Wetter
Ostfriesisches Wetter im November macht Klimawandel deutlich
Die Temperaturen für den November lagen im Schnitt bei 7,5 Grad. Das sind fast zwei Grad mehr als üblich. Damit setzt sich ein Trend fort.
Emden - Zu warm, zu trocken und zu wenig Sonne: Der November setzt damit einen Trend der Vorjahre fort. Im Schnitt war es 1,7 Grad wärmer als im langjährigen Mittel. Zu diesem Ergebnis kommt der Mitarbeiter des Deutschen Wetterdienstes (DWD), Jörg Deuber, der sich die Werte der Messtation am Emder Flugplatz angesehen hat.
Als Vergleichsgröße gilt der Durchschnittswert der Jahre 1961 bis 1990. Üblicherweise misst die Station am Emder Flugplatz für den November Durchschnittswerte von 5,8 Grad. Im Jahr 2021 waren es 7,5 Grad. Auch 2020 und 2019 war es schon deutlich wärmer als im langjährigen Mittel.
Weniger Regen, mehr Schadstoffe
Mit Sorge betrachtet Deuber die geringe Niederschlagsmenge. Es hat etwa 38 Prozent weniger geregnet als sonst sonst im November. „Das Wasser fehlt dann im Grundwasser“, so der Fachmann. Üblicherweise fallen im Schnitt rund 80 Liter pro Quadratmeter. Im zurückliegenden Monat waren es jedoch nur 52,7 Liter. Nicht nur der Grundwasserpegel sinkt damit, auch Schadstoffe wie etwa Dünger dringen mit höherer Konzentration in den Boden ein. „In 20 bis 30 Jahren werden wir die Auswirkungen des Klimawandels auch in diesem Bereich zu spüren bekommen.“
Auch für das Gemüt war der November kein besonders guter Monat. Nun gilt das Wetter ohnehin als trist und grau zu dieser Jahreszeit. Doch der zurückliegende Monat war sonnentechnisch nochmal deutlich schlechter aufgestellt als üblich. Mit 43 Stunden schien sie 12,4 Stunden weniger als für den ostfriesischen November üblich. Deuber rät allen, die vom Herbst- oder Winterblues betroffen sind, die wenigen Sonnenstunden zurzeit zu nutzen, um die Vitamin-D-Speicher aufzufüllen. „Ansonsten kann man nicht viel mehr machen, als es sich bei Kerzenlicht gemütlich zu machen, auch wenn das nicht den Effekt wie Sonnenlicht hat“, so Deuber.
Wenig Wind, aber schon mehrfach Frost
Der zurückliegende Monat war darüber hinaus kein guter, um etwa Sturmschäden zu melden. Es gab kaum Wind, geschweige denn Sturm. Der stürmischste Tag war der 30. November mit einer Windstärke 6 in Böen. Frost hat es an zwei Tagen gegeben. Die Werte lagen mit minus 0,3 Grad am 22. November sowie minus 0,6 Grad am 29. November allerdings nicht allzu tief. Direkt am Boden war es da schon kälter: Mit minus 4,2 Grad sticht der 22. November aus den Auszeichnungen heraus. Insgesamt betrachtet lasse sich der November als typischer Herbstmonat einordnen, so Deuber. Temperaturen mit maximal 14,1 Grad seien durchaus üblich und können bis Weihnachten durchaus auch noch mal vorkommen.
Für die kommenden Tage bis zum 3. Advent bleibt es „mausgrau mit Schnee und Schneeregen bei Temperaturen von 0 bis fünf Grad“, sagt Deuber. Es sei immer wieder mit Bodenfrost zu rechnen und auch den Scheibenkratzer fürs Auto sollte man nimmer griffbereit haben. „Es bleibt nasskalt und ungemütlich.“ Eine Aussicht für die Weihnachtstage konnte Deuber noch nicht geben. „Das wäre Glaskugellesen.“ Statistisch gesehen fällt etwa alle 15 Jahre in Ostfriesland an Weihnachten Schnee, zuletzt im Jahr 2010. „Also wäre es eigentlich so langsam mal wieder dran“, so Deuber.