Wetter

Ein Dezember wie im Bilderbuch – nur ohne Schnee

Stephanie Tomé
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Von Stephanie Tomé
| 07.01.2022 13:13 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Schlittschuhlaufen war im Dezember in Ostfriesland möglich – zumindest dort, wo es kein allzu großes Risiko darstellte, wie etwa auf der überspülten Wiese von Concordia Neermoor. Archivfoto: Lilienthal
Schlittschuhlaufen war im Dezember in Ostfriesland möglich – zumindest dort, wo es kein allzu großes Risiko darstellte, wie etwa auf der überspülten Wiese von Concordia Neermoor. Archivfoto: Lilienthal
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Die Daten der Wetterstation in Emden lassen meist auch Anzeichen für den Klimawandel in Ostfriesland erkennen. Doch im Dezember war es diesmal anders.

Emden - Knackig kalt, wenig Regen und viel Sonne: Der zurückliegende Dezember zeigte sich von seiner besten Seite, wenngleich er ohne Schneedecke auskam. Das lässt sich aus den Daten ablesen, die die Messstation des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am Emder Flugplatz aufgezeichnet hat. DWD-Mitarbeiter Erwin Lachmann hat sie ausgewertet. Er kommt zu dem Ergebnis, dass sich das Wetter der vergangenen Wochen ganz gut einreihen lässt in die Werte des sogenannten langjährigen Mittels. Dieses wird aus den Jahren 1961 bis 1990 errechnet und dient als Vergleich. In den letzten Monaten lagen die Temperaturwerte oft über denen des Mittels – doch nicht so der letzte Dezember.

Frostige Weihnachten

Die Weihnachtsfeiertage waren die kältesten in der Dezember-Auswertung Lachmanns. Am 26. Dezember maß die Station Werte von minus 10 Grad sowie minus 13,7 Grad fünf Zentimeter über dem Boden. An diesem Tag und auch am 1. Weihnachtsfeiertag lagen die Temperaturen durchgehend unter Null Grad. Aus diesem Grund gehen diese Tage als sogenannte Eistage in die Statistik ein.

An elf Tagen im Dezember gab es sogenannte Frosttage, das heißt, die Temperaturen erreichten mindestens ein Mal in 24 Stunden Werte im Minusbereich. Bodenfrost gab es an 16 Tagen im Dezember 2021. Die eisigen Temperaturen ließen viele Gewässer in Ostfriesland zufrieren. Wo das Wasser nicht allzu tief ist, trauten sich die ersten mit ihren Schlittschuhen auch schon auf das Eis. Insgesamt betrachtet lagen die Werte durchschnittlich bei 4 Grad, was einem Plus von 1,2 Grad im Vergleich zum langjährigen Mittel entspricht. Grund für die Abweichung eines ansonsten eher kalten Monats sind die warmen Temperaturen am letzten Tag des Jahres. An Silvester maß die Station Höchstwerte von 13,1 Grad. „Das ist schon außergewöhnlich für diese Jahreszeit“, sagt Erwin Lachmann.

Wenig Regen

Nicht unbedingt außergewöhnlich, aber dennoch abweichend vom Mittel ist die Niederschlagsmenge im Dezember. Fielen von 1961 bis 1990 durchschnittlich 69,6 Liter pro Quadratmeter, so waren es im zurückliegenden Monat lediglich 59,5 Liter. Das entspricht einem Minus von 14,5 Prozent. Am 23. Dezember fiel mit 13,7 Litern pro Quadratmeter der meiste Regen vom Himmel. Gleichzeitig zeigte sich die Sonne überdurchschnittlich häufig mit 49,2 Stunden im Vergleich zu 36,7 Stunden – oder anders ausgedrückt: 34 Prozent mehr.

Am windigsten war es am 1. Dezember. An diesem Tag blies der Wind mit einer Stärke von 8 auf der Beaufortskala beziehungsweise 79,6 Kilometern pro Stunde.

Wie sind die Aussichten?

Wie geht es nun weiter mit dem Wetter in Ostfriesland? Bis Mitte Januar bleibt es voraussichtlich kalt und nieselig. „Vielleicht kann es auch mal Schnee geben, der kurz liegenbleibt“, sagt Lachmann. Ab Mitte nächster Woche weichen verschiedene Wettermodelle voneinander ab. Man könne noch nicht absehen, ob das Wetter so bleibt wie aktuell oder ob sich ein Hoch ausbreitet, so Lachmann.

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