Ortsentwicklung

Jemgum wird attraktiver – nicht nur für Radfahrer

Tatjana Gettkowski
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Von Tatjana Gettkowski
| 20.12.2021 18:32 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Nicht nur Sportler nutzen die Brücke zum Deich gerne. Für Ausflügler ist sie eine schnelle Verbindung in den Ortskern. Foto: Gettkowski
Nicht nur Sportler nutzen die Brücke zum Deich gerne. Für Ausflügler ist sie eine schnelle Verbindung in den Ortskern. Foto: Gettkowski
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Jemgum ist beliebter Startpunkt für Fahrradausflüge nach Ditzum. Für die Tagesgäste soll der Ort jetzt attraktiver gemacht werden. Verschiedene Maßnahmen entlang der Dollart Route sind geplant.

Jemgum - Jemgum ist ein beliebter Startpunkt für Tagestouren nach Ditzum und in andere Teile des Rheiderlands. „Man kann immer wieder beobachten, dass Tagesgäste ihre Fahrräder auf dem Träger ihres Autos oder Wohnmobils mitbringen“, schildert Bürgermeister Hans-Peter Heikens seine Beobachtungen. Für sie, aber auch für Einwohner von Jemgum soll an der Deichstraße ein neuer Parkplatz geschaffen werden. Realisieren will die Gemeinde das Vorhaben auf dem eigenen Grundstück unweit der Carl-Goerdeler-Schule am Deich. Der Bau des Parkplatzes ist eines von drei Projekten, die die Gemeinde mit einem Zuschuss aus dem Programm „Perspektive Innenstadt“ realisieren will.

Was und warum

Darum geht es: In Jemgum sind drei Projekte geplant, von denen Touristen und Einheimische gleichermaßen profitieren. Das Beste: Die Gemeinde muss nur einen Bruchteil der Kosten selber zahlen.

Vor allem interessant für: Jemgumer, aber auch Urlauber und Tagesgäste aus der Region, die Ausflüge auf der Internationalen Dollard Route unternehmen

Deshalb berichten wir: In der jüngsten Sitzung des Bauausschusses wurden drei Projekte vorgestellt, die mit Hilfe von Fördergeldern realisiert werden.

Die Autorin erreichen Sie unter: t.gettkowski@zgo.de

Gemeinsam mit der Gemeinde Bunde wurde Jemgum im September in das Förderprogramm aufgenommen. Ziel des Programms ist es, Folgen der Pandemie in den Ortskernen abzupuffern. Das Fördergeld soll für Vorhaben im Ortskern verwendet werden, die einen Beitrag zur Besucherfrequenz leisten. Beiden Kommunen steht ein Budget in Höhe von 172.000 Euro zur Verfügung. 90 Prozent der Kosten für die geplanten Maßnahmen kommen aus dem Förderprogramm. „Am liebsten hätten wir das gesamte Grundzentrum von Jemgum als Vorhabengebiet festgelegt, aber das war leider nicht möglich“, berichtete der Bürgermeister in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Bau-, Raumplanung, Umwelt- und Klimaschutz. Der Zeitplan ist knapp bemessen. Den Antrag für das erste der drei Projekte muss die Gemeinde bis zum 31. März kommenden Jahres einreichen. Der erste der drei Aufträge soll daher kurzfristig an ein Planungsbüro übergeben werden. Als erste Maßnahme soll allerdings nicht der Bau des Parkplatzes realisiert werden.

Die Wegeverbindung vom Rathaus zur Langen Straße ist vorhanden. Das Kopfsteinpflaster birgt aber für Menschen, die dort beispielsweise mit Rollator unterwegs sind, Gefahren. Foto: Gettkowski
Die Wegeverbindung vom Rathaus zur Langen Straße ist vorhanden. Das Kopfsteinpflaster birgt aber für Menschen, die dort beispielsweise mit Rollator unterwegs sind, Gefahren. Foto: Gettkowski

Wegeverbindung soll sicherer werden

Nummer eins auf der Prioritätenliste soll die Schaffung einer Fußwegverbindung vom Rathaus in die Lange Straße sein. „Viele Besucher nutzen das Gelände rund ums Rathaus zum Parken, um von dort aus den alten Ortskern zu Fuß zu erkunden“, so Heikens. Ein Weg mit Klinkerpflaster ist dort zwar vorhanden. „Der Weg ist aber rutschig. Wenn Leute mit Rollator auf das Kopfsteinpflaster am Rand geraten, kann das gefährlich werden“, so Heikens. Außerdem müsste eine neue Fußgängerbrücke über den Brandschlot gebaut werden. Die alte ist marode.

Viele Kinder und Jugendliche nutzen die Strecke auf dem Weg zur Schule oder zur Sporthalle. Foto: Gettkowski
Viele Kinder und Jugendliche nutzen die Strecke auf dem Weg zur Schule oder zur Sporthalle. Foto: Gettkowski

Ebenfalls um eine Brückenverbindung geht es bei dem dritten Projektvorschlag. Entlang des Emsdeichs führt die Internationale Dollard Route. Für viele Tagesgäste und Fahrradtouristen, die auf dem Radweg unterwegs sind, ist die kleine Brücke über die Soleleitung in Höhe des Sportzentrums eine kurze Verbindung zur Ortsmitte, um sich dort beim Nah-und-Gut-Markt Blank zu versorgen oder im Café der Bäckerei eine Rast einzulegen. „Auch diese Brücke ist abgängig“, machte Hans-Peter Heikens deutlich.

Im Ortskern von Jemgum darf nur noch auf gekennzeichneten Flächen geparkt werden. Weil sich die Zahl der Parkplätze reduziert hat, soll an der Deichstraße eine Ersatzfläche geschaffen werden, die gleichzeitig auch Parkmöglichkeiten für Tagesgäste bieten soll. Foto: Gettkowski
Im Ortskern von Jemgum darf nur noch auf gekennzeichneten Flächen geparkt werden. Weil sich die Zahl der Parkplätze reduziert hat, soll an der Deichstraße eine Ersatzfläche geschaffen werden, die gleichzeitig auch Parkmöglichkeiten für Tagesgäste bieten soll. Foto: Gettkowski

Neuer Rastplatz für Fahrradfahrer

Diese beiden Wegeverbindungen umzusetzen, wurde im Ausschuss einstimmig beschlossen. Beim geplanten Bau des Parkplatzes an der Deichstraße gab es zwei Enthaltungen von „Jemgum 21“. Die Fraktion hält die Lage für zu weit abgelegen. In den Augen des Bürgermeisters spricht aber einiges für den Standort. Das 1400 Quadratmeter große Grundstück befindet sich im Eigentum der Gemeinde. Es soll außerdem nicht nur für Tagesgäste eine Parkmöglichkeit bieten. „Durch die Neuregelung der Parkplatzsituation im Ortskern kann hier auch Ersatz für Anwohner geschaffen werden, die keine eigene Auffahrt auf ihrem Grundstück haben“, so Heikens.

Für Nutzer der Dollard Route ist in Höhe der Deichstraße sogar noch eine weitere Verbesserung geplant. Hier soll ein neuer Fahrradrastplatz gebaut werden. Diese Maßnahme erfolgt allerdings im Rahmen eines gemeinsamen Förderantrags der drei Rheiderland-Kommunen. Dabei geht es um die Erneuerung der sogenannten Viehsperren entlang der Internationalen Dollard Route.

Ein Viehgitter auf der Brücke zum Sportzentrum verhindert, dass die am Deich weidenden Schafe die Brücke überqueren und ausbüxen. Foto: Gettkowski
Ein Viehgitter auf der Brücke zum Sportzentrum verhindert, dass die am Deich weidenden Schafe die Brücke überqueren und ausbüxen. Foto: Gettkowski

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