Corona in Ostfriesland

Emden: Wieder Hunderte bei Demo gegen Corona-Politik

Heiko Müller
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Von Heiko Müller
| 08.01.2022 19:48 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Die Teilnehmer der Demo gegen die Corona-Politik zeigten nur wenige Transparente. Fotos: Jens Doden
Die Teilnehmer der Demo gegen die Corona-Politik zeigten nur wenige Transparente. Fotos: Jens Doden
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Etwa 400 Zweifler von Corona-Maßnahmen und Impfgegner sind am Sonnabend in Emden auf die Straße gegangen. Die Demonstration verlief friedlich. Unterdessen wächst der Widerstand gegen die Proteste.

Emden - Einige Hundert Impfgegner und Zweifler von Corona-Maßnahmen sind an diesem Sonnabend in Emden wieder auf die Straße gegangen. Sowohl die Polizei als auch die Veranstalter sprachen von rund 400 Teilnehmern; so viele waren im Vorfeld auch erwartet worden. Sie zogen anderthalb Stunden lang bei Kälte und teils strömendem Regen mit Musik aus Lautsprecherboxen durch die Innenstadt sowie angrenzende Stadtteile.

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Erneut Corona-Demo in Emden
08.01.2022

Die vierte Demo dieser Art in Emden binnen weniger Wochen stand dieses Mal unter dem Motto „Menschen für Frieden und freie Impfentscheidung“. Sprecherinnen und Sprecher der Veranstalter riefen die Teilnehmer bei der Kundgebung zum Auftakt des Umzuges vor dem städtischen Verwaltungsgebäude an der Maria-Wilts-Straße auf, FFP2-Masken zu tragen und die Abstandspflicht einzuhalten. Die Polizei registrierte in Abstimmung mit den Veranstaltern vor dem Start des Demonstrationszuges 43 Männer und Frauen, die vom Tragen von Masken befreit sind und das mit einem Attest nachweisen konnten.

Polizei schließt einen Teilnehmer aus

Begleitet wurde der Umzug von etwa 30 Beamtinnen und Beamten der Bereitschaftspolizei aus Oldenburg. Zu nennenswerten Zwischenfällen kam es laut Polizei nicht. „Einen Teilnehmer haben wir von der Versammlung ausschließen müssen, weil er seinen Hund mitführen wollte“, sagte Einsatzleiter Stefan Reuwsaat von der Emder Polizei dieser Zeitung. Das sei gegen die Beschränkungen gewesen, die die Stadt Emden vor einigen Tagen in einer Allgemeinverfügung für Teilnehmende an Versammlungen festgelegt hat.

Der Demonstrationszug führte durch die Emder Innenstadt und angrenzende Stadtteile.
Der Demonstrationszug führte durch die Emder Innenstadt und angrenzende Stadtteile.

Die Demonstration sei „gut organisiert und vorbereitet“ gewesen, aus ordnungsrechtlicher Sicht könne er den Veranstaltern ein Lob aussprechen, sagte Reuwsaat.

Menschenkette gegen Corona-Proteste

Vereinzelt hatten sich Gegen-Demonstranten mit kleinen Transparenten in der Nähe des Versammlungsortes postiert. Auch während des Demonstrationszuges bekundeten Passanten am Rande ihren Unmut über die Gegner der Corona-Politik, in dem sie ihre Daumen nach unten hielten.

Vereinzelt postierten sich Gegner der Corona-Proteste mit Spruchbändern am Rande des Demonstrationszuges.
Vereinzelt postierten sich Gegner der Corona-Proteste mit Spruchbändern am Rande des Demonstrationszuges.

Unterdessen formiert sich in Emden neuer Widerstand gegen die Corona-Proteste. Ein breites Bündnis aus Parteien, Wählergemeinschaften, Verbänden, Gewerkschaften und Hochschulgruppen ruft für den kommenden Sonnabend dazu auf, unter dem Motto „Für Demokratie und Solidarität. Gegen Hass, Hetze und Verschwörungsmythen“ eine Menschenkette in der Stadt zu bilden. Die Aktion soll um 14 Uhr beginnen, teilte Maike Richtler von der Hochschulgruppe gegen Rechts als eine der Initiatorinnen mit. Die 33-Jährige studiert an der Hochschule in Emden und engagiert sich dort in der „AG gegen Rechts“.

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