Kolumne: Digital total

Auf keinen Fall überbewertet

Fabian Scherschel
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Eine Kolumne von Fabian Scherschel
| 07.12.2021 09:12 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Fabian Scherschel
Fabian Scherschel
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Auf unserem Online-Auftritt veröffentlichen wir an sechs Tagen pro Woche eine Kolumne. Dienstags geht es um Digitales.

In der vergangenen Woche schrieb mir ein Leser dieser Zeitung als Reaktion auf meine Kolumne eine E-Mail, in welcher er deren Sinn hinterfragte. Vereinfacht ausgedrückt lautete seine These, dass die digitale Welt für viele Leser wie ihn – er selbst ist Landwirt aus Ostfriesland – kaum eine Rolle spiele. Ich versuchte daraufhin, ihn vom Gegenteil zu überzeugen, und möchte diese Argumentation hier noch einmal allgemein wiedergeben, da ich denke, dass sie mehr als diesen einen Leser erreichen sollte.

Mal ganz abgesehen davon, dass ich persönlich Landwirte kenne, die ihre Ernte am Computer planen und ihre Biogasanlage am Handy überwachen, denke ich, dass das Digitale in unser aller Leben eine viel größere Rolle spielt, als wir oft bedenken. Stellen Sie sich doch einfach mal folgender Herausforderung: Verbringen Sie eine Woche ganz ohne Handy und Computer. Schließen Sie ihr Handy in den Schrank ein und ziehen sie den Netzstecker am PC oder nehmen Sie den Akku aus dem Laptop. Wenn Sie zum arbeitenden Teil der Bevölkerung gehören und nicht zufällig gerade Urlaub haben, wird Ihnen das nicht gelingen.

Aber schon der Versuch ist viel wert, denn er zeigt im reflexartigen Zucken nach dem Handy oder der Tastatur genau auf, für wie viele Dinge wir in unserem Leben mittlerweile digitale Technik benötigen. Und dabei sind wir noch nicht einmal darauf eingegangen, dass Ihr Auto wahrscheinlich ohne Netzwerkkabel und Chips nicht anfahren und auch nicht bremsen könnte. Und auch Ihr Wasserkocher wird wahrscheinlich digital gesteuert.

Aber bevor einer auf die Idee kommt, ich sollte bei dieser Herausforderung selbst mitmachen: Ich weiß, wie abhängig ich vom Digitalen in meinem Leben bin – gerade auch als Tech-Redakteur. Obwohl ich diese Kolumne durchaus auf meiner Schreibmaschine hätte tippen und postalisch einsenden können. Ich habe gerade erst ein neues Farbband gekauft – allerdings bei Amazon.

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