Personalie

Siemtje Möller wechselt ins Verteidigungsministerium

Imke Oltmanns
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Von Imke Oltmanns
| 07.12.2021 15:26 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Siemtje Möller 2021 an einem Wahlkampfstand in der Wittmunder Innenstadt. Sie verteidigte ihr Direktmandat. Foto: Oltmanns
Siemtje Möller 2021 an einem Wahlkampfstand in der Wittmunder Innenstadt. Sie verteidigte ihr Direktmandat. Foto: Oltmanns
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Ostfriesin in der Regierung: Siemtje Möller (SPD), gebürtig aus Emden und Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Friesland-Wilhelmshaven-Wittmund, wird Staatssekretärin im Verteidigungsministerium.

Berlin - Der nächste Karriereschritt kam nun doch schnell: Die gebürtige Emderin Siemtje Möller (SPD) wird als parlamentarische Staatssekretärin in das Verteidigungsministerium einziehen – und damit Teil der neuen Bundesregierung sein. Sie sei am Dienstagnachmittag in der SPD-Bundestagsfraktion für dieses Amt benannt worden, erklärte die Abgeordnete (Varel) gegenüber dieser Zeitung. Die Vereidigung stehe am Mittwoch an. „Ich bin voller Tatendrang, das ist für mich ein Traumjob“, so die 38-Jährige. In den vergangenen Tagen war sie in überregionalen Medien auch schon als mögliche Verteidigungsministerin gehandelt worden.

Die größte Herausforderung im neuen Job: „Die Modernisierung des Beschaffungswesens, um die Einsatzbereitschaft der Bundeswehr zu stärken“, so Möller. Sie kann auf Erfahrung bauen: Die SPD-Politikerin ist seit ihrem Einzug in den Bundestag 2017 Mitglied im Verteidigungsausschuss. Und sie sitzt für einen Wahlkreis im Parlament, der bundesweit das meiste Militär beheimatet: Der Wahlkreis 26 (Friesland-Wilhelmshaven-Wittmund) umfasst mit dem Marinestützpunkt Wilhelmshaven den größten Bundeswehrstandort, dazu kommen zwei Luftwaffenstützpunkte in Wittmund und Schortens.

Der neue Job

Die Spitze des Ministeriums bilden die designierte Ministerin Christine Lambrecht (SPD) sowie zwei parlamentarische und zwei beamtete Staatssekretäre. Während die beamteten Staatssekretäre fest zum Ministerium gehören, sind ihre parlamentarischen Kollegen stets auch Mitglieder des Bundestags, also auf Zeit im Amt. „Ich werde eine Art Verbindungsglied zwischen Parlament und Regierung sein“, so Möller. Sie vertrete außerdem gemeinsam mit dem zweiten parlamentarischen Staatssekretär die Ministerin, sollte diese anders gebunden sein. Und das heißt: Möller wird demnächst auch auf der Regierungsbank im Reichstagsgebäude zu finden sein. Ihr eigentlicher Arbeitsplatz wird der Bendlerblock in Berlin sein, Dienstsitz des Verteidigungsministeriums.

Eigentlich dürfte einen dieser Schritt nicht überraschen: Möller hat in ihren ersten vier Jahren als Bundestagsabgeordnete in kurzer Folge schon zwei Karrieresprünge hingelegt. Mitte 2020 wurde sie an die Spitze des Seeheimer Kreises gewählt, einer einflussreichen Gruppierung innerhalb der SPD-Fraktion. Und Anfang dieses Jahres machte ihre Fraktion sie dann zu ihrer verteidigungspolitischen Sprecherin. Da war sie erst 37 Jahre alt. Eine ausgebildete Lehrerin, die vor ihrem Einzug ins Parlament nicht viel mit Verteidigung zu tun hatte. Innerhalb der SPD, so scheint es, ist das Vertrauen recht groß.

Der Start

Dass sie für Überraschungen gut ist und sich durchsetzen kann, hat Möller schon mit ihrer ersten Bundestagskandidatur gezeigt. Bei der Nominierung als Direktkandidatin für den Wahlkreis Friesland-Wilhelmshaven-Wittmund stimmten 2016 mehr als die Hälfte der Delegierten gleich im ersten Wahlgang für sie. Und eben nicht für die erklärte Favoritin der scheidenden SPD-Wahlkreis-Ikone Karin Evers-Meyer, die 15 Jahre lang für die Region im Bundestag war. Möller hatte sich von der Favoriten-Verteilung nicht beeindrucken lassen. Ihre Bewerbungsrede hielt sie hochschwanger mit ihrem zweiten Kind. Sie gewann die Kandidatur, das Direktmandat und verteidigte es bei der Bundestagswahl im September.

Siemtje Möller am Rednerpult im Bundestag. Foto: Pedersen/dpa
Siemtje Möller am Rednerpult im Bundestag. Foto: Pedersen/dpa

Siemtje Möller wurde 1983 in Emden geboren. Sie hat in Göttingen Französisch, Spanisch und Politik auf Lehramt studiert und in Wolfsburg, Berlin und Wilhelmshaven als Lehrerin gearbeitet. Möller ist seit 2010 Mitglied der SPD und rührig in der Partei, sie gehört seit 2016 dem Landesvorstand der SPD Niedersachsen an. Möller hat zwei Kinder – beides Jungs – und ihr Mann Sören Mandel ist ebenfalls politisch aktiv. Er zog bei der Kommunalwahl im September für die SPD in den Kreistag Frieslands ein und half dort beim Schmieden einer Ampel-Mehrheit. Die Familie lebt in Varel (Friesland).

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