Osnabrück

Corona-Regeln: Bleibt der niedersächsische Sonderweg in der Gastronomie?

Stella Blümke
|
Von Stella Blümke
| 07.01.2022 20:13 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Bleiben Ausnahmen der 2Gplus-Regelungen in Niedersachsen? Foto: Sina Schuldt
Bleiben Ausnahmen der 2Gplus-Regelungen in Niedersachsen? Foto: Sina Schuldt
Artikel teilen:

Die 16 Länder-Chefs haben am Freitag zusammen mit Bundeskanzler Olaf Scholz über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie beraten. Es ging vor allem um Quarantäne und 2Gplus. Das bedeuten die Beschlüsse für Niedersachsen.

Bundeseinheitliche Maßnahmen zur Quarantäne-Regel und eine 2Gplus-Regelung für die Gastronomie - das sind die zentralen Beschlüsse der Ministerpräsidentenkonferenz am Freitag. Was das für die Corona-Regeln in Niedersachsen bedeutet, hat Ministerpräsident Stephan Weil am Freitagabend in Hannover mitgeteilt.

Welche Quarantäne Regeln wurden beschlossen?

Die Bund-Länder-Runde hat sich auf eine Verkürzung der Quarantänezeiten geeinigt. Bislang beträgt die Quarantänedauer in Niedersachsen 14 Tage. Künftig soll diese Zeit bundeseinheitlich für Infizierte auf zehn Tage reduziert werden. Am siebten Tagen besteht die Möglichkeit, sich frei zu testen, stellte Weil in Aussicht. Dafür ist entweder ein PCR- oder ein zertifizierter Antigen-Schnelltest notwendig. So sollen Personalausfälle insbesondere in wichtigen Versorgungsbereichen vermieden werden. Hier nannte Weil unter anderem das Gesundheitsweisen, die Energieversorgung, die Logistik und den Handel.

Was gilt für Geboosterte?

Laut Ministerpräsident Weil hat Niedersachsen derzeit den zweithöchsten Anteil Geboosteter unter den Bundesländern. Sind sie Kontaktperson einer mit Corona infizierten Person, müssen sie nicht in Quarantäne. Das gilt auch für frisch Geimpfte oder Genesene, vorausgesetzt sie sind symptomfrei. „Es ist nach allem, was wir über Omikron gelernt haben, richtig, Kontaktpersonen von Infizierten, die vollständig geimpft und geboostert sind, nicht mehr unter Quarantäne zu stellen. Alle anderen können sich nach sieben Tagen freitesten“, sagte Weil.

Wie geht es für die Gastronomie weiter?

Ob der Niedersächsische Sonderweg in der Gastronomie mit den neuen Bund-Länder-Beschlüssen künftig wegfallen wird, ließ Ministerpräsident Weil am Freitagabend offen. Derzeit gilt: Begrenzt ein Wirt die Auslastung seines Lokals auf 70 Prozent, kann auf einen aktuellen Test von Geimpften und Genesenen verzichtet werden, es gilt dann 2G. Mit diesem Weg habe das Land sehr gute Erfahrungen gemacht, so dass es denkbar sei, dass dieser Weg fortgesetzt werde, sagte Weil.

Die Bund-Länder-Runde hatte sich auf eine flächendeckende 2Gplus-Regelung in der Gastronomie verständigt. Damit müssten auch Geimpfte und Genesene für einen Restaurantbesuch einen Test vorweisen - es sei denn, sie sind geboostert. Dass die Booster-Impfung als „Plus“ angesehen wird, gilt in Niedersachsen bereits jetzt.

Was gilt für Schulen?

Laut Weil haben sich die Schulen in den bisherigen Infektionswellen sehr gut geschlagen. „Sie sind nicht Brutstätten der Pandemie gewesen“, sagte er. Daher werde auch weiterhin die Öffnung der Schulen nach den Ferien und Unterricht in Präsenz geplant. Eine Änderung wird es allerdings geben: Die täglichen Testungen, die nach den Ferien für eine Woche geplant waren, werden bis auf Weiteres verlängert, kündigte der Ministerpräsident an. Einen genauen Zeitraum nannte er nicht. Außerdem werde es keine FFP2-Maskenpflicht in den Schulen geben, es bleibt bei einer Empfehlung.

Gibt es weitere Kontaktbeschränkungen?

Bei privaten Treffen von Geimpften oder Genesenen gilt in Niedersachsen bereits eine Obergrenze von zehn Personen. Für alle anderen greifen strengere Kontaktbeschränkungen. Treffen sind bei der Teilnahme eines Ungeimpften auf den eigenen Haushalt und zwei weitere Menschen eines anderen Haushalts beschränkt. Kinder sind ausgenommen. Diese Regelung soll verlängert werden. Gesundheitsminister Karl Lauterbach hatte sich im Vorfeld für weitere Kontaktbeschränkungen ausgesprochen. Eine Empfehlung des Expertenrats der Bundesregierung gab es aber nicht.

Die Beschlüsse der Bund-Länder-Runde werden Weil zufolge in den kommenden Tagen für Niedersachsen im Detail ausgearbeitet und in die Corona-Verordnung des Landes eingearbeitet. Grundlegende Veränderungen werden allerdings nicht erwartet. Die nächste Konferenz der Länderchefs und Bundeskanzler Olaf Scholz zur Corona-Lage ist für den 24. Januar angesetzt.

Ähnliche Artikel