Unterstützung
Aus dem kleinen Hilfswerk soll ein Verein werden
An die 200 Bedürftige erhalten Hilfe und Lebensmittel über „Hermas Spendenbox“ aus Wiesmoor. Nun will sich die kleine Organisation eine eigene Rechtsform geben.
Wiesmoor - Wenn es ums Helfen geht, ist Herma Schoon eine, die anpackt. Eine, die sich sofort einsetzt, nicht lang schnackt, sondern die Ärmel hochkrempelt und mit all ihren Kräften versucht, denen, die nichts oder wenig haben, pragmatisch Dinge zu ermöglichen. Auf diese Weise hat die Wiesmoorerin in den vergangenen vier Jahren ein kleines Hilfswerk aufgebaut, dessen 16 ehrenamtliche Helfer die Woche hindurch ausschwärmen, um Lebensmittel einzusammeln. Um die 200 Bedürftige, vorwiegend aus den Kreisen Aurich und Wittmund, werden über „Hermas Spendenbox“ versorgt mit Lebensmitteln, aber auch mit anderen Hilfsgütern, die benötigt werden. Während „die Box“ bislang mit Hilfskonstruktionen agierte, soll sie nun mit einiger Verspätung neue Strukturen erhalten und rechtlich auf eigene Füße kommen. Formal und räumlich ist die „Spendenbox“ eine Gruppe innerhalb der Kirchengemeinde Marcardsmoor. „Wir sind darüber versichert und sehr dankbar, dass wir dort ein Lager im Gemeindehaus haben und das Gebäude für die Spendenausgabe nutzen dürfen“, sagt Herma Schoon.
Was und warum
Darum geht es: „Hermas Spendenbox“ geht Schritte hin zu einem eigenen Verein
Vor allem interessant für: Bedürftige und alle, die die „Spendenbox“ unterstützen möchten
Deshalb berichten wir: Bereits Ende vorigen Jahres hatte Herma Schoon angekündigt, ihr kleines Hilfswerk auf neue Füße stellen zu wollen. Wir haben nun nachgefragt, wie es darum steht. Den Autoren erreichen Sie unter: o.cordsen@zgo.de
Zusätzlich hatte das kleine Hilfswerk sich zuletzt der sogenannten Lazarus-Union angeschlossen, einer internationalen Nichtregierungs-Organisation, die nach eigenen Angaben das karitative und gesellschaftliche Wirken und den Einsatz für Aussätzige des erloschenen Lazarus-Ritterordens fortführen will.„Aber es geht für uns jetzt darum, dass wir stärker auf eigene Füße kommen, selbst den nächsten Schritt machen und ein gemeinnütziger Verein werden“, fügt sie an. Eine eigene Rechtsform soll her. „So können wir dann auch Geldspenden annehmen und Spendenquittungen sowohl für Geld- als auch für Sachspenden ausstellen.“ An diesem Montag hat sich Herma Schoon deswegen nach eigenen Angaben zu ihrem Rechtsanwalt und Notar aufgemacht. Am kommenden Freitag möchte sie einen Vorstand für den Verein wählen und die Satzung beschließen lassen. „Danach geht es dann zur Prüfung zum Finanzamt und zum Amtsgericht nach Aurich, und danach hoffen wir dann sehr, dass wir den Status als gemeinnütziger Verein bekommen“, sagt sie.
Bedarf an Hilfe wächst weiter
Der Bedarf an Hilfe und Unterstützung wachse weiter, das habe sich gerade in den Wochen vor Weihnachten noch einmal deutlich gezeigt. „Es werden wirklich immer mehr Familien, die sich an uns wenden. Und immer häufiger sind das zum Beispiel Leute, die aufgrund der wirtschaftlichen Pandemie-Folgen ihre Arbeit verloren haben, vom Arbeitslosengeld nur schwerlich ihr Haus abbezahlen können und wo es dann gerade beim Lebensunterhalt kneift“, sagt die Wiesmoorerin. „Zugleich spüren wir einen riesigen Zuspruch aus der Bevölkerung. Da sind viele, die helfen und unterstützen möchten. Und wenn wir ein Verein sind, dann können Menschen beitreten – und wir können die kleinen Mitgliedsbeiträge zusätzlich nutzen, um Bedürftigen zu helfen.“
Martin Kaminski, der Herma Schoons Einsatz als Pastor in Marcardsmoor über Jahre begleitet hat, sagte kürzlich, „ihr Engagement bis an den Rand der Erschöpfung ist wirklich bewundernswert“. Schön sei, dass auf diese Weise auch das Gemeindehaus noch einmal stärker innig genutzt werde für Nächstenliebe. „Und auch die Nachhaltigkeit des Projekts ist toll, indem Dinge ein weiteres Leben erhalten, die nicht mehr benötigt wurden. Das hat anfangs für unglaublich viele Probleme gesorgt, wenn Leute da mit ihrem verschimmelten Keller ankamen und Sperrmüll entsorgen wollten und die Helfer die Annahme nicht ablehnen mochten – um das Ganze dann selbst wieder fuhrenweise zur Mülldeponie zu karren. Aber das hat sich toll entwickelt.“