckungsgefahr und damit corona-konform.

Was und warum

Darum geht es: Corona-bedingt sind viele Müllsammelaktionen in den vergangenen zwei Jahren ausgefallen. Vielerorts wird das nun zu einem Problem. Alfred Kieselbach möchte dagegen etwas unternehmen.

Vor allem interessant für: alle, die gerne auf dem Wall oder entlang anderer Gewässer in der Stadt spazieren und alle, die sich für die Umwelt interessieren.

Deshalb berichten wir: Alfred Kieselbach organisiert eine Müllsammelaktion auf dem Wasser und rührt dafür die Werbetrommel in den sozialen Medien. Wir haben uns mit ihm unterhalten.

Die Autorin erreichen Sie unter: s.tome@zgo.de

„Einer muss ja mal anfangen“, sagt Kieselbach. Die erste Ankündigung seiner Aktion in den sozialen Medien sei auf großes Interesse gestoßen. Sechs Teilnehmer mit Boot haben schon zugesagt. Aber auch Menschen mit Kanus oder Kajaks oder auf Stand-Up-Paddling-Brettern können sich beteiligen. Wer nicht so gerne auf dem Wasser mithelfen möchte, kann auch vom Ufer aus teilnehmen. „Auch da gibt es jede Menge zu tun“, sagt Kieselbach.

Wann geht die Aktion los?

Los geht es am Sonntag, 6. Februar, um 10 Uhr an der Kesselschleuse. Von dort aus sollen die Emder Wallanlagen und das Larrelter Tief bis nach Constantia angesteuert werden. Müllsäcke und Handschuhe stellt der Bau- und Entsorgungsbetrieb (BEE) Emden, der am Ende der Aktion die vollen Säcke an der Kesselschleuse auch abholt.

Für Fahrräder und andere sperrige Fundstücke hat Alfred Kieselbach ein größeres Angelboot organisiert, mit dem der Müll transportiert werden kann. „Es ist ein ambitionierter Plan“ sagt Kieselbach. „Ich hoffe aber auf eine starke Beteiligung. Es ist unsere Stadt und wir sollten sie sauber halten.“ Sollte seine Aktion Erfolg haben, denkt Kieselbach bereits über weitere „Putztage“ auf dem Wasser nach. „Vielleicht führt das Ganze ja auch bei dem einen oder anderen zu einem Umdenken.“

Neues Konzept für „Saubere Stadt“

Derweil arbeitet die Stadt Emden an einem neuen Konzept für die seit vielen Jahren traditionelle Aktion „Saubere Stadt“, die wegen der Pandemie bereits seit zwei Jahren nicht mehr stattfinden konnte. „Gern möchten wir die Aktion erweitern. Hier gibt es verschiedene Überlegungen und wir werden ausführlich informieren, sobald feststeht, wann und in welcher Form die Aktion stattfinden kann“, teilen die beiden Abfallberater Sven Domnik und Ilka Janssen auf Nachfrage unserer Zeitung mit.

In der Zeit, in der die Aktion nicht stattfinden konnte, haben sich engagierte Emder und Emderinnen sowie Kleingruppen beim Bau- und Entsorgungsbetrieb Emden gemeldet und sind auf eigene Faust losgezogen. Auch für diese Aktionen stellte der BBE Müllsäcke und Handschuhe bereit.

Es hat sich gezeigt: „Im Vergleich zu den vorherigen Jahren ist mehr Müll in den Gräben und Schloten geblieben.“ Zudem seien vermehrt wilde Müllkippen gemeldet worden, auch in den Stadtteilen, in denen sonst auch fleißig gesammelt wurde.

Mitarbeiter sammeln täglich Masken auf

Auch Masken sind immer wieder zu finden. Sie gehen schnell verloren, fallen aus der Tasche oder dem Auto. Teilweise würden sie jedoch auch achtlos weggeworfen, beispielsweise auf Parkplätzen, dem Wall oder in der Innenstadt. Etwa 50 Stück würden täglich durch die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Straßenreinigung aufgesammelt. „Das Phänomen des Littering – also das Verhalten von Menschen, Abfälle im öffentlichen Raum achtlos wegzuwerfen – tritt seit einigen Jahren verstärkt auf.“ Beispielsweise durch Aktionsseiten im aktuellen Entsorgungswegweiser 2022, der an alle Emder Haushalte verteilt wurde, soll mehr Bewusstsein für eine saubere Stadt geweckt werden.

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