Finanzen

In diese Emder Schulen soll dieses Jahr kräftig investiert werden

Mona Hanssen
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Von Mona Hanssen
| 14.01.2022 14:58 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Um Emder Grundschulen fit für den Ganztagsbetrieb zu machen, sollen Millionen Euro fließen. Symbolfoto: Pixabay
Um Emder Grundschulen fit für den Ganztagsbetrieb zu machen, sollen Millionen Euro fließen. Symbolfoto: Pixabay
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Die Stadt Emden hält an ihrem Motto „Kids first“ fest. Demnach soll trotz dickem Haushaltsminus in Schulen investiert werden. Zwei Bildungseinrichtungen bekommen besonders viel Geld.

Emden - Die Stadt Emden investiert in ihre Kinder - und das kräftig, trotz Minus. Knapp 7,3 Millionen Euro will das stadteigene Gebäudemanagement (GME) Emden in diesem Jahr einsetzen. Der Großteil des Geldes fließt in Arbeiten an Kindergärten, Schulen und Jugendeinrichtungen. Das Programm wurde im GME-Betriebsausschuss am Donnerstag vorgestellt. Eine Million Euro ist allein schon für die Berufsbildenden Schulen (BBS) II veranschlagt. Oberbürgermeister Tim Kruithoff (parteilos) hatte bereits in einem früheren Ausschuss erklärt, dass für die Erneuerung der BBS II bislang eine jährliche Investitionssumme von einer Million Euro nötig sei.

Was und warum

Darum geht es: Das Emder Gebäudemanagement will viel Geld in die Hand nehmen, um Schulen fit zu machen.

Vor allem interessant für: Emderinnen und Emder mit Kindern im Schulalter, Schülerinnen und Schüler, Lehr- und Schulkräfte

Deshalb berichten wir: Im GME-Betriebsausschuss wurde das Investitionsprogramm vorgestellt.

Die Autorin erreichen Sie unter: m.hanssen@zgo.de

In das Johannes-Althusius-Gymnasium (JAG) sollen für den Anbau von sechs Klassen und zwei Archivräume 250.000 Euro fließen. Hinzu kommen rund 480.000 Euro für die Sanierung von Turnhallen-Nebenräumen. Für die Erweiterungen der Grundschulen Früchteburg, Westerburg und Wybelsum, die auch Oberschule ist, auf dem Weg zum Ganzstagsangebot sind 1,9 Millionen Euro angedacht. Der Bundestag hat darüber abgestimmt, dass jedes Kind, das ab dem Schuljahr 2026/2027 eingeschult wird, in den ersten vier Schuljahren Anspruch auf einen Ganztagsplatz bekommt. Dafür müssen die Emder Grundschulen aufgerüstet werden.

Millionen für Grundschulen

Bei der Grundschule Früchteburg, bei der insbesondere eine neue Mensa errichtet werden muss, sind auf lange Sicht größere Investitionen geplant. Knapp drei Millionen Euro sollen zusätzlich bis 2024 fließen - auch weil mit Blick auf das naheliegende geplante Mega-Baugebiet Conrebbersweg-West mit einem Anstieg der Schülerzahl gerrechnet wird. Die Westerburgschule indes soll am neueren ihrer zwei Bauten großzügig erweitert werden. Um die sechs Millionen Euro sollen dafür investiert werden. Borssum - in dem Stadtteil befindet sich die Schule - gilt als kinderstark. Der Bedarf ist also groß. Tim Kruithoff, selbst gebürtiger Borssumer, hatte in der Vergangenheit bereits mehrfach betont, dass man jetzt die Chance ergreifen sollte, die Schule vollständig aufzuwerten und sich nicht mit kleinen Arbeiten begnügen sollte.

Ein Teil des Geldes, das schon für die Maßnahme Westerburgschule im Haushalt 2021 eingeplant wurde, soll nun allerdings für die Sanierung der Sporthalle der Förderschule genutzt werden. Der Beschlussvorlage stimmte der GME-Ausschuss zu. Demnach war für die Sanierung 350.000 Euro angedacht gewesen, die hauptsächlich durch eine Förderung des Landes finanziert werden sollte. Nun hatte das Land aber mitgeteilt, dass es nur 205.000 Euro beisteuern werde, so Irina Krantz. Die Sanierung der Sporthalle sollte aber auf jeden Fall umgesetzt werden, daher die Verschiebung des Geldes zwischen den Maßnahmen. Auswirkungen auf den Haushalt habe das nicht.

4,6 Millionen Euro an Krediten geplant

Viel Geld fließt unverändert in den Brandschutz. Es sind knapp 550.000 Euro für die Grundschule Grüner Weg, die Integrierte Gesamtschule (IGS), die Förderschule sowie alle Kindergärten und die Volkshochschule (VHS). Weitere Investitionen sind geplant für das Jugendzentrum Alte Post, wo mit knapp 400.000 Euro der Innenausbau und die Schmutzwasserentsorgung fortgeführt werden sollen. Auch für weitere Arbeiten an der Krankenpflegeschule im Stadtteil Barenburg, die in die ehemalige Barenburgschule eingezogen ist, sind 450.000 Euro angedacht. Die Pelzerhäuser tauchen ebenfalls in dem Investitionsprogramm für dieses Jahr auf. Es sind zwei der ältesten Häuser in Emden, und sie sollen umgebaut werden, damit das Stadtarchiv einziehen kann. Das ist derzeit provisorisch in einem Gebäude neben der Johannes-a-Lasco-Bibliothek untergebracht. 600.000 Euro sind angesetzt.

Die Investitionshöhe in diesem Jahr fällt geringer aus als noch für 2021. Da waren Ausgaben in Höhe von 10,256 Millionen Euro angesetzt worden - die höchste Summe, die es jemals für ein Jahr gab, sagte der ehemalige Stadtbaurat Andreas Docter dazu Ende 2020. Kredite über 7,5 Millionen Euro sollten dafür aufgenommen werden. Auch für das aktuelle Investitionsprogramm muss sich das GME Geld „pumpen“. Kredite in Höhe von rund 4,6 Millionen Euro sind geplant. Hinzu kommt ein Kassenkredit in Höhe von rund 2,3 Millionen Euro, um die Zahlungsfähigkeit des GME sicherzustellen. Nachdem das GME in den Jahren 2019 und 2020 ein vorläufiges Jahresergebnis im Minusbereich erwirtschaftet hat, wird für 2021 und 2022 mit einem Plus gerechnet. Das erklärte Astrid Valentin, Bereichsleiterin beim GME, damit, dass die Mieten gegenüber der Stadt Emden nun um rund eine Million Euro erhöht worden seien.

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