Katastrophenschutz

Feuerwehrleute können noch am Einsatzort duschen

Marion Luppen
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Von Marion Luppen
| 15.12.2021 15:58 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Ein Lastwagenanhänger brennt auf der Autobahn. Für solche Einsätze ist seit dem vergangenen Jahr in Ostfriesland unter anderem die Freiwillige Feuerwehr Riepe zuständig. Foto: DPA
Ein Lastwagenanhänger brennt auf der Autobahn. Für solche Einsätze ist seit dem vergangenen Jahr in Ostfriesland unter anderem die Freiwillige Feuerwehr Riepe zuständig. Foto: DPA
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Die Gemeinde Ihlow geht neue Wege: Sie schafft ein Fahrzeug an, in dem Feuerwehrleute am Einsatzort duschen können. Das ist nicht die einzige Besonderheit für die Feuerwehren in der Gemeinde.

Ihlow - Feuerwehrleute in der Gemeinde Ihlow können demnächst noch an der Einsatzstelle ihre verunreinigte Einsatzkleidung ablegen, duschen und sich umziehen. Wie Bürgermeister Arno Ulrichs (parteilos) in einem Pressegespräch mitteilte, erhält die Feuerwehr Ochtelbur noch vor Weihnachten einen neu konzipierten Gerätewagen Hygiene, ein sogenanntes Schwarz-Weiß-Fahrzeug.

Schwarz-Weiß ist in diesem Fall nicht die Farbe des Feuerwehrautos. Der Begriff steht für die Trennung von kontaminierten und sauberen Materialien. „Die Feuerwehrleute gehen schmutzig rein und kommen sauber wieder raus“, sagte Fachbereichsleiter Friedhelm Saathoff. Das schnelle Umziehen vor Ort hat den Vorteil, dass Schadstoffe, die bei Bränden freigesetzt werden, nicht unnötig verbreitet werden. Kleidung und Ausrüstung werden in verschließbaren Behältern verstaut und von einer Spezialfirma gereinigt.

„Wir sind damit Vorreiter“

„Gerade im nicht erkennbaren Schmutz liegt die große Gefahr“, heißt es in einem Bericht des Feuerwehr-Magazins zum Thema Schwarz-Weiß-Trennung. Schadstoffe aus dem Rauch hafteten an der Haut und an den privaten Kleidungsstücken der Feuerwehrleute, wenn nicht konsequent getrennt werde.

Ulrichs nannte neben der schnellen Trennung einen weiteren Vorteil des neuen Fahrzeugs: Es könne von allen Feuerwehren der Gemeinde verwendet werden, nicht nur von den Kameraden in Ochtelbur. „Wir sind damit Vorreiter“, sagte der Bürgermeister. Da es sich um ein Pilotprojekt handele, werde das Fahrzeug noch nicht gekauft, sondern für zwei Jahre gemietet. Vor einer Anschaffung sollen noch Kinderkrankheiten ausgemerzt werden.

Mitgliederzahl wächst seit Jahren

Die Feuerwehr Riepe hat bereits im März ein neues Einsatzfahrzeug bekommen, da sie seit dem vergangenen Jahr für einen 13 Kilometer langen Abschnitt der Autobahn 31 (von Riepe bis Emden-Ost) zuständig ist. Das knapp 340.000 Euro teure Fahrzeug wurde speziell auf die Bedürfnisse von Autobahneinsätzen zugeschnitten. Es hat einen stärkeren Motor und schweres Rettungsgerät.

Nachwuchssorgen sind den Feuerwehren in Ihlow fremd. Die Mitgliederzahl wächst seit Jahren. Auch der Anteil von Frauen und Jugendlichen nimmt zu. Von den 208 aktiven Feuerwehrleuten sind 17 weiblich, mehr als doppelt so viele wie vor vier Jahren. In der Kinderfeuerwehr sind 12 der 32 Mitglieder weiblich.

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