Gesundheit
Termine für neues Emder Impfzentrum ab Dienstag buchbar
In dieser Woche gehen die ersten Impfungen im neuen Emder Zentrum los. Termine dürften schnell vergriffen sein, glaubt die Stadt. So laufen die Vergabe und das Impfen.
Emden - Die Stadt Emden hält Wort: Ab dem 8. Dezember soll in dem neuen Ambulanten Test- und Impfzentrum (Atiz) in der Normannenstraße gegen das Coronavirus geimpft werden. Dafür werden jetzt noch die letzten Arbeiten in dem ehemaligen Gebäude des Druckkontors, das in die Wolthuser Straße umgezogen ist, erledigt. Bis Weihnachten sollen dort zunächst 2500 Dosen verimpft werden, kündigte Stadtrat Volker Grendel in einem Pressegespräch an. Er gehe derzeit von einer Impfquote von um die 75 Prozent in Emden, die nun gesteigert werden soll.
Wer geimpft werden möchte, muss allerdings – anders als bei den vorigen Angeboten des mobilen Impfteams – einen Termin vereinbaren. Damit sollen lange Warteschlagen vermieden werden, die es zuletzt beispielsweise bei den Impfungen auf dem Neuen Markt gegeben hatte. Das Anmelden geht ab Dienstagvormittag über die Internetseite www.emden.de/impfen. Eine genaue Startuhrzeit für die Anmeldungen wollte Grendel nicht nennen, um zu vermeiden, dass sich alle gleichzeitig anmelden wollen.
Wer darf sich impfen lassen?
Eine Erstimpfung sei für alle ab 12 Jahren möglich, die Emderinnen oder Emdern sind oder „ihren Lebensmittelpunkt in Emden haben“, sagt Grendel. Beispielsweise sollen Schul- und Kita-Kräfte durch das Zentrum geimpft werden, die zum Teil nicht in Emden wohnen. Sollte sich die Anzahl der nicht aus Emden stammenden Impfwilligen zu stark mehren, werde ein Nachweis vom Arbeitgeber notwendig, erklärt die Ärztin und Impfzentrum-Leiterin Cathrin Leuffert. Einen Ansturm von etwa VW-Mitarbeitern, die nicht in Emden wohnen, fürchten sie nicht. „VW hat eine eigene Impfstruktur“, sagt sie.
„Wir wollen vor allem die Erstimpfungsquote steigern“, betont Leuffert. Aber auch Zweit- und Booster-Impfungen sollen durchgeführt werden. Für Zweitimpfungen empfiehlt das Robert-Koch-Institut (RKI) aktuell einen Impfabstand bei Biontech von drei bis sechs Wochen und bei Moderna von vier bis sechs Wochen. Wer sich mit Johnson & Johnson impfen lässt, kann nach knapp vier Wochen bereits eine Booster-Impfung erhalten.
Bei Moderna und Biontech muss nach der Zweitimpfung sechs Monate gewartet werden, bis geboostert werden kann. In Emden ist das aber auch schon nach fünf Monaten möglich. Es werden aber unter Umständen beispielsweise junge, gesunde Menschen abgewiesen, die sich schon nach fünf Monaten boostern lassen wollen. „Unsere Zielgruppe sind vor allem vulnerable Menschen“, betont die Ärztin. Damit meint sie etwa alte, kranke oder immungeschwächte Personen.
Wer bekommt welchen Impfstoff?
12- bis 30-Jährige sollen Biontech bekommen, Menschen über 30 alternativ aber auch Moderna. Für Erstimpfungen biete sich Johnson & Johnson nach wie vor an, sagt Leuffert. „Das ist noch relativ gefragt.“ Zwei Wochen nach der einen Dosis gilt man als voll durchgeimpft. Moderna werde auch gut angefragt. Die Impfwilligen könnten sich aber – je nach Verfügbarkeit – aber auch beispielsweise für Biontech entscheiden. Für die zwei Impfteams stünden theoretisch pro Woche 1020 Dosen von dem Vakzin zur Verfügung, „wenn es voll geliefert wird“, sagt die Ärztin. Für junge Menschen unter 18, für die nur Biontech bislang empfohlen ist, sei genug da.
Wie ist das neue Impfzentrum aufgebaut?
In dem Gebäude in der Normannenstraße direkt beim Westcenter mit großen Parkplatz hat bereits am 1. Dezember das Testzentrum des Deutschen Roten Kreuz eröffnet, das sich die Fläche mit dem Impfzentrum teilt. Beide sind allerdings durch unterschiedliche Eingänge zu erreichen – das Testzentrum durch die Türen vorne, der Impfbereich durch einen Zugang auf der rechten Seite. Auch im Innern trennen Stellwände die beiden Zonen. Generell hat man sich bei dem Impfbereich an der Struktur orientiert, die auch im vormaligen durch das Land getragenen Impfzentrum in der Nordseehalle vorgehalten war. Demnach kommt man zunächst in einen Anmeldebereich. Dort zeigt man den Personalausweis und Impfpass sowie einen Einwilligungsbogen vor, den man vorher im Internet herunterladen und zu Hause ausfüllen kann oder eben vor Ort bekommt. Zwei Menschen arbeiten in dieser Registrierungsstelle.
Weiter geht es zu einer der zwei Kabinen, die für das Arztgespräch vorgesehen sind. Aus ihrer Erfahrung weiß Cathrin Leuffert, dass diese Beratungen sehr unterschiedlich lang dauern können – bei Erstimpfungen gebe es häufig noch mehr Gesprächsbedarf. Nach der Beratung geht es zu einer der drei Impfkabinen. Alles ist barrierefrei.
Wer nach der Impfung noch warten möchte, kann das vor Ort. Immer weniger Menschen würden das aber in Anspruch nehmen, sagt die Ärztin. Tatsächlich gebe es auch kaum allergische Reaktionen, wegen derer anfangs eine Wartezeit von 15 Minuten empfohlen worden war. Einen digitalen Impfnachweis mit QR-Code gibt es nach der Impfung bei der Apotheke oder vom Land Niedersachsen.
Kinder und Jugendliche geraten unter Impfdruck
4500 freie Impftermine in Emden