Berlin

Hohe Preise, wenig Service: Der Einzelhandel hat Mitschuld am Online-Boom

Mark Otten
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Von Mark Otten
| 16.12.2021 18:31 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Immer mehr Menschen bestellen im Internet – das geht zu Lasten des stationären Einzelhandels. Foto: Bernd Weißbrod/dpa
Immer mehr Menschen bestellen im Internet – das geht zu Lasten des stationären Einzelhandels. Foto: Bernd Weißbrod/dpa
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Immer mehr Menschen bestellen Dinge im Internet, für die sie sonst in die Innenstadt gefahren sind. Kein Wunder, bei dem gebotenen Service in vielen Geschäften. Ein Kommentar.

Es kommen schwere Zeiten auf die Innenstädte und den stationären Einzelhandel zu. Zwar ist längst bekannt, dass die Zahl der Online-Bestellungen und -Besteller stetig wächst. Doch die neuen Zahlen des Statistischen Bundesamts zeichnen ein besonders düsteres Bild: Demnach kaufen Kunden vor allem Kleidung, Schuhe, Accessoires und Sportartikel im Internet ein - genau die Waren also, für die Menschen bisher in die Läden gekommen sind, um sie anzuprobieren und sich beraten zu lassen. Doch das passiert immer seltener und wird sich auf lange Sicht nicht mehr ändern.

Der Einzelhandel hat selbst Schuld

Zur Wahrheit gehört, dass viele Händler die Kunden quasi ins Netz getrieben haben. Die angebliche Fachberatung, mit denen die Betreiber gerne höhere Preise im Vergleich zum Online-Handel rechtfertigen, gibt es seit Jahren immer seltener. Bei den großen Filialisten gibt es mitunter gar keine Fachkräfte mehr. Dort räumen die Angestellten höchstens noch auf. Kein Wunder, dass immer mehr Kunden lieber bei Amazon und Co. bestellen.

Online bietet mehr Komfort

Dort gibt es häufig nicht nur niedrigere Preise, sondern auch mehr Komfort. Denn dank kostenlosen Retouren bestellen Kunden Kleidung einfach in verschiedenen Größen oder Farben, probieren alles ungestört zuhause an und schicken zurück, was nicht passt oder gefällt.

Die Nachteile des Onlinehandels sind nicht gelöst 

Doch das hat seinen Preis. Neben dem Verpackungsmüll, Lieferverkehr und unzähligen Retouren, die zerstört werden müssen, sind auch die zweifelhaften Arbeitsbedingungen in der Lieferkette ein Problem. Diese Themen muss der Onlinehandel zügig lösen. Der Komfort der Kunden kann nicht dauerhaft zu Lasten von Angestellten und Umwelt gehen.

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