Schulstart in Niedersachen
Trotz Corona: Leer für den Schulstart gewappnet
Am Montag geht in Leer die Schule wieder los. Angesichts der sich ausbreitenden Omikron-Variante des Coronavirus könnte Verunsicherung herrschen. Das UEG sieht sich gewappnet.
Leer - Wenn am Montag die Schule in Leer wieder startet, sitzt die Verunsicherung mit auf der Schulbank: Ist mein Nebenmann infiziert? War der Schnelltest vielleicht falsch-negativ? Gleichzeitig auch die Hoffnung: Schüler sehen ihre Freunde wieder und Lehrkräfte können von Angesicht zu Angesicht mit ihnen arbeiten.
Was und warum
Darum geht es: Stadt, Schule und Gewerkschaft sehen Leer gut vorbereitet für den Schulstart.
Vor allem interessant für: Schüler, Eltern und Lehrer
Deshalb berichten wir: Am Montag geht die Schule wieder los. Wie vorbereitet ist die Stadt? Den Autoren erreichen Sie unter: m.kierstein@zgo.de
Die sich ausbreitende Omikron-Variante des Coronavirus bleibt dabei die große Unbekannte. „Es ist richtig, die Schulen so lange wie möglich aufzulassen“, betont Stefan Störmer aus Leer, der dem Bezirksverband Weser-Ems der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) vorsitzt. „Das darf aber nicht zulasten der Gesundheit geschehen“, sagt er. Er warnt zudem davor, dass bei einem Ausbruch an einer Schule schnell eine Personalknappheit dazu führen kann, dass Schüler nicht mehr betreut werden können. „Man muss Vorsicht walten lassen“, sagt er.
Lehrer sind geimpft
Seines Wissens nach seien die meisten Lehrer nicht nur geimpft, sondern hätten sogar schon den Booster bekommen. Auch für Schüler im Alter von zwölf bis 17 Jahren hat die Landesregierung nun eine Empfehlung für den Booster ausgesprochen. „Es zeichnet sich immer mehr ab, dass wir drei Impfungen brauchen, um möglichst gut vor Omikron geschützt zu sein. Dies gilt für die Erwachsenen ebenso wie für die Jugendlichen“, sagt Niedersachsens Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD).
Auch am Leeraner Ubbo-Emmius-Gymnasium (UEG) sieht man sich gut vorbereitet. „Für uns hat Präsenzunterricht eine sehr hohe Bedeutung. In Anbetracht der bisherigen Erfahrungen mit der Pandemie und der derzeitigen Infektionslage in Niedersachsen halten wir eine Schulschließung nicht für angemessen“, sagt Ute Wieligmann, Schulleiterin des UEG. Sowohl ihre Lehrkräfte als auch die Schüler hätten Routine beim Einhalten der Hygienereglen. Sollte es doch dazu kommen, dass die Schulen wieder geschlossen werden müssen, habe man am Gymnasium Alternativen. „Auf Distanzunterricht sind wir gut vorbereitet. Dieser hat auch in der Vergangenheit gut funktioniert. Distanzunterricht ersetzt aber auf keinen Fall den Präsenzunterricht“, sagt die Schulleiterin.
Schulen unter Druck
Die Schulen sollen am Freitag einen Brief vom Ministerium erhalten haben, in dem auf das neue Jahr eingegangen wurden. Auch deshalb haben sich weitere Schulen, die diese Zeitung angefragt hat, nicht zurückgemeldet. Die Arbeitsbelastung für Schüler, Lehrer und Schulleitungen sei hoch. „Wir wünschen uns grundsätzlich rechtzeitige Informationen zu schulischen Veränderungen im Rahmen der Pandemie und vor allen Dingen klare Entscheidungen“, sagt Wieligmann beim Blick in die Zukunft.
Die Stadt Leer lobt den Umgang der Lehrkräfte und Schüler beim bisherigen Umgang mit der Pandemie. „Der bisher insgesamt glimpfliche Verlauf an den Leeraner Grundschulen ist dem Zusammenwirken der Einhaltung der landesrechtlichen Vorgaben, der guten Umsetzung und dem umsichtigen Handeln der Lehrer, Eltern und Schüler zu verdanken“, sagt Stadtsprecherin Sabine Dannen.
Auch im Landkreis Leer seien die Schulen gut auf die Herausforderungen vorbereitet. Man habe zudem die Schulen aufgerüstet. „Insgesamt sind 123 mobile Luftreiniger angeschafft worden. Bestellt sind, ebenfalls in Abstimmung mit unseren Schulen, zudem 386 CO2-Ampeln zur Überwachung der Luftgüte in Innenräumen“, sagt Philipp Koenen, Sprecher des Landkreises. Darüber hinaus seien alle Schulen im Kreisgebiet mit einem Breitbandanschluss ausgerüstet worden. „Zudem sind bedürftige Schülerinnen und Schüler an den kreiseigenen Schulen schon 2020 mit Tablets ausgestattet worden; auch die Lehrkräfte haben inzwischen digitale Endgeräte erhalten. Insofern sehen wir die Schulen technisch gut gerüstet“, sagt Koenen.
Testpflicht nach den Ferien
Nach den Ferien beginnt zudem eine besondere Testphase. Alle Kinder und Jugendlichen, die nicht vollständig geimpft oder genesen sind, testen sich zu Hause negativ und gehen dann in den Präsenzunterricht. Laut GEW stünden dazu ausreichend Testkits bereit. „Das senkt auf jeden Fall das Infektionsrisiko. Aber die angebotenen Tests sind nicht so wirksam“, bemängelt Störmer. Eingesetzt werden nämlich nicht die besonders genauen PCR-Tests, sondern Selbsttests.
Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne sagt: „Für Kinder und Jugendliche sind Schulen ‚Kritische Infrastruktur‘ und ‚systemrelevant‘ - für sie muss der Schulbetrieb auch bei hohen Infektionszahlen abgesichert werden.“ Nachschärfungen des aktuellen Regelwerks könne es aber geben, wenn die Lage es notwendig macht.