Wirtschaft

Westerhuser Neuland: Politik stimmt nächstes Jahr ab

Michael Hillebrand
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Von Michael Hillebrand
| 16.12.2021 09:32 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
An der Autobahn 31 in Höhe der Anschlussstelle Pewsum sollte das Gewerbegebiet entstehen. Anfang 2020 wurden die Pläne für das interkommunale Gewerbegebiet verworfen. Seitdem wird über eine kleinere Alternative gesprochen. Foto: Archiv
An der Autobahn 31 in Höhe der Anschlussstelle Pewsum sollte das Gewerbegebiet entstehen. Anfang 2020 wurden die Pläne für das interkommunale Gewerbegebiet verworfen. Seitdem wird über eine kleinere Alternative gesprochen. Foto: Archiv
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Die Parteien in Hinte drängen weiter auf Neuigkeiten zu dem geplanten neuen Gewerbegebiet Westerhuser Neuland. Nun meldet sich der Bürgermeister zu Wort und nennt auch die bisherigen Kosten.

Hinte - Wie geht es in Sachen Westerhuser Neuland voran? Immer wieder fragen und fragten das die Mitglieder des neuen und des bisherigen Hinteraner Gemeinderats bei den politischen Sitzungen. Nun formulierte die CDU-Fraktion schließlich auch einen schriftlichen Antrag, in der Hoffnung, dadurch Neuigkeiten zu dem geplanten Gewerbegebiet zu hören. Schon seit etwa sechs Jahren spreche man darüber und auf der letzten Sitzung des alten Rats Mitte Oktober sagte Bürgermeister Uwe Redenius (parteilos), dass gerade alles „kaufmännisch bewertet“ werde, erinnert die CDU.

Was und warum

Darum geht es: Im nächsten Quartal soll es in Sachen Gewerbegebiet Westerhuser Neuland vorangehen.

Vor allem interessant für: Firmen, die sich dort einmal ansiedeln können und Hinteraner, die künftig mehr Betriebe vor Ort finden sollen

Deshalb berichten wir: Die CDU Hinte hatte uns einen Antrag zu dem Thema zugeschickt, der nun im Rat der Gemeinde diskutiert wurde.

Den Autor erreichen Sie unter: m.hillebrand@zgo.de

Wie viel Geld aber ist zwischenzeitlich in das Projekt geflossen? Wofür wurde es verwendet? Wie sieht es mit der Erschließung aus? Gibt es schon Bewerber für die Grundstücke? Und wie sieht der Zeitplan aus? Das fragt die Partei in dem Antrag, über den am Dienstag bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderats gesprochen wurde. Wie Redenius im Anschluss auf Nachfrage dieser Zeitung sagt, sollen die möglichen „Szenarien“ zu dem Gewerbegebiet nun im nächsten Quartal mit der Politik erörtert werden. Anfang nächsten Jahres werde mit den Ratsleuten außerdem der Zeitplan abgestimmt.

Bislang wurden 370.000 Euro ausgegeben

Es gebe schon „diverse regionale Bewerber aus Handwerk und Handel“, die sich in Westerhuser Neuland einmal niederlassen wollen, kündigt er an. Was die Kosten angeht, so seien zwischen 2015 und dem vergangenen Jahr 300.000 Euro für den Kauf von Ausgleichsflächen ausgegeben werden. Diese Kompensationen sind vorgeschrieben, denn für jedes Stück Natur, das durch neue Baumaßnahmen zerstört oder beschädigt wird, muss Ersatz her. In diesem Fall sei für Grünland investiert worden. Zu den 300.000 Euro kämen außerdem noch 70.000 Euro für vorbereitende Planungen (Flächennutzungs- und Bebauungsplan) hinzu, so der Bürgermeister weiter.

Wie wichtig Gewerbeflächen für die Gemeinde sind, ist in der Vergangenheit immer wieder von verschiedenen Seiten betont worden. So ist Hinte, das ländlicher als Emden geprägt ist und direkt daneben liegt, zwar ein beliebter Wohnort, aber viele Bewohner fahren noch zur Arbeit in die 50.000 Einwohner zählende Nachbarstadt. Auch Andreas Weerda, der Fraktionsvorsitzende der Hinteraner SPD, betont nun auf Nachfrage noch einmal die Bedeutung des „äußerst wichtigen“ Gewerbegebiets und dankt der CDU für den schriftlichen Antrag. Alleine seine Partei habe es zuletzt schon fünfmal mündlich versucht, an neue Informationen heranzukommen. Auch bei der besagten letzten Sitzung des alten Rats im Oktober, wo Redenius um Geduld bat.

Anfangs sollte das Gebiet noch 30 Hektar groß sein

Ursprünglich sollte Westerhuser Neuland als ein interkommunales Gewerbegebiet an der Bundesautobahn A31 entstehen, das sich die Stadt Emden mit den Gemeinden Hinte und Krummhörn teilt. Da war noch von insgesamt 30 Hektar Fläche die Rede. Emden und die Gemeinde Krummhörn zogen sich aber von der Planung zurück und schließlich war nur noch von zehn Hektar die Rede. Vor gut einem Jahr sagte Redenius, dass man sich die Verkehrsströme vor Ort ansehe und Gespräche mit potenziellen Investoren geführt habe. Diese seien positiv verlaufen, ebenso eine erste Resonanzabfrage bei Firmen. Auch die Verkehrsanbindung sei weiter Bestandteil der Planungen und werde geprüft.

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Eben diese war es auch, die Anfang des vergangenen Jahres der ursprünglichen Planung den Garaus machte. „Im Rahmen der Bauleitplanung und der damit verbundenen Erstellung von Gutachten und Aufstellung von Konzepten“ habe sich herausgestellt, „dass bei der Verkehrsanbindung eine erhebliche Problematik vorliegt, welche nur mit großem finanziellen Aufwand gelöst werden kann“, hieß es Ende Januar 2020 in einer der letzten Pressemitteilungen des aufgelösten Zweckverbandes. Das Problem für das gesamte Gebiet: die Abfahrt Pewsum, die umgebaut werden müsste. Die Planungen hätten weiter ergeben, dass nur rund zehn Hektar der ursprünglich 30 Hektar Gewerbegebiet ohne aufwendigen Eingriff in die vorhandene Verkehrsstruktur zu realisieren seien. Und eben diese Fläche liegt komplett im Bereich der Gemeinde Hinte.