Osnabrück

Sanieren oder abwickeln? Es gibt besseres als Riester-Renten

Uwe Westdörp
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Von Uwe Westdörp
| 06.01.2022 17:41 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Dauerbaustelle Rente: Auch in der privaten Altersvorsorge liegt manches im Argen. Vielen Kritikern gilt die Riester-Rente als Sanierungsfall, manche würden sie am liebsten gleich ganz abwickeln. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa
Dauerbaustelle Rente: Auch in der privaten Altersvorsorge liegt manches im Argen. Vielen Kritikern gilt die Riester-Rente als Sanierungsfall, manche würden sie am liebsten gleich ganz abwickeln. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa
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Wie geht es weiter bei den Riester-Renten? Eine Klärung ist überfällig. Da legt die Rentenversicherung den Finger zu Recht in die Wunde. Zugleich bleibt die Frage nach besseren Alternativen zur privaten Altersvorsorge.

Das geht besser: Riester-Renten sind teuer, mit viel Bürokratie verbunden und renditeschwach. Das ist seit Jahren bekannt. Und doch findet sich im Koalitionsvertrag der Ampel nur ein einziger, eher allgemein gehaltener Absatz zum Thema private Altersvorsorge. Hat die Regierung keinen Plan?

Reformen sind überfällig, denn die gesetzliche Rente kann den Lebensstandard, den man im Arbeitsleben gewohnt war, bei Weitem nicht absichern. Gerade einmal 49 Prozent beträgt das Rentenniveau aktuell. Das heißt: Wer im Alter keine allzu großen Abstriche machen will, muss zusätzlich vorsorgen. Die mit hohen Abschluss- und Verwaltungskosten verbundenen Riester-Verträge haben aber nur wenig dazu beigetragen, Versorgungslücken zu schließen.

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Man sollte es nicht schönreden. Das Modell taugt nicht, schon gar nicht in Niedrigzinszeiten. Stattdessen braucht es renditestärkere Angebote, etwa in Form eines staatlich organisierten Altersvorsorgefonds, wie ihn andere Länder schon kennen. Auf die kostentreibende Regie von Banken und Versicherungen kann man dabei getrost verzichten.

Alternativ bietet sich an, die gesetzliche Rentenversicherung zu stärken. Denn sie hat sich auch in Krisenzeiten als Fels in der Brandung erwiesen. Und man weiß ja: Die nächste Finanzkrise kommt bestimmt. Dann ist es gut, bei der Rente nur zu einem ergänzenden kleinen Teil von Aktien und Wertpapieren abhängig zu sein.

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