Osnabrück
Britney Spears: Der Befreiungsschlag des Jahres
Musikalisch hält sich Britney Spears seit geraumer Zeit zurück. Dafür feiert sie auf einem anderen Gebiet einen wichtigen Erfolg: Nach 13 Jahren ist sie wieder ein freier, selbstbestimmter Mensch.
Von der Bühne hat Britney Spears Urlaub genommen. Überhaupt ist es musikalisch still um sie geworden: die letzte Tour war 2018, das letzte Album kam 2016 heraus. Stattdessen gelang ihr 2021 der größte Befreiungsschlag im Pop. Denn nach 13 Jahren führt sie wieder ein Leben als selbstbestimmter Mensch. Nicht nur sie feiert das: Eine ganze Internet-Gemeinde hat mit der Bewegung #FreeBritney die Sängerin unterstützt und freut sich mit ihr.
Spears zählt zu den erfolgreichsten Künstlerinnen der Popgeschichte. Ihre Alben haben sich millionenfach verkauft und sind von der Kritik gefeiert worden. Auf ihren Tourneen hat sie die größten Arenen gefüllt - und gleichzeitig stand sie, von einem Gericht entmündigt, unter der Fuchtel ihres Vaters James „Jamie“ Spears.
Doch nicht nur das Vermögen von geschätzten 60 Millionen Dollar hat Jamie verwaltet. Schlimmer noch: Der Vater kontrollierte und beherrschte ihr Privatleben. Das soll so weit gegangen sein, dass Kameras ihr Schlafzimmer überwachten und sie ihren Frauenarzt nicht aufsuchen durfte, um sich die Spirale zur Empfängnisverhütung entfernen zu lassen. Psychoterror statt Vaterliebe.
So feiert Britney Spears ihren Erfolg auf Instagram:
Die Vormundschaft vorausgegangen war ein psychischer Zusammenbruch - tragische Konsequenz eines Lebens als Star, das begann, als Britney Spears mit 11 Jahren in der US-amerikanischen Fernsehserie „Mickey Mouse Club“ ihre ersten Auftritte hatte? Jedenfalls füllte sie später nicht nur Stadien, sondern auchg die Spalten der Klatschpresse und die Internetseiten der sozialen Netzwerke. Beispiel: Die Trennung von Justin Timberlake im Jahr 2002.
„Was hast Du getan?“
Timberlake machte daraus ein Medienspektakel, offenbarte Details übers Sexleben. Während diese unerhörte Verletzung der Intimsphäre ungeahndet blieb, musste Spears sich im Interview fragen lassen: „Was hast Du getan?“ So macht man aus einem Opfer eine Täterin.
Damals brach die Sängerin in Tränen aus. Jetzt geht sie kühler, kalkulierter vor: Sie erwägt eine Klage gegen ihre Familie, die sie zu Konzerten gezwungen und um ihr Geld betrogen habe. Ob es dazu kommt, wird das nächste Jahr zeigen. Fest steht: Der 12. November 2021 ist für Britney Spears ein Tag der Befreiung - „der beste Tag aller Zeiten“, schrieb sie auf Instagram. Jetzt wäre es an der Zeit, mal wieder Musik zu machen.