Einzelhandel
Händler spüren zum Jahresende leichten Aufwind
Die Kundenfrequenz im ostfriesischen Einzelhandel ist nach der Abschaffung der 2G-Regel wieder leicht gestiegen. Doch Kunden bleiben verunsichert.
Emden/Hannover - In den letzten Tagen des Jahres werden im niedersächsischen Handel viele zu Weihnachten verschenkte Gutscheine eingelöst. Generell sei die Kundenfrequenz auch nach Weihnachten jedoch noch deutlich unter dem Niveau von vor der Corona-Pandemie, sagt Mark Alexander Krack, der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Niedersachsen-Bremen. Gutscheine waren demnach auch in diesem Jahr beliebte Geschenke – diese seien schnell verfügbar und auch für den stationären Handel online zu bestellen.
Den positiven Trend bestätigt auch Johann Doden, der Hauptgeschäftsführer des Einzelhandelsverbands (EHV) Ostfriesland: „Es ist durchaus ein bisschen was unterwegs“, sagt er. In Emden habe er in der Innenstadt sogar einige Touristen gesehen, welche die freien Tage zwischen Weihnachten und Neujahr für einen Ausflug genutzt hätten. Die Händler in der Region würden für diese Zeit auf das ein oder andere gute Geschäft hoffen, so Doden. Denn: „Der Einzelhandel hat gelitten“ – zuletzt auch unter der „unklaren Situation“ vor den Feiertagen.
Geschäfte mussten viele Fragen nach geltenden Regeln beantworten
Im Gegensatz zu anderen Bundesländern gilt im niedersächsischen Einzelhandel nicht die 2G-Regel, somit können auch nicht gegen das Coronavirus geimpfte Menschen shoppen gehen. Die Regel hatte das Oberverwaltungsgericht in Lüneburg vor knapp zwei Wochen gekippt, weil die Maßnahme laut Gericht zur weiteren Eindämmung des Coronavirus nicht notwendig und auch nicht mit dem allgemeinen Gleichheitsgrundsatz vereinbar ist.
Viele Bürgerinnen und Bürger habe dieses Hin und Her verunsichert, sagt Doden. In den Geschäften seien viele Nachfragen wegen der geltenden Regeln eingegangen. Dennoch habe es nach der Abschaffung der 2G-Regel, die nur wenige Tage in Kraft war, wieder etwas mehr Frequenz in den Läden gegeben. „Das war ein Stück weit zu spüren“, so Doden. Er sagt aber auch: „Ich hätte mir persönlich mehr erhofft.“ Das gelte auch für die Bestimmungen zum Corona-Schutz: Doden meint, klare Regeln hätten dem Handel womöglich ein besseres Weihnachtsgeschäft beschert. „Die Politik hat unglücklich agiert.“
Aktuell benötigen Kunden in Geschäften in Niedersachsen lediglich eine FFP2-Maske, sofern sie 14 Jahre oder älter sind. Der Einkaufstourismus aus benachbarten Bundesländern, in denen die 2G-Regel im Handel gilt, spiele bislang dennoch keine größere Rolle, betont Krack. Dies sei auch mit niederländischen Kunden der Fall – im Nachbarland sind wegen der Pandemie viele Geschäfte geschlossen.
Mit Material von DPA