Versorgung
Emden: Bank schließt im Februar – Post zieht in den Bahnhof
Dass die Postbank ihre Filiale in Emden schließt, war seit November bekannt. Offen war bislang noch die Frage nach dem Zeitpunkt. Der steht nun fest, ebenso wie es mit dem Postschalter weitergeht.
Emden - Die Filiale der Postbank am Bahnhofplatz in Emden schließt am 7. Februar. Das kündigt das Unternehmen mit einem Zettel an der Tür an. Postbank-Sprecher Oliver Rittmaier bestätigt den Termin zudem auf Nachfrage unserer Zeitung. Demnach öffnet die Filiale ein letztes Mal am Montag, 7. Februar, bis 12.30 Uhr.
Der Schalter für Post- und Paketdienstleistungen zieht nur wenige Meter weiter in das Bahnhofgebäude. Briefe und Päckchen können dort bereits ab dem 11. Januar abgegeben werden. Postbank-Kunden müssen indes weitere Wege in Kauf nehmen. Wie Rittmaier auf Nachfrage mitteilt, werde der Bankautomat abgebaut.
Nächste Filialen in Leer und Aurich
Die nächstgelegenen Filialen sind in Aurich am Fischteichweg sowie am Bahnhofsring in Leer. Partner-Filialen der Post mit einem Basisangebot der Postbank finden Kunden und Kundinnen jedoch auch weiterhin in Emden, beispielsweise im Tabak-Shop im Dollart-Center oder auch im Edeka-Markt am Wykhoffweg in Borssum. Dort ist es möglich, auf Giro- und Sparkonten ein- und auszuzahlen oder auch Überweisungen abzugeben. Bargeld gibt es für Postbank-Kunden gebührenfrei bei der Commerzbank am Delft.
„Alle Postfachkunden werden gesondert von unserem Postfachservice angeschrieben, wenn sich für den Service ihres Postfachs etwas ändert“, teilt Maike Wintjen, Pressesprecherin der Deutschen Post AG auf Nachfrage mit.
Seit vielen Monaten schon sind Kunden über vorübergehende Schließungen der Postbank-Filiale am Bahnhofsplatz verärgert. Die Postbank gab Personalmangel als Grund dafür an. Die Entscheidung, den Standort komplett zu schließen, habe jedoch wirtschaftliche Gründe. Durch die fortschreitende Digitalisierung habe sich das Kundenverhalten stark verändert. Sprich: Die Filiale selbst nutzen immer weniger Kunden, stattdessen sei die Nachfrage nach Online-Angeboten oder auch telefonischer Beratung gestiegen, und das in allen Altersschichten.
Filiale ist Teil einer Schließungswelle
„Dieser Trend hat sich seit Beginn der Corona-Pandemie nochmals verstärkt“, so Rittmaier. Ein unmittelbarer Zusammenhang der Schließung zu den personellen Engpässen der letzten Monate bestehe nicht. Die Schließung in Emden gehöre vielmehr zu einer Reihe von Filialaufgaben in ganz Deutschland. Insgesamt plant die Postbank das Angebot voraussichtlich bis Ende 2023 von 750 auf 550 Filialen zu verkleinern. Die Mitarbeiter in Emden werden laut Rittmaier nicht entlassen. Die Stellen würden stattdessen „sozialverträglich im Rahmen bestehender betrieblicher Vereinbarungen abgebaut“.
In dem Gebäude der Postbank-Filiale, das immer noch als Hauptstandort der Post in Emden gilt, werden damit künftig keine typischen Postdienstleistungen mehr angeboten. Damit setzt die Deutsche Post fort, was bereits 1993 begann. Seitdem verlagert das Unternehmen seine Leistungen nach und nach in lokale Einzelhandelsgeschäfte. Dabei arbeitet die Deutsche Post im großen Umfang auf Grundlage von Kooperationsverträgen mit selbstständigen Einzelhändlern, Gewerbetreibenden oder Handelsketten, die in ihren Geschäften Postdienstleistungen und Produkte im Auftrag der Deutschen Post anbieten. Heute bieten die Partner der Deutschen Post bundesweit in rund 13.000 Filialen Postdienstleistungen an.