Jubiläum

Die Gummibärchen werden 100 – und lassen auch heute noch kaum jemanden kalt

Katja Mielcarek
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Von Katja Mielcarek
| 09.01.2022 12:57 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Am liebsten gleich reinbeißen würden Paul (links) und Liam (beide 4 Jahre) aus dem Kindergarten Nortmoor in die Gummibärchen in ihren Händen. Foto: Ortgies
Am liebsten gleich reinbeißen würden Paul (links) und Liam (beide 4 Jahre) aus dem Kindergarten Nortmoor in die Gummibärchen in ihren Händen. Foto: Ortgies
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Seit 100 Jahren gibt es schon die Gummibärchen. Ihren Reiz haben sie für Kinder und auch für Erwachsene kaum verloren. Dass fast jeder eine Erinnerung verbindet, zeigt sich auch in der Redaktion.

Ostfriesland - Ein paar knackige Rundungen, eine pralle und faltenlose Körperoberfläche – ihre 100 Jahre sieht man den Gummibärchen wirklich nicht an. Es war aber tatsächlich das Jahr 1922, als Haribo die ersten der noch heute so beliebten und im doppelten Sinne süßen Tierchen vom Band laufen ließ. Die ersten Gummibärchen hießen übrigens noch Tanzbären und waren größer und weicher als ihre heutigen Artgenossen.

Was und warum

Darum geht es: Fast jeder verbindet irgendeine Erinnerung mit Gummibärchen. Einige Redakteure erzählen.

Vor allem interessant für: alle Leckermäulchen

Deshalb berichten wir: Die Gummibärchen gibt in diesem Jahr seit 100 Jahren

Die Autorin erreichen Sie unter: k.mielcarek@zgo.de

Zwei Hände voller Gummibärchen: Da strahlt der vierjährige Paul im Kindergarten Nortmoor. Foto: Ortgies
Zwei Hände voller Gummibärchen: Da strahlt der vierjährige Paul im Kindergarten Nortmoor. Foto: Ortgies

Es gibt wohl niemanden, der nicht irgendeine Begebenheit aus seinem Leben zu erzählen hätte, die mit Gummibärchen zu tun hat. Und so war es auch in unserer Redaktion keine Schwierigkeit, sechs Anekdoten zu finden:

Carmen Leonhard
Carmen Leonhard

Seltsamer Gesichtsschmuck (Carmen Leonhard)

Wir haben in der Schule eine Studentin, die bei uns hospitierte, damit verulkt, dass wir uns angeleckte Gummibärchen ins Gesicht geklebt haben. Unsere Lehrerin, die ganz hinten in unserem Rücken saß, hat davon nix mitgekriegt. Und das arme Mädel wusste überhaupt nicht, was es tun sollte.

Heiko Müller
Heiko Müller

Eine Torte, die nicht gegessen wurde (Heiko Müller)

Gummibärchen haben mich quasi schon das ganze Leben begleitet. Und das sind immerhin schon fast 62 Jahre. Irgendwie gehörten sie immer dazu, obwohl wir nie ganz enge Freunde geworden sind. Aber wenn irgendwo welche auf dem Tisch stehen, greife ich gerne mal zu. Dabei sollte ich es angesichts meines Übergewichts lieber lassen. Auch bei meinen beiden erwachsenen Kindern war die Süßigkeit aus gummiartiger Masse in jungen Jahren beliebt. Ich erinnere mich an meinen 50. Geburtstag, an dem ich eine „Gummibärchen-Torte“ in Form einer 50 kam. Weil sie so filigran gefertigt war, habe ich sie nie angebrochen. Bis vor einigen Jahren war meine Heimatstadt Emden sozusagen auch eine Hochburg der Gummibärchen. Für die süßen Kleinen gab es nämlich in der Innenstadt einen ganzen Laden: die Gummibärchen-Galerie. Der Rest ist Geschichte.

Nikola Nording
Nikola Nording

Nachschlag von Oma Müller (Nikola Nording)

Da stand ich nun, im Alter von vier Jahren, vor meiner lieben Oma Müller. Sie war unsere Nachbarin, also streng genommen nicht meine Oma, aber wer achtet schon auf solche Details, wenn die nette alte Dame mit Gummibärchen lockte. Sie hatte die Süßigkeiten in einer schönen Bonbonniere aus Kristall in ihrem Flur stehen. Wir Nachbarskinder durften zu ihr kommen und dann gab sie uns eine Hand voll Bärchen. Während die beiden anderen Mädchen sich die Leckerei brav einteilten, stopfte ich mir die Süßigkeiten direkt in den Mund. Weil ich aber nichts mehr hatte, während die anderen noch futterten, erbarmte sich Oma Müller meiner und gab mir einen Nachschlag. Ich fand es genial.

Christine Schneider-Berents
Christine Schneider-Berents

Keine Selbstverständlichkeit (Christine Schneider-Berents)

Als meine beiden Brüder und ich noch Kinder waren, gab es bei uns zu Hause nur zu besonderen Anlässen Süßigkeiten: zu Weihnachten und auf Geburtstagen. Neben Salzstangen und Flips gehörten auch Gummibärchen dazu. Das war dann immer etwas Besonderes, nichts, was es wie selbstverständlich jeden Tag gab.

Vera Vogt
Vera Vogt

Freundschaft nicht in Gefahr (Vera Vogt)

Welche Farbe bei den Gummibärchen die besten sind – da gehen die Meinungen auseinander. Das ist nett ausgedrückt, es gibt Menschen, die ihren Favoriten-Bären leidenschaftlich verteidigen. Da sind die Fronten verhärtet. Das sind die Fronten auch, wenn es darum geht, ob sie überhaupt unterschiedlich schmecken. Zwar heißt es zum Beispiel, grün sei Apfel, weiß sei Ananas und hellrot Erdbeere. Andere sagen, die Unterschiede seien kaum wahrzunehmen. Die Farben gaukelten uns vor, was wir schmecken. Ich bin sicher: Die besten Gummibärchen sind hellrot. Die Qualität nimmt ab – und das Schlusslicht ist weiß, wer mag die schon? Meine Freundin. Sie kann absolut nicht nachvollziehen, wie man die roten Bärchen mögen kann. Super, so kommen wir uns beim Essen der Bärchen nicht ins Gehege und unsere Freundschaft hat die Farbendebatte so auch noch nie belastet.

Katja Mielcarek
Katja Mielcarek

Garant für gutes Benehmen (Katja Mielcarek)

Meine Eltern hatten mal die fixe Idee, meinem Bruder und mir beizubringen, am Tisch die Ellbogen anzulegen. Wir haben Taschentücher in die Achseln bekommen. Wenn die nach dem Essen noch an Ort und Stelle waren, gab es zehn Gummibärchen. Meine Mutter schämt sich noch heute dafür.

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