Corona
Neues Testzentrum in Emden schon wieder geschlossen
Als das neue Testzentrum im alten C&A-Gebäude in Emden am Mittwoch eröffnete, bildeten sich Schlangen vor den Türen. Nur einen Tag später gab es keine Tests mehr. Das Zentrum hat geschlossen – genau wie ein beliebtes Café.
Emden - Die Nachfrage nach Corona-Testmöglichkeiten ist groß. Am Mittwoch öffnete aus diesem Grund in Gebäude der ehemaligen C&A-Filiale an der Neutorstraße in Emden ein neues Testzentrum. Ein Tag später, nachdem sich dort die ersten Menschen testen ließen, ist der Betrieb wieder geschlossen. „Uns sind die Tests ausgegangen“, wie Teststellenbetreiber Dietrich Haferbier auf Nachfrage unserer Redaktion mitteilt. „Es ist jedoch alles in Arbeit“, so Haferbier weiter. Nachschub sei bereits bestellt und spätestens am Montag könne der Betrieb wieder aufgenommen werden. Das Gleiche gelte für die Teststation in Borssum, die ebenfalls von Haferbier betrieben wird.
Mehrfach schon sei es zu Lieferschwierigkeiten gekommen. Lieferanten hätten zugesagt, Tests zuzustellen, hätten dann aber ihr Versprechen nicht halten können. Der Mangel an Testkits schlage sich auch auf den Preis nieder, der sich inzwischen etwa verdreifacht habe. Was sich jedoch nicht geändert habe, sei die Pauschale, die die Teststellenbetreiber von der Kassenärztlichen Vereinigung pro Test bekommen, so Haferbier.
Testzentrum als Existenzgrundlage für den Weihnachtsmarkt
Die Teststation in der Emder Innenstadt sieht Wilhelm Eilers als Vorsitzender der Werbegemeinschaft Schaufenster Emden als Existenzgrundlage für den Engelkemarkt, der nur wenige Meter weiter unter den Auflagen der 2G+-Regeln zum Glühweintrinken und Bratwurstessen einlädt. Ohne die Teststation wäre der Betrieb nur schwer möglich. Als die Teststation am Mittwoch neu eröffnete, hätten sich rund 380 Menschen dort testen lassen.
Viele davon nutzten den Nachweis auch als Eintrittskarte für den Weihnachtsmarkt. Jetzt, wo das Testzentrum nicht mehr geöffnet hat, liefe alles nach dem Motto „Still ruht der See“, sagt Eilers. Viel los sei am Donnerstag auf dem Weihnachtsmarkt jedenfalls nicht gewesen. „Wir hoffen nun, dass der Betrieb so schnell wie möglich wieder aufmachen kann“, so Eilers. „Am besten noch am Samstag, damit die Leute am Wochenende den Weihnachtsmarkt besuchen können.“
Unterdessen haben auch in Emden die ersten Gastronomen Konsequenzen aus der 2G+-Regelung und mangelnden Testmöglichkeiten gezogen. Das Café Einstein, eine vor allem bei Studierenden und jüngeren Leuten beliebte Kneipe, kündigte am über die sozialen Netzwerke an, von Donnerstagabend, 20 Uhr, an, „vorerst auf unbestimmte Zeit“ zu schließen. „Wir arbeiten an einer Lösung und hoffen, euch bald wieder bei uns willkommen heißen zu können“, schreiben die Betreiber.