Umwelt
Emden bekommt Negativ-Naturschutz-Preis für geplantes Baugebiet
Der Naturschutzbund Deutschland vergibt den „Dinosaurier des Jahres“ nach Emden. Mit dem Negativpreis werden Personen oder Projekte „ausgezeichnet“, die antiquiert mit dem Thema Umwelt umgehen.
Emden - Emden hat einen Dinosaurier erhalten. Das ist in diesem Fall aber nichts Gutes, sondern ein Negativpreis vom Naturschutzbund (Nabu) Deutschland. Jährlich vergibt dieser einen „Dinosaurier des Jahres“ für Persönlichkeiten oder Projekte, die in Fragen des Umwelt- und Klimaschutzes aus der Zeit gefallen sind. In Emden geht der Preis jetzt an das geplante Mega-Baugebiet Conrebbersweg-West.
Emden soll damit symbolisch für alle derzeitigen Bauprojekte in Deutschland herhalten, bei denen zu viele Flächen versiegelt werden. „Wir müssen dem Flächenfraß Einhalt gebieten“, sagte Nabu-Präsident Jörg-Andreas Krüger in einem Pressegespräch am Montagmorgen. Die hier angedachte Siedlungspolitik sei stark veraltet, meinte auch Stefan Petzold, Nabu-Referent für Siedlungsentwicklung. Statt weiterhin dem Motto „Bauen, Bauen, Bauen“ zu folgen, sollten bereits bebaute Flächen effektiver genutzt werden.
Seit 1993 wird der Nabu-Preis verliehen. Im vergangenen Jahr ging er an das Autobahnprojekt „A26 Ost“ in Hamburg. Zuvor war der Preis nur an Personen vergeben worden – etwa an Philipp zu Guttenberg, Präsident der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände (AGDW), Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbands (DBV) und Ilse Aigner (CSU), Bundeslandwirtschaftsministerin.
Ein ausführlicher Bericht folgt.