Hamburg

Stimmen Sie ab: Welche wird die „Mogelpackung des Jahres“ 2021?

Fiona Lechner
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Von Fiona Lechner
| 07.01.2022 15:33 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Welcher der fünf Kandidaten gewinnt den Preis für die „Mogelpackung des Jahres“ 2021 von der Verbraucherzentrale Hamburg? Foto: Verbraucherzentrale Hamburg/Canva.com
Welcher der fünf Kandidaten gewinnt den Preis für die „Mogelpackung des Jahres“ 2021 von der Verbraucherzentrale Hamburg? Foto: Verbraucherzentrale Hamburg/Canva.com
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Für viele Produkte im Handel gab es im letzten Jahr drastische Preiserhöhungen. Die Verbraucherzentrale Hamburg startet daher eine Abstimmung für die „Mogelpackung des Jahres“ 2021.

Auch 2021 haben einige Hersteller von Fertigprodukten die Preise ihrer Produkte durch raffiniert getarnte Füllmengenänderungen deutlich erhöht. Diese Fälle möchte die Verbraucherzentrale Hamburg (VZhh) aufdecken. Dazu können Verbraucher für die „Mogelpackung des Jahres“ online abstimmen. Die Abstimmung endet am 24. Januar um 16 Uhr. Wer den Schmähpreis erhält, wird am Tag darauf bekannt gegeben.

„Immer wieder sind gut getarnte Füllmengenänderungen das Mittel der Wahl, um teils drastische Preiserhöhungen durchzusetzen“, berichtet Armin Valet von der Verbraucherzentrale.

Verbraucher würden die Tricksereien oft gar nicht bemerken und so deutlich mehr für bestimmte Produkte zahlen, so Valet. 

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Kandidat 1: „Perpetum“ von Bahlsen

Nach einer Rassismus-Debatte benannte der Kekshersteller seine Waffelblättchen im Juni kurzerhand von „Afrika“ in „Perpetum“ um. Im gleichen Zuge gab es ein neues Verpackungsdesign und eine starke Reduzierung des Inhaltes. Bei gleichem Preis enthält eine Packung Waffelblättchen jetzt nur noch 97 statt 130 Gramm. So entsteht am Ende eine Preiserhöhung von 34 Prozent.

Kandidat 2: „Paprika Sauce“ von Homann

Weniger Sauce zum höheren Preis? Klingt anscheinend sehr gut für das Feinkostunternehmen Homann. Die Firma hat den Inhalt ihrer Paprikasauce im Glas mal eben von 500 auf 400 Milliliter reduziert. Zusätzlich zahlen Verbraucher jetzt im Handel, laut Verbraucherzentrale, meist 1,49 Euro statt 99 Cent pro Glas. Die Preiserhöhung beläuft sich in diesem Fall auf schlappe 88 Prozent. Das I-Tüpfelchen? Deutlich mehr Zuckerzusatz, wie die Hamburger Verbraucherzentrale angibt.

Kandidat 3: „KitKat“ von Nestlé

Ist Ihnen bei den Kitkat-Riegeln von Nestlé etwas aufgefallen? Der Nahrungsmittel-Gigant steckt seit vergangenem Jahr nur noch vier statt fünf Schokoriegel in die Umverpackung. Der Preis liegt im Handel weiterhin bei 1,99 Euro. So wird das Produkt aufgrund des fehlenden Riegels klammheimlich um 25 Prozent teurer. Laut Angaben der Verbraucherzentrale hat der Konzern diese Masche schon des Öfteren bei seinen Produkten angewandt. Schließlich ist er jedes Mal damit durchgekommen.

Kandidat 4: „Rahm Soße“ von Knorr

Eine Verpackungseinheit des Rahmsoßen-Klassikers von Knorr enthält drei Packungen Fertigsoße - richtig? Falsch. Denn seit 2021 sind es nur noch zwei - zum identischen Preis von meist 1,19 Euro im Handel. Verbraucher zahlen also aufgrund der fehlenden Preisanpassung mal eben bis zu 50 Prozent drauf. 

Gegenüber der VZhh gibt Unilever an: „Die neue Strukturierung des Sortiments geht auf veränderte Konsumentenwünsche ein und wird begleitet durch eine Modernisierung des Designs.“ Zudem bezieht sich der Konzern darauf, dass die endgültigen Preise vom Handel bestimmt werden. Immerhin erhalten Käufer im Supermarkt die Rahm Soße jetzt als „Soßenvariante“, was an der Rezeptur jedoch, laut VZhh-Angaben, nichts ändert.

Kandidat 5: „Wurzener Waffelblättchen“ von Griesson - de Beukelaer

Eine wesentlich größere Umverpackung bei fast demselben Inhalt gab es 2021 bei den „Wurzener Waffelblättchen“ von Griesson - de Beukelaer. Der Hersteller vergrößerte die Umverpackung für seine Waffelblättchen um fast das Doppelte, verweist auf „2 Frischepacks“ und suggeriert damit deutlich mehr Inhalt.  Statt 100 Gramm für 99 Cent erhalten Käufer im Supermarkt nun 103 Gramm für 1,29 Euro. Das Waffelgebäck wurde auf diese Weise um ganze 27 Prozent teurer. 

„Verbraucher ärgern sich“

Laut Armin Valet ärgert die Verbraucher nicht nur die nur vermeintliche Preisstabilität, sondern auch der unnötig zusätzlich produzierte Verpackungsmüll und die damit einhergehende Verschwendung von Ressourcen. „Hersteller und Handel müssen endlich konsequent umsteuern“, so Valet. Auf der Webseite der VZhh können Verbraucher auch selbst Mogelpackungen angeben, die ihnen beim Einkaufen auffallen.

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