Verkehr
Emden macht auch künftig mit mobilem Blitzer Jagd auf Raser
Die Stadt Emden testet eine zweite sogenannte semistationäre Anlage zur Geschwindigkeitsüberwachung. Autofahrer sollten aufpassen: Das Gerät ist nämlich „scharf“ geschaltet. Es hat aber einen Vorteil.
Emden - Autofahrerinnen und Autofahrer in Emden sollten sich streng an die Geschwindigkeitsbegrenzungen im Stadtgebiet halten. Denn sie müssen auch in Zukunft auf Straßen mit Blitzern rechnen, an denen keine fest installierten Anlagen zur Geschwindigkeitsüberwachung des Autoverkehrs stehen.
Was und warum
Darum geht es: Die Stadt Emden verstärkt die Geschwindigkeitskontrollen auf den Straßen.
Vor allem interessant für: Autofahrerinnen und Autofahrer, die in Emden unterwegs sind
Deshalb berichten wir: Die Testphase der sogenannten semistationären Anlagen zur Geschwindigkeitsüberwachung geht ihrem Ende entgegen. Wir haben deshalb die Stadt nach dem Stand der Dinge gefragt. Den Autor erreichen Sie unter: h.mueller@zgo.de
Die Stadt will vom kommenden Jahr an dauerhaft einen sogenannten semistationären Blitzer einsetzen, der auf einem Autoanhänger installiert ist, deshalb variabel aufgestellt werden kann und ohne Personal vor Ort das Tempo von Kraftfahrzeugen erfasst. Sie will ein solches Gerät kaufen.
Standorte sprechen sich schnell herum
Autofahrerinnen und -fahrer, die häufig auf Emder Straßen unterwegs sind, sind solche Anlagen seit Längerem schon bekannt. Denn die Stadt testet sie bereits seit dem Sommer. In der Regel spricht es sich auch schnell herum, wo ein solches Gerät gerade steht.
Das erste Modell, das einer Beschallungsanlage für Großveranstaltungen ähnelte und zum ersten Mal im vergangenen Sommer an einer Emder Straße auftauchte, ist in der Zwischenzeit durch ein etwas kleineres und deshalb unscheinbareres Gerät eines anderen Herstellers abgelöst worden. Es stand zuletzt am Steinweg im Abschnitt zwischen Früchteburger Weg und Schützenstraße. Laut der Straßenverkehrsbehörde der Stadt blitzt es im Gegensatz zum ersten Modell nur in eine Fahrtrichtung.
Test läuft noch bis Ende Januar
„Die Tests laufen noch bis Ende Januar 2022“, teilte Stadtsprecher Eduard Dinkela dieser Zeitung auf Nachfrage mit. Standorte des mobilen Messgerätes seien beispielsweise vor Schulen und an vielbefahrenen Straßen, „je nachdem, wo das Gerät auch aus platztechnischen Gründen aufgestellt werden kann“.
Gut zu wissen für Autofahrerinnen und Autofahrer: Die Anlage ist auch im Testbetrieb „scharf“ geschaltet; Überschreitungen der zulässigen Geschwindigkeit werden also erfasst und auch geahndet. Wie viele Verstöße mit beiden Geräten bislang registriert und mit einem Bußgeld belegt worden sind, teilte die Stadt aktuell nicht mit. „Die Auswertung beider Geräte läuft noch“, so Dinkela. Sobald die Daten gesammelt vorlägen, werde die Verwaltung sie zunächst dem zuständigen Ratsausschuss für öffentliche Sicherheit, Ordnung und Verkehr vorlegen.
Am ersten Tag 129 Verstöße erfasst
Im Juli hatte die Stadt dieser Zeitung mitgeteilt, dass bereits am ersten Einsatztag mit der ersten mobilen Test-Anlage an der Auricher Straße insgesamt 129 Verstöße erfasst wurden. Diese Zahl mache „schon nachdenklich“, urteilte die Verkehrsbehörde damals. „Erschreckend“ sei zudem die Höhe der Geschwindigkeiten, mit denen Autos an der Anlage vorbeigefahren seien. Die Fachleute gingen aber schon vor fünf Monaten davon aus, dass sich das im Laufe der Zeit „sicherlich relativieren“ werde. Schon am zweiten Tag der Testphase sank die Zahl der erfassten Geschwindigkeitsüberschreitungen fast um die Hälfte auf 63.
Die mobilen Blitzer kamen nicht aus heiterem Himmel auf Emdens Straßen Der für den Straßenverkehr zuständige Fachdienstleiter Wolfgang Ubben hatte bereits im Februar 2020 angekündigt, die mobile Geschwindigkeitsüberwachung in der Stadt zu intensivieren. Ein Schwerpunkt dieser Kontrollen sollten demnach verkehrsberuhigte Zonen sein. Es gilt als sicher, dass sich die Stadt Emden eine sogenannte semistationäre Anlage anschaffen wird. Je nach Ausführung kosten sie zwischen 250.000 und 300.000 Euro.
Fest installierte Blitzer bleiben
Bei mobilen Blitzern entscheiden sich Städte und Landkreise derzeit meistens für Lasermesssysteme. Bei dieser digitalisierten Technik werden Lichtimpulse ausgesendet, die von den Fahrzeugen reflektiert werden. Die Daten können entweder über verschlüsselte Datenträger ausgelesen oder auch direkt übertragen werden.
An den Haupteinfallstraßen in Emden gibt es derzeit zehn fest installierte Blitzer. Diese Zahl hält die Stadt für ausreichend. Die Geräte müssen aber nach und nach durch neue Anlagen ersetzt werden, weil die Messtechnik veraltet ist und es keine Ersatzteile mehr gibt.