Hamburg

Migräne: Diese Lebensmittel sollen helfen

Fiona Lechner
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Von Fiona Lechner
| 14.01.2022 14:46 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Migränekopfschmerzen sind für die Betroffenen oft kaum auszuhalten. Könnte die richtige Ernährung den Schmerzattacken vorbeugen? Foto: dpa/Andrea Warnecke
Migränekopfschmerzen sind für die Betroffenen oft kaum auszuhalten. Könnte die richtige Ernährung den Schmerzattacken vorbeugen? Foto: dpa/Andrea Warnecke
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Migräne ist eine Volkskrankheit, für die es bisher keine Heilung gibt. Durch welche Lebensmittel sich die schmerzhaften Attacken aber vermindern lassen können, zeigt eine neue Studie.

Kaum auszuhaltende Kopfschmerzen, Seh- und Sprachstörungen, Schwindel, Erbrechen - von Migräne Betroffene kennen diese Symptome nur zu gut. Umso niederschmetternder ist dann die Erkenntnis, dass Migräne nicht heilbar ist. Aber: Eine neue Studie gibt Anlass zur Hoffnung. Demnach sollen bestimmte Lebensmittel ganz besonders dabei helfen, Migräneanfällen vorzubeugen.

Die Studie wurde im British Medical Journal veröffentlicht und von der „National Institutes of Health-Agentur“ unterstützt. Dazu wurden die 182 Teilnehmer in drei Gruppen aufgeteilt. Jede Gruppe verfolgte einen anderen Diätplan. Die Ergebnisse waren eindeutig: Die Gruppe, die eine Omega-3-reiche Ernährung verfolgt hatte und wenig Omega-6 zu sich nahm, gab deutliche Verbesserungen der Migräneerkrankung an. Die Attacken ließen deutlich nach oder hörten sogar gänzlich auf. 

Eine der Studienteilnehmerinnen, Tanya Kamka, teilte ihre Erfahrungen mit der New York Times. Sie war in der Gruppe, die sich Omega-3-reich ernährte.

In diesen Lebensmitteln steckt am meisten Omega-3

Unser Körper kann die wichtigen Omega-3-Fettsäuren nicht selbst herstellen, benötigt sie aber dennoch. Aus diesem Grund müssen sie mit der Nahrung oder durch Ergänzungsmittel aufgenommen werden. In vielen natürlichen Nahrungsmitteln stecken diese Fettsäuren.

Die Liste mit den Omega-3-reichsten Lebensmitteln führt das Leinöl an. Circa 54 Gramm Omega-3 steckt hier in 100 Gramm Leinöl. Auch die Leinsamen liefern viel von der wichtigen Fettsäure. Hier sind es circa 17 Gramm auf 100 Gramm Samen. Walnussöl enthält ganze zwölf Gramm Omega-3-Fettsäuren pro 100 Gramm. Rapsöl, Sojaöl und die Walnuss selbst sind ebenfalls wichtige Omega-3-Lieferanten. Deshalb sollten Sie bei einer vegetarischen oder veganen Ernährung hiervon genug zu sich nehmen. 

Denn weiterhin viel Omega-3-Fettsäuren erhält der Körper durch das Essen von Fisch, was hierbei wegfällt. Besonders Lachs liefert größere Mengen der Fettsäure. Ölsardinen, Hering, Makrele und Thunfisch stehen ebenfalls häufig bei einer Omega-3-reichen Ernährung auf dem Speiseplan. 

Darum ist Omega-3 so wichtig für den Körper

Omega-3-Fettsäuren gelten in der Behandlung von Schmerzen und Entzündungen schon lange als sehr wirksam. Und das nicht ohne Grund. Der Körper wandelt die Omega-3-Fettsäuren in hormonähnliche Stoffe um: die Eicosanoide und die Docosanoide. Diese wirken im Körper entzündungshemmend. Zudem wurde bei den Studienteilnehmern aus der Omega-3-Gruppe auch eine erhöhte Anzahl von Oxylipinen, also speziellen Botenstoffen, im Blut nachgewiesen. Sie gelten als körpereigenes Mittel zur Schmerzlinderung. Somit ist es nur logisch, dass eine Omega-3-reiche Ernährung Migräneschmerzen entgegenwirken kann. 

Das Verhältnis von Omega-3 und Omega-6 muss stimmen

Genauso wie Omega-3, muss der menschliche Körper auch Omega-6-Fettsäuren über die Nahrung aufnehmen. Sie sind ein wichtiger Teil des Stoffwechsels und der Zellmembran und stecken vor allem in tierischer Nahrung wie Fleisch, Käse oder Eiern. Aber auch in pflanzlichen Produkten wie Sonnenblumenöl oder Kürbiskernöl. Darüber hinaus benötigen wir Omega-6-Fettsäuren für spezielle Wachstumsprozesse und für eine funktionierende Immunabwehr. So sorgt Omega-6 dafür, dass sich unsere Blutgefäße verengen, wenn wir uns verletzen und sich durch eine erhöhte Blutgerinnung Schorf bilden kann. 

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Omega-6- und Omega-3-Fettsäuren ergänzen sich. Während das eine Entzündungsreaktionen verursacht, wirkt das andere entzündungshemmend. Wir benötigen also beides - aber im richtigen Maße. Denn wenn Sie zu viele Omega-6-Fettsäuren zu sich nehmen, können deren positive Wirkungsweisen sich ins Gegenteil umkehren. So begünstigen die gerinnungshemmende Wirkung und eine verstärkte Verengung der Blutgefäße das Verklumpen des Blutes, an Stellen, wo dies nicht passieren sollte. Dadurch können sich Gerinnsel bilden. 

Wenn diese ins Hirn oder Herz wandern, können sie so einen Schlaganfall oder Herzinfarkt auslösen. Die Entstehung dieser und weiterer Krankheiten wie Krebs oder Diabetes wird auch durch die vermehrten Entzündungsreaktionen im Körper gefördert. Es kommt also auf das richtige Verhältnis der beiden Fettsäuren in unserer täglichen Nahrung an. Sie sollten maximal fünfmal so viele Omega-6- wie Omega-3-Fettsäuren zu Sich nehmen, wie die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. empfiehlt. 

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