Miami

Studie: Verbessert eine Corona-Impfung die Spermienqualität?

Ankea Janßen
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Von Ankea Janßen
| 05.12.2021 14:01 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Mindert die Coronaschutz-Impfung die Spermienqualitä? Das haben Forscher in den USA untersucht. Foto: imago images/Panthermedia
Mindert die Coronaschutz-Impfung die Spermienqualitä? Das haben Forscher in den USA untersucht. Foto: imago images/Panthermedia
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Hartnäckig halten sich Gerüchte, eine Corona-Impfung könnte unfruchtbar machen. Eine Studie aus den USA hat die Spermienqualität bei Männern vor und nach einer Impfung mit einem mRNA-Stoff verglichen. Die Ergebnisse wirken auf den ersten Blick erfreulich.

Menschen mit Kinderwunsch plagt in der Corona-Pandemie immer wieder die Sorge, eine Impfung gegen Covid-19 könne sich negativ auf die Fruchtbarkeit auswirken. Gerüchte und Falschinformationen befeuern diese Skepsis. Dabei gibt es keine Hinweise darauf.

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Spermaproben vor und nach der Impfung verglichen

Die Universität von Miami ist der Frage nachgegangen, ob eine Impfung mit Biontech oder Moderna die Spermienqualität von Männern beeinflusst. In der Mini-Studie stellten 45 Probanden im Alter von 18 bis 50 Jahren den Forschenden zwei Spermaproben zur Verfügung: Eine vor der ersten Impfung und eine 70 Tage  nach der zweiten Impfdosis. 

In der Ejakulatanalyse wurde die Spermamenge, die Spermienkonzentration und die Mobilität der Spermien untersucht. Unter den Teilnehmern waren acht Männer mit einer sogenannten Oligospermie. Das bedeutet sie haben eine verminderte Anzahl von Spermien im Ejakulat.

21 Teilnehmern wurde der mRNA-Impfstoff von Moderna injiziert, 24 Teilnehmer bekamen Moderna. Durchschnittlich hatten die Probanden etwa 36 Millionen Spermien in einem Milliliter Sperma. 

Mehr Spermien nach zweiter Impfung

Laut den Forschern sei die Spermienkonzentration „signifikant auf 44 Millionen pro Milliliter“ gestiegen, nachdem die Probanden ihre zweite Impfung erhalten hatten. Ebenfalls erhöht sei die Menge des Ejakulats und die Mobilität der Spermien gewesen. 

Sieben der acht Teilnehmer, die unter einer Oligospermie leiden, hatten ebenfalls eine erhöhte Spermienmenge. Nur bei einem Teilnehmer war kein nennenswerter Anstieg zu beobachten. Bei keinem einzigen Teilnehmer wurde eine Abnahme der Samenzellen festgestellt werden. 

Studie hat wenig Aussagekraft

Laut den Forschern zeigt die Studie deutlich: Eine negative Auswirkung auf die Fruchtbarkeit von Männern hat die Corona-Impfung nicht. Doch dass die Impfung eine Art Booster für die Spermienqualität ist, lässt sich ebenfalls nicht sagen. So könnte die Zunahme der Spermienkonzentration damit zusammenhängen, dass die Studien-Teilnehmer vor der zweiten Probe länger abstinent waren. 

Hinzukommt: Die ersten Proben wurden im Dezember genommen, die zweiten dann im März und April. Laut Studien ändert sich die Qualität des Spermas im Jahresverlauf und ist immer Sommer besser als zur kalten Jahreszeit. Weitere Schwächen der Studie: Wenig Teilnehmer, keine Kontrollgruppe und nur eine kurze Nachbeobachtungszeit.

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