Corona

Friedeburger sollen sich auch im Auto testen lassen

Susanne Ullrich
|
Von Susanne Ullrich
| 18.12.2021 06:58 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Test- und sogar Impfzentren im Drive-in-System gibt es bislang in der Gemeinde Friedeburg keine. Bald schon sollen aber hier erste Corona-Schnelltests bequem im eigenen Auto gemacht werden. Foto: Archiv/Ortgies
Test- und sogar Impfzentren im Drive-in-System gibt es bislang in der Gemeinde Friedeburg keine. Bald schon sollen aber hier erste Corona-Schnelltests bequem im eigenen Auto gemacht werden. Foto: Archiv/Ortgies
Artikel teilen:

Einfach die Seitenscheibe herunterkurbeln und schon kann es losgehen: So einfach sollen Corona-Schnelltests bald im Drive-In-Testzentrum in der Gemeinde Friedeburg gemacht werden können.

Friedeburg - Am Sonntag mal eben schnell ins Fitnessstudio? Aktuell gar nicht so leicht in der Gemeinde Friedeburg. Wer vor dem Sport einen negativen Corona-Test benötigt, muss weite Wege auf sich nehmen, sagt Bürgermeister Helfried Goetz (parteilos) auf Nachfrage. Denn getestet wird in Friedeburg nur wochentags in der Zeit von 6.15 bis 18 Uhr. Zu wenig, da sind sich Rat und Verwaltung einig. Der Wittmunder Kreisverwaltung wurde weiterer Bedarf gemeldet. „Wir haben zugesichert, diesen Wunsch dem DRK mitzuteilen und darauf hinzuwirken, dass die Kapazitäten dort weiter hochgefahren werden“, teilt die Kreisverwaltung mit. Der Gemeinde sei aber mitgeteilt worden, dem DRK fehle Personal.

Was und warum

Darum geht es: Die Friedeburger beklagen sich über mangelnde Corona-Testmöglichkeiten, vor allem an den Wochenenden. Zwei weitere Anbieter stehen nun in den Startlöchern.

Vor allem interessant für: die Bevölkerung im ländlichen Bereich Ostfrieslands

Deshalb berichten wir: Der Engpass wurde wiederholt in der Politik auf Gemeinde- und Kreisebene thematisiert.

Die Autorin erreichen Sie unter: s.ullrich@zgo.de

Getestet wird darüber hinaus in der Physiotherapiepraxis Buder am Dorfplatz von Friedeburg, allerdings auch dort nur wochentags von 8 bis 12 Uhr und zusätzlich dienstags und donnerstags von 15 bis 17 Uhr. Testergebnisse dürfen aber derzeit nicht älter als 24 Stunden sein. Das gilt auch für Aktivitäten am Wochenende. Wer bis nach Wittmund fährt, bekommt dort auch sonnabends zwischen 8 und 16 Uhr ein kostenloses Angebot für einen Bürgertest. Andere Friedeburger fahren laut Goetz je nach Wohnort nach Wiesmoor, Sande oder Zetel. In Wiesmoor beispielsweise gibt es drei Zentren, die auch sonntags testen. Möglicherweise gehören diese Wege bald der Vergangenheit an: Das Gesundheitsamt des Landkreises Wittmund hat jetzt zwei weiteren Anbietern grünes Licht für die Errichtung weiterer Testzentren gegeben.

Drive-In für Friedeburg und Horsten

Beides werden Drive-in-Testzentren. Die Testperson fährt also mit dem Auto sozusagen ins Testzentrum hinein. Sie muss nicht aussteigen, nur die Seitenscheibe herunterkurbeln. Eines der Testzentren soll Goetz zufolge direkt in Friedeburg eröffnen, das zweite in Horsten. Die Gemeinde habe im Vorfeld mit beiden Interessenten Gespräche geführt. Ob die am Wochenende Abstriche machen werden, wisse er nicht, sagte er auf Nachfrage. Auch die Kreisverwaltung konnte dies nicht beantworten.

Erst einmal erhöhen sich aber wochentags die Corona-Testkapazitäten in der Gemeinde Friedeburg. Auch das war ein Anliegen der Gemeinde: Goetz zufolge kommt es am DRK-Testzentrum immer wieder zu längeren Wartezeiten. Die Leute würden oft ungeschützt bei Wind und Wetter an der Friedeburger Hauptstraße anstehen, moniert Ortsvorsteher Hans-Hermann Lohfeld (SPD). In einer Woche etwa, so die Schätzung des Bürgermeisters, könnte die Infrastruktur in Friedeburg stehen. Relativ schnell, denn der Betreiber sei kein Neuling und würde bereits zwei Testzentren bespielen. In Horsten wird es Goetz zufolge vermutlich länger dauern. Am Mittwoch, 22. Dezember, wird es in der Zeit von 11 bis 16 Uhr zudem erstmals ein offenes Impfangebot des mobilen Impfteams für Erst-, Zweit- und Boosterimpfungen im Hotel Deutsches Haus in Friedeburg geben. Termine können über die Internetseite des Landkreises Wittmund online gebucht werden.

Ein möglicherweise wichtiges Signal in der Flächengemeinde Friedeburg: Wie in vielen anderen ländlichen Bereichen Ostfrieslands sind die Einwohner hier fast immer auf das Auto angewiesen, Testen und Impfen sind da keine Ausnahme. In den Ortschaften der Gemeinde nimmt man das mit Gelassenheit hin. Die Reepsholter würden nicht klagen, sagt ihr Ortsvorsteher Hartmut Onken (SPD). „Die Leute kennen es, dass sie fahren müssen.“ Von Reepsholt aus würden die meisten zu den Testzentren nach Friedeburg, aber auch Wittmund oder Schortens fahren. Auch die Bentstreeker beschwerten sich nicht bei ihm, sagt Ortsvorsteher Detlef Grüßing (CDU). Testzentren in Friedeburg, Remels oder Wiesmoor würden von dort aus bei Bedarf angesteuert.

Ähnliche Artikel