Datenlage

Aurich hat Nachholbedarf beim Klimaschutz

Nicole Böning
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Von Nicole Böning
| 14.01.2022 17:58 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Das Auto ist noch immer Aurichs Transportmittel Nummer eins. Es dominieren weiterhin Dieselfahrzeuge und Benziner. Foto: Ortgies
Das Auto ist noch immer Aurichs Transportmittel Nummer eins. Es dominieren weiterhin Dieselfahrzeuge und Benziner. Foto: Ortgies
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Es gibt erstmals Zahlen zur Treibhausgas-Bilanz Aurichs: Die CO2-Emissionen haben zwar seit 2016 leicht abgenommen – aber das ist nicht das Verdienst der Stadt oder ihrer Bürger.

Aurich - Im Jahr 2045 sollen die Bürger der Stadt Aurich klimaneutral sein. Jeder einzelne. Bei 7,32 Tonnen CO2-Äquivalent lagen sie 2020 – nur 25 Jahre später sollen es null Tonnen sein. Zwar ist die Ausgangslage nicht schlecht: „Bei 9,5 Tonnen CO2-Äquivalent liegt der deutschlandweite Durchschnitt“, sagt Dr. Gabi Zink-Ehlert vom Beratungsunternehmen Energielenker aus Berlin. Trotzdem ist es ein weiter Weg für Aurich, wie ihre Grafik zeigt. Gabi Zink-Ehlert unterstützt die Auricher Klimaschutzmanagerin Dr. Katharina Heidtmann beim Klimaschutzkonzept, das die Stadt im Juni abschließen möchte.

Was und warum

Darum geht es: Auch die Kommunen müssen einen Anteil zum Klimaschutz beitragen. Aurich geht in den Endspurt und sammelt Ideen für die mobile Zukunft.

Vor allem interessant für: alle Auricher sowie Umwelt- und Klimaschützer

Deshalb berichten wir: In Aurich hat die Klimaschutzbeauftragte die Bürger eingeladen, die klimafreundliche Zukunft der Stadt mitzugestalten.

Die Autorin erreichen Sie unter: n.boening@zgo.de

Sie hilft der Kreisstadt dabei, die Qualität der Energieerzeugung und Energienutzung bewerten und regelmäßig überprüfen zu können. Ihre Aufgabe ist ebenfalls zu zeigen, wie eine Kommune energieeffizienter werden kann. Wichtige Werkzeuge auf dem Weg dorthin sind Daten – und damit die Treibhausgas-Bilanz der Stadt und ihrer Bewohner.

CO2-Fußabdruck der Kreisstädter

Einen Auszug daraus präsentierte die Beraterin am Mittwoch bei einem Workshop mit Bürgern. Die hatten sich zusammengefunden, um Ideen für die mobile Zukunft Aurichs zu sammeln. Mobilität ist einer der Bereiche, in denen die deutschen Kommunen beim Klimaschutz aktiv werden. Auch die Verwaltung selbst soll ihren CO2-Fußabdruck reduzieren. Wie die Bürger werden sich in Kürze deshalb Mitarbeiter der Auricher Verwaltung zu einem internen Workshop treffen und Ideen für eine treibhausgasneutrale Verwaltung sammeln. Auch die fließen in das Klimaschutzkonzept ein.

Zwar wird der CO2-Fußabdruck der Auricher seit 2016 kleiner, ein Verdienst der Kommune oder ihrer Bürger sei das jedoch eher nicht, so Zink-Ehlert. „Der Gesamtenergieverbrauch der Stadt hat sich bisher nicht groß verändert“, so die Beraterin. „Der Rückgang der Treibhausgase liegt weniger an der Kommune selbst als im veränderten Energiemix im bundesweiten Stromnetz.“ Auch beim Verkehr habe sich in der Vergangenheit nicht viel getan. Im Verkehr seien Autos noch immer für 71 Prozent der Treibhausgas-Emissionen verantwortlich. 17 Prozent verantworten Lastwagen.

Bei den Energieträgern dominieren noch immer Benzin und Diesel mit insgesamt 97 Prozent. „Ein Energieträgerwechsel hat in Aurich noch nicht stattgefunden“, so Zink-Ehlert. Den größten Anteil der ökologischen Alternativen hat Bio-Diesel. Mit Strom betriebene Fahrzeuge fallen bisher kaum ins Gewicht. Wie genau Aurichs Treibhausgas-Emissionen sich zusammensetzen und welchen Weg zur Klimaneutralität die Stadt gehen wird, wird in Kürze im Klimaschutzkonzept der Stadt zu lesen sein.

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