Stockholm
Zigaretten wegschnipsen wird teuer! Schweden bestraft Umweltsünder
Ab dem kommenden Jahr wird es in Schweden strafbar, selbst Kleinstmüll auf die Straße zu werfen. Welche Strafen drohen.
Sogar im Vergleich mit Deutschland und Österreich gilt Schweden als sauber. Doch das skandinavische Land soll ab dem kommenden Jahr noch sauberer werden.
Ab Anfang Januar 2022 muss jeder Schwede, der unter Aufsicht von (anzeigewilligen) Augenzeugen seinen Müll auf den Boden wirft, mit einem Bußgeld von rund 80 Euro rechnen. Viele Fragen bleiben dabei jedoch offen.
Vermüllung in Schweden wird unter Strafe gestellt
Gilt das neue „Abfallgesetz“ auch für Einkaufszentren, und was passiert, wenn man versehentlich etwas wegwirft? Was geschieht mit verschossenen Tennis- und Golfbällen? All das wird nun lebhaft diskutiert.
Die Vermüllung war zwar schon bisher verboten, aber jetzt wird sie auch unter Strafe gestellt. „Wir haben in der Vergangenheit schon Glasflaschen, Fast-Food-Kartons und Ähnliches gemeldet“, sagt Polizist Mikael Ericsson dem öffentlich rechtlichen Sender SVT.
Kleinen Abfälle wie Zigarettenstummel und Snus
Der größte Teil des Mülls bestünde jedoch aus kleinen Abfällen wie Zigarettenstummeln und den typisch schwedischen Snus. Kleine Bällchen mit Nikotin, die unter die Oberlippe an das Zahnfleisch geklemmt werden.
Im Auftrag der schwedischen Umweltschutzbehörde führte die Organisation „Keep Sweden Clean“ im vergangenen Jahr eine Umfrage zum Thema Abfall durch. In einer Woche wurden 35 Millionen Stück Abfälle vom Straßenfegern aufgesammelt, von denen rund 80 Prozent aus Zigarettenkippen und Snus bestand.
„Es ist wichtig, dass man seine Zigarettenkippen an der richtigen Stelle entsorgt“, sagt Mikael Ericsson.