Berlin

Offener Brief an die Regierung: Ärzteverbund stellt „Impfdruck“ in Frage

Redaktion
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Von Redaktion
| 21.12.2021 13:51 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Der Verbund "Ärzte stehen auf“ mobilisiert seit einigen Monaten gegen die Corona-Maßnahmen, erfährt aus medizinischen Kreisen aber auch regelmäßig scharfe Kritik. Foto: imago-images/Christoph Hardt
Der Verbund "Ärzte stehen auf“ mobilisiert seit einigen Monaten gegen die Corona-Maßnahmen, erfährt aus medizinischen Kreisen aber auch regelmäßig scharfe Kritik. Foto: imago-images/Christoph Hardt
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In einem offenen Brief an die Abgeordneten des Deutschen Bundestags sowie Bundeskanzler Olaf Scholz prangert der bei zahlreichen Medizinern in der Kritik stehende Verbund "Ärzte stehen auf“ den aus ihrer Sicht „geringen Nutzen“ sowie vermeintlich „unklare Risiken durch die COVIDImpfungen“ an.

Der Verbund "Ärzte stehen auf“ mobilisiert seit einigen Monaten gegen die Corona-Maßnahmen, erfährt aus medizinischen Kreisen aber auch regelmäßig scharfe Kritik, weil er eine Minderheitenposition vertritt und zahlreiche Mitglieder eher fachfremden Disziplinen angehören.

In einem offenen Brief, gerichtet an die Abgeordneten des Deutschen Bundestags sowie Bundeskanzler Olaf Scholz, prangerte der Verbund nun den aus ihrer Sicht „geringen Nutzen“ sowie vermeintlich „unklare Risiken durch die COVIDImpfungen“ an. 

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„Mit großer Sorge nehmen wir wahr, dass unsere Gesellschaft in gegen-COVIDGeimpfte und Ungeimpfte gespalten wird und dass auf Ungeimpfte ein wachsender Druck ausgeübt wird, sich impfen zu lassen. Wir fordern die Regierung auf, dieser Spaltung Einhalt zu gebieten und alle direkten und indirekten Zwangsmaßnahmen mit dem Ziel einer Impfung von bisher Ungeimpften nicht nur einzustellen, sondern aktiv zu unterbinden“, heißt es in dem Schreiben.

Eine Effektivität der Impfungen zum Schutz vor schweren Verläufen sei „aufgrund der kurzen Beobachtungszeit und der zu geringen Ereigniszahlen“ nicht aussagekräftig zu belegen. Aus Sicht des Verbunds seien ebenso „weder Aussagen zur Langzeiteffektivität“ noch „zur Verhinderung von schweren Verläufen oder Todesfällen“ möglich. Die Ärzte beziehen sich diesbezüglich auf eine israelische Studie, in deren Rahmen je 596.618 Geimpfte und Ungeimpfte hinsichtlich des Risikos COVID-bedingter Hospitalisierung oder Tod verglichen wurden. 

Zudem lasse die relative Impfeffektivität gegen SARS-CoV-2-Mutanten im zeitlichen Verlauf nach, eine schwedische Studie würde belegen, dass bereits nach sechs bis sieben Monaten nicht mehr von einem Schutz ausgegangen werden könne. Auch die Booster-Impfung werde „das COVID-Problem“ nicht lösen, heißt es in dem offenen Brief, der des Weiteren mögliche Risiken der Impfung sowie die Infektiösität von Geimpften und Ungeimpften thematisiert.

Der Verbund fordert in seinem Fazit von der Regierung, einen „sofortigen Stopp der Ausgrenzung und Einschränkung von ungeimpften Kindern und Jugendlichen“, „das sofortige Ende der Diskriminierung von Ungeimpften und der Ungleichbehandlung von Geimpften und Ungeimpften im öffentlichen Leben“ sowie „eine Rückkehr der politischen und medizinischen Entscheidungsträger zu (wissenschaftlicher) Neutralität“. Man müsse weg von einer „Panikpolitik, die sowohl gezielt wissenschaftliche Tatsachen ignoriert als auch die freiheitlich-demokratischen Grundwerte mit Füßen tritt.“

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