Verkehr

Borkum: Nicht alle halten sich an die Regeln in der Fußgängerzone

Nora Kraft
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Von Nora Kraft
| 09.12.2021 18:26 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Fahrradfahren ist in der Bismarckstraße nur von 0 Uhr bis 8 Uhr erlaubt, viele halten sich nicht daran. Foto: Kraft
Fahrradfahren ist in der Bismarckstraße nur von 0 Uhr bis 8 Uhr erlaubt, viele halten sich nicht daran. Foto: Kraft
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Fahrradfahren ist in den verkehrsberuhigten Zonen im Borkumer Zentrum tagsüber nicht erlaubt. Viele halten sich nicht dran – und müssen zahlen.

Borkum - Schlendert man an einem Ferientag durch die Borkumer Bismarckstraße, muss man sich zwischen zahlreichen Inselgästen, Koffern und Hunden durchschlängeln. Kreuzen dann noch Fahrradfahrer den Weg, wird es gefährlich.

Ohnehin ist das Fahrradfahren dort nicht immer erlaubt. Welche Verkehrsregeln in den Fußgängerzonen auf der Insel herrschen, weiß Matthias Thomßen, der stellvertretende Dienststellenleiter der Polizeistation Borkum: „Grundsätzlich dürfen keine anderen Verkehrsteilnehmer als Fußgänger die Fußgängerzonen benutzen“, sagt der Hauptkommissar. „Durch Zusatzschilder kann das Befahren der Fußgängerzone jedoch für andere Fahrzeuge freigegeben werden“, ergänzt er. Die Schilder könnten dann, wie beispielsweise in der Bismarckstraße, mit einer zeitlichen Begrenzung versehen werden. „Hier gilt die Regel, dass Lieferanten zwischen 8 Uhr und 10 Uhr die Fußgängerzone befahren dürfen“, sagt Joachim Bakker, Leiter des Ordnungsamtes der Stadt. Diese zeitliche Einschränkung ist bis 10 Uhr festgelegt, da die meisten Gäste häufiger nach 10 Uhr aus dem Haus gehen würden.

Fußgänger haben Vorrang

„Wenn weiterer Verkehr zugelassen ist, dann ist zu beachten, dass Fußgänger Vorrang haben“, sagt Thomßen. Diese dürften nicht durch Fahrzeuge behindert oder gefährdet werden. Weiter dürften Fahrzeuge höchstens mit Schrittgeschwindigkeit gefahren werden. „Außerhalb der ausgeschilderten Zeiten würde beispielsweise für den Lieferverkehr eine Ausnahmegenehmigung erforderlich sein.“ Manche Firmen würden etwa für Anlieferungen nach 10 Uhr eine solche Sondergenehmigung beantragen, weiß Bakker. „Allerdings ist das eher der Einzelfall.“

Die meisten Autofahrer würden sich an die Regeln in den verkehrsberuhigten Straßen halten, so Bakker. Was eher auffiele und besonders in der Sommersaison vermehrt vorkomme, seien Radfahrer, die durch die Einkaufsstraße fahren. „Unser Außendienst kontrolliert das und spricht die Leute an“, sagt Bakker. Beschwerden aufgrund der Verkehrssünder gebe es von Ortsansässigen, wie etwa den Gastronomiebetrieben in der Bismarckstraße, nicht. Allerdings würden Inselgäste des Öfteren ihren Unmut über die Fahrradfahrer in den Einkaufsstraßen äußern. Unter dem Themenpunkt „Fahrradfahren auf Borkum“ schreibt die Stadt auf ihrer Internetseite, dass die Bismarckstraße, die Franz-Habich-Straße sowie Teile der Wilhelm-Bakker-Straße und der Strandstraße Fußgängerzonen sind. Erlaubt ist das Fahrradfahren dort nur von 0 Uhr bis 8 Uhr. Andernfalls drohen Geldstrafen. „Das unrechtmäßige Befahren der Fußgängerzone mit einem Fahrrad zieht mittlerweile ein Verwarngeld in Höhe von 25 Euro nach sich“, sagt Thomßen. Teurer würde es, wenn es durch den Fahrradfahrer zu Behinderungen der Fußgänger oder gar zu Unfällen kommt. Bei Letzterem müsse der Fahrradfahrer 40 Euro zahlen.

Auf der Insel ist das Fahrrad praktischer

Befährt man die Fußgängerzone unrechtmäßig, also außerhalb der erlaubten Uhrzeiten, mit einem Auto, das bis zu dreieinhalb Tonnen wiegt, würden 55 Euro fällig. Ist das Fahrzeug schwerer, fallen 100 Euro an. „Durch die Borkumer Polizei werden regelmäßig Verstöße in den Fußgängerzonen festgestellt und geahndet“, so Thomßen.

Auf ihrer Internetseite wirbt die Stadt offen für eine verkehrsberuhigtere Insel. „Auf Borkum ist es parteiübergreifender Konsens, dass der Kraftfahrzeugverkehr mit seinen Begleiterscheinungen wie Lärm, Abgasen und Unfallgefahr reduziert werden soll, um die Lebens- und Aufenthaltsqualität auf der Insel zu erhöhen“, heißt es dort. „Am besten lassen Sie das Auto gleich stehen und reisen klimafreundlich und CO2-neutral mit der Bahn an“, schreibt die Stadt weiter. Der Ort habe nur einen Durchmesser von zwei Kilometern, jede Strecke könne bequem mit dem Fahrrad bewältigt werden. Mit dem Fahrrad sei außerdem die größte Freiheit auf der Insel gegeben. Man spare sich die Parkgebühren und „mit Ausnahme der Fußgängerzonen“ könne man überall hingelangen.

In der kalten Jahreszeit ist es in den Borkumer Straßen ruhiger. Erst im Frühjahr wird es dann turbulent, wenn sich durch die ohnehin vollen Straßen wieder die ein oder anderen Fahrradfahrer schlängeln.

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