Greta Thunberg
Den Zenit überschritten
Die Appelle von Greta Thunberg verlieren an Wucht. Die Politik hat die Dringlichkeit für mehr Klimaschutz erkannt – doch es kann nicht alles so schnell gehen, wie es Aktivisten gern hätten.
Greta Thunbergs Kritik, wonach es Deutschland an Engagement beim Klimaschutz mangele, war zu erwarten. Klimaaktivisten sind sehr, sehr schwer zufriedenzustellen. Ihnen sind alle Maßnahmen zur Reduktion des CO2-Ausstoßes zu wenig, zu halbherzig und zu spät. Die von Thunberg ins Leben gerufene „Fridays for Future“-Bewegung hat das Bewusstsein für mehr Dringlichkeit beim Klimaschutz geweckt. Das ist gut und hat seine Berechtigung. Der Vorwurf, die Politik tue immer noch so, „als ob alles in Ordnung wäre“ trifft aber längst nicht mehr zu.
Deutschland hat seit der Jahrtausendwende im weltweiten Vergleich ein ordentliches Tempo beim Ausbau regenerativer Energien an den Tag gelegt. Zudem wurden die Ziele zur Minderung des Ausstoßes von Treibhausgasen in jüngster Zeit deutlich verschärft.Und sogar Deutschlands oberste Richter haben die Politik zu mehr Engagement beim Klimaschutz verdonnert.
Zum Nulltarif wird das nicht zu haben sein, es wird Wirtschaft und Gesellschaft einiges abverlangen. Wer die Menschen aber immer nur mit Katastrophenszenarien konfrontiert, wird früher oder später in Kauf nehmen müssen, dass sie sich frustriert abwenden. Der Hype um Thunberg ist vorbei. Die Wirkungsmacht ihrer Mahnungen hat ihren Zenit überschritten. So droht sie ihren Einfluss auf politischer Ebene zu verspielen.