Serie „Das kostet!“

Der „Bierkatalog“ des TV Bunde umfasst zwölf Punkte

| | 14.12.2021 20:36 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Weder Münzgeld-Beträge noch 50-Euro-Scheine sieht der Strafgeldkatalog des TV Bunde bei Verstößen vor. Die Strafgelder liegen je nach Vergehen zwischen fünf und 20 Euro. Foto: Homes
Weder Münzgeld-Beträge noch 50-Euro-Scheine sieht der Strafgeldkatalog des TV Bunde bei Verstößen vor. Die Strafgelder liegen je nach Vergehen zwischen fünf und 20 Euro. Foto: Homes
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Vom Übergeben bis zur Scheidung: Das Fußball-Bezirksliga-Team des TV Bunde führt neben einem klassischen Strafenkatalog eine besondere Liste. Diese sorgt dafür, dass es immer genug Kaltgetränke gibt.

Bunde - Fünf Euro fürs Zuspätkommen, fünf fürs Sachen-Vergessen und ebenso fünf Euro für das Handyklingeln während einer Besprechung: Der 13 Aspekte umfassende Strafenkatalog der ersten Herren des TV Bunde ist weitestgehend unspektakulär. Doch der Fußball-Bezirksligist führt zudem noch eine weitere Liste – und die hat es in sich. „Wir nennen sie den ‚Bierkatalog‘“, sagt Verteidiger Derk Bleeker.

Der 28-Jährige ist der 1. Vorsitzende des sogenannten „Bierrates“, dem auch die Stürmer Eike Schmidt und Volker Wirtjes angehören. Sie wachen über den „Bierkatalog“ des TV Bunde, der zwölf teils kuriose Punkte sowie einige Erklär-Sätze beinhaltet. So werden beispielsweise die Marken der Biere aufgezählt, die vom „Bierrat“ akzeptiert werden – und jene „Billigbiere“, die abgelehnt werden. Der „Bierkatalog“ ist relativ professionell aufgesetzt – ähnelt einem Vertrag. So haben unten auf dem DIN-A4-Blatt, das in einem Nebenraum der Bunder Kabine hängt, neben dem „Bierrat“ auch Trainer Matthias Schmidt stellvertretend für das Trainerteam und Kapitän Thomas Girod für den Mannschaftsrat unterschrieben.

Ausgefallene Strafen

Der Strafenkatalog des TV Bunde ist ziemlich klassisch und beinhaltet lediglich einen ungewöhnlichen Punkt: „Frühes Entfernen nach dem Spiel ohne triftigen Grund“. Heißt: Wer nicht etwa arbeiten muss, muss nach dem Spiel noch etwas da bleiben. „Mindestens eine Stunde“, sagt Strafenwart Christoph Buse. Wer ohne „triftigen Grund“ eher geht, muss fünf Euro bezahlen.

Christoph Buse hat ein Auge darauf, dass anfallende Strafgelder beim TV Bunde auch gezahlt werden.
Christoph Buse hat ein Auge darauf, dass anfallende Strafgelder beim TV Bunde auch gezahlt werden.

Der „Bierkatalog“ ist dagegen übersät mit Kuriositäten. „Wir müssen irgendwie dafür sorgen, dass immer reichlich Getränke vorhanden sind“, schmunzelt „Bierrats“-Vorsitzender Derk Bleeker. Bei einem Verstoß gegen den „Bierkatalog“ muss der Schuldige eine Kiste Bier ausgeben. Ein Verstoß ist demnach auch der eigene Geburtstag, das Vaterwerden und drei Tore in einem Spiel zu schießen. Ebenfalls eine Kiste Bier mitbringen muss der Torwart bei drei Spielen in Serie ohne Gegentor und das Trainerteam bei drei Siegen in Folge. Selbst die Punkte „Übergeben auf dem Vereinsgelände“ und „Scheidung“ sind im „Bierkatalog“ der ersten Herren des TV Bunde aufgeführt. „Wir wurden schon richtig kreativ. Vorgekommen sind die beiden Aspekte aber noch nicht“, sagt Derk Bleeker darauf angesprochen. „In der Winterpause wird aber noch ein 13. Punkt zum ‚Bierkatalog‘ hinzugefügt, der uns nach jedem Spiel eine Kiste beschert“, sagt Bleeker stolz. So kürt das Team in Absprache mit den Trainern einen „Spieler des Spiels“. Dieser bekommt nicht nur einen Wanderpokal, sondern muss fortan auch Bier ausgeben.

Der Höchstbetrag

Der geringste Strafgeld-Betrag beim TV Bunde liegt mit fünf Euro wohl so hoch wie bei keinem anderen Verein dieser Region. Fällig ist er unter anderem für das Nicht-Telefonisch-Absagen bei einer Trainingseinheit und fürs Zuspätkommen. Selbst das unabgesprochene Fehlen beim Training wird nur mit fünf Euro bestraft.

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Auch wer unentschuldigt bei einem Spiel nicht da ist, kommt mit 20 Euro recht glimpflich davon. Es ist der mit Abstand niedrigste Höchstbetrag aller Vereine, die in unserer Serie „Das kostet!“ bisher durchleuchtet wurden.

Der Strafenwart

Christoph Buse ist jetzt in der dritten Saison in Folge bei den Bunder Herren als Strafenwart tätig. „Ich mag es, mit Zahlen zu hantieren“, sagt der Groß- und Außenhandelskaufmann, der sich im Bunder Team selbst gerne als „Geldeintreiber“ betitelt.

Er informiert die Spieler über Vergehen persönlich und sehr förmlich via Whatsapp und setzt ein „Zahlungsziel“ – also ein Datum, bis zu dem der Strafbetrag in bar gezahlt werden muss. In der Regel sind es vier Wochen. Kommt der Spieler dem nicht nach, muss er zusätzliche 50 Prozent des fälligen Betrages bezahlen.