Hannover
Guter Plan für ein Ende des Test-Wahnsinns
Niedersachsen lockert seine 2Gplus-Regeln und schafft Schlupflöcher, um geimpfte Menschen von der Testpflicht zu befreien. Richtig so. Ein Kommentar.
Da war das „Team Vorsicht“, in das die niedersächsische Landesregierung sich so gern einreiht, etwas übervorsichtig: Die Einführung der 2Gplus-Regel in der aktuell geltenden Corona-Warnstufe zwei hat weit mehr Probleme mit sich gebracht als gedacht. Dass nun auch Geimpfte zusätzlich noch einen negativen Corona-Test vorlegen müssen, wenn sie ins Restaurant oder zum Friseur wollen, hat nicht nur zu langen Schlangen vor den Testzentren geführt, sondern vor allem der ohnehin gebeutelten Gastronomie erneut zugesetzt und die Weihnachtsmärkte leergefegt. Wer will schon trotz Impfschutz vor dem Restaurant-, Friseur- oder Weihnachtsmarktbesuch zuerst in ein Testzentrum laufen? Zumal die Teststellen aktuell häufig völlig überlastet und für Menschen in ländlichen Regionen oft nur schwer zu erreichen sind.
Mal eben boostern? Da verzweifelt selbst der größte Impf-Befürworter
Gut, dass das Land umgehend reagiert hat und immerhin geboosterte Bürger von der zusätzlichen Testpflicht befreit. Schön wäre nur, wenn die Menschen auch schnell und unkompliziert an eine solche Auffrischungsimpfung gelangen könnten. Da ruft die Politik allenthalben zum Impfen und zum Boostern auf, aber auf der Suche nach einem Termin verzweifelt zuweilen selbst der größte Impf-Befürworter.
Geplante Ausnahme von 2Gplus erscheint praktikabel
Nun also ein neuer Plan, um die 2Gplus-Regel zu umschiffen: Nutzt ein Gastronom nur 70 Prozent seiner Restaurant-Kapazitäten und schafft somit Raum für mehr Abstand, sollen seine Gäste mit der neuen Corona-Verordnung von der Testpflicht entbunden werden. Dann gilt 2G. Es dürfen also Geimpfte und Genesene ohne zusätzlichen negativen Test hinein und Ungeimpfte haben weiterhin keinen Zutritt. Eine praktikable Lösung, von der hoffentlich viele Restaurantbetreiber Gebrauch machen - und auf die die Landesregierung auch schon früher hätte kommen können. Dann wären uns das Testchaos und der neuerliche Rückschlag für die Gastro-Branche erspart geblieben.