Technik

Hilfe gegen Krebsgefahr für Feuerwehrleute

Marion Luppen
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Von Marion Luppen
| 26.12.2021 18:22 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Der Gerätewagen Hygiene ist in Ochtelbur stationiert, kann aber von allen Feuerwehren der Gemeinde Ihlow verwendet werden. Foto: Firma Schoon
Der Gerätewagen Hygiene ist in Ochtelbur stationiert, kann aber von allen Feuerwehren der Gemeinde Ihlow verwendet werden. Foto: Firma Schoon
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Die Feuerwehr Ihlow betritt Neuland: Künftig können die Einsatzkräfte noch am Ort des Feuers duschen und sich umziehen, in einem Hygienefahrzeug. Das hat einen ernsten Hintergrund.

Ihlow/Wiesmoor - Noch an der Einsatzstelle duschen und sich umziehen: Das ist Feuerwehrleuten in der Gemeinde Ihlow dank einer Neuanschaffung künftig möglich. So soll die Verschleppung krebserregender Giftstoffe aus dem Brandrauch verhindert werden. Feuerwehrleute erkranken überdurchschnittlich häufig an Krebs.

Die Ortsfeuerwehr Ochtelbur hat einen Gerätewagen Hygiene bekommen. Kurz vor Weihnachten holten Mitglieder das Fahrzeug bei der Firma Schoon Fahrzeugsysteme in Wiesmoor ab. Die Entwicklung des Spezialfahrzeugs hat rund drei Jahre gedauert. Ab Januar soll es einsatzbereit sein. Betreten wird der Gerätewagen Hygiene im Heckbereich. Hinter dem Fahrzeug sollen die Feuerwehrleute bereits Helme und Stiefel ablegen. Im ersten Raum ziehen sie dann die restliche Kleidung aus. Im nächsten Raum wird geduscht. Neu eingekleidet, entweder mit Ersatz-Einsatzkleidung oder mit Trainingsanzügen, verlassen die Feuerwehrleute den Aufbau des Fahrzeugs auf der Fahrerseite wieder. „So wird eine Kontaminationsverschleppung verhindert“, schreibt Erik Siemering von der Feuerwehr Ochtelbur.

Gemeinde mietet das Fahrzeug

Stationiert wird das neue Fahrzeug in Ochtelbur. „Es soll aber in der gesamten Gemeinde Ihlow zum Einsatz kommen“, sagt Gemeindebrandmeister Heyo Voß. Durch Rauch kontaminierte Einsatzkleidung wird am Fahrzeug in verschließbaren Behältern gesammelt und dann zur Reinigung durch eine Fachfirma gegeben.

Bürgermeister Arno Ulrichs (parteilos) hatte kürzlich von einem Pilotprojekt gesprochen. Das Fahrzeug werde von der Gemeinde daher nicht gekauft, sondern zunächst für zwei Jahre gemietet.

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