Stadtwerke-Streit wegen Finanzen
Kruithoff: „Die Leute müssen sich keine Sorgen machen“
In der vergangenen Woche hatte der Emder Stadtwerke-Chef mit seinen Aussagen zur Finanzlage des Versorgers einige Diskussionen losgetreten. Jetzt kam der Aufsichtsrat zusammen.
Emden - Der Emder Stadtwerke-Chef Manfred Ackermann hatte in der vergangenen Woche ein besorgniserregendes Bild zur Zukunft der Wirtschaftsbetriebe der Stadt gezeichnet. Im Jahr 2027 könnte die Insolvenz drohen, wenn die finanzielle Situation sich weiter entwickle wie bisher, sagte er. Von Oberbürgermeister Tim Kruithoff (parteilos) hatte er für die öffentlichen Aussagen deutliche Kritik geerntet. Am Mittwoch nun war der Aufsichtsrat der Stadtwerke und ihrer Mutter, den Wirtschaftsbetrieben, zusammengekommen. „Die Leute müssen sich keine Sorgen machen“, betonte Kruithoff am Donnerstagvormittag auf Nachfrage dieser Zeitung. Die Versorgung sei nicht in Gefahr.
Man habe vieles klar stellen können, sagte der Rathaus-Chef und Aufsichtsrats-Vorsitzender. Die Stadtwerke stünden finanziell „gut da“, in den Wirtschaftsbetrieben gebe es insgesamt aber „Herausforderungen“. Das hatte auch Ackermann gegenüber dieser Zeitung in der vergangenen Woche so erklärt: Die Stadtwerke, die Strom, Wasser und Gas an die Verbraucher verkaufen, seien „im Kern gesund“, es gelinge aber nicht, mit ihren Einnahmen die Verluste bei der Friesentherme, dem Freibad Borssum oder im Stadtbusverkehr auszugleichen, für die die Wirtschaftsbetriebe ebenfalls zuständig sind. Die Wiedereröffnung des Freibades Borssum würde den Sinkflug des Eigenkapitals der Wirtschaftsbetriebe voraussichtlich noch beschleunigen. Die Verluste des Bades vor seiner Schließung hätten jährlich zwischen 250.000 und 300.000 Euro gelegen.
Schon im April dieses Jahres habe man das Thema gemeinsam angepackt, sagte Kruithoff. Zusammen wolle man eine Strategie entwickeln. Dabei sei es ihm wichtig, klarzustellen, dass nicht eine Maßnahme die Lösung sein könne, sondern „mehrere Wege“. Die mahnenden Worte von Ackermann, denen er in der vergangenen Woche noch sehr scharf begegnet war, seien „auch richtig“. Man dürfe sich auch einmal streiten.