Tipps und Tricks

Autoscheiben enteisen: Vorsicht bei Hilfsmitteln

| | 03.12.2021 13:07 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Ein Mann befreit seine Windschutzscheibe von Eis und Schnee. Foto: Lino Mirgeler/dpa
Ein Mann befreit seine Windschutzscheibe von Eis und Schnee. Foto: Lino Mirgeler/dpa
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Zugefrorene Türen und vereiste Windschutzscheiben kosten Autofahrern vor der Fahrt viel Geduld. Zwei Experten geben Tipps, wie man solchen Problemen vorbeugen und sie am besten lösen kann.

Aurich - Die Tage werden wieder kürzer und kälter. Der Winter ist für jeden Autofahrer und jedes Auto eine Belastungsprobe: Mal ist die Autotür zugefroren, mal müssen die Scheiben enteist werden, um etwas sehen zu können. Die meisten Probleme, die der Winter mit sich bringt, lassen sich aber mit ein paar vorbeugenden Maßnahmen vermeiden.

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„Auf keinen Fall sollte man versuchen, die Scheiben mit irgendeinem beliebigen Gegenstand freizukratzen. Einige Leute kamen schon in die Werkstatt und brauchten eine neue Scheibe, weil sie es mit einem Schneeschieber oder Spaten versucht hatten“, sagt Harald Strauß von Eddyʼs Autowerkstatt in Aurich. Am besten findet er immer noch den guten, alten Eiskratzer. „Es ist schnell, einfach und man hat damit auch am meisten Erfolg.“ Wichtig sei dabei die Wahl des Kratzers. Auf Metallschaber sollte – ähnlich wie der Spaten oder der Schneeschieber – verzichtet werden, weil dadurch die Scheibe und der Lack des Autos erheblichen Schaden nehmen können. „Die beste und sicherste Lösung ist ein Kunststoff-Eiskratzer“, sagt Stefan Kaemena, Abteilungsleiter Technik des ADAC Weser-Ems.

Der gute, alte Eiskratzer

Ebenfalls rät Kaemena dazu, nicht den ganz neuen Gadgets wie elektrischen Eiskratzern zu vertrauen. „Durch punktuelle Hitze sollen das Eis angeschmolzen und das Kratzen erleichtert werden. Die E-Kratzer bestehen allerdings aus Metall. Dadurch drohen Spannungsrisse auf der Scheibe oder Brandschäden, wenn der eingeschaltete Kratzer auf dem Sitz abgelegt wird“, sagt Kaemena.

Ein Eiskratzer sollte nicht aus Metall sein. Er zerkratzt sonst die Scheibe. Foto: Marijan Murat/dpa
Ein Eiskratzer sollte nicht aus Metall sein. Er zerkratzt sonst die Scheibe. Foto: Marijan Murat/dpa

Wenn es doch etwas schneller gehen soll, kann auch zu Enteiser-Sprays gegriffen werden, die das Eis schmelzen. „Doch wie lange man dann einen guten Durchblick behält, hängt von der Qualität des Sprays ab“, warnt Kaemena. Man sollte darauf achten, dass durch den Enteiser keine Schlieren oder Schmierschleier auf der Scheibe entstehen und die Sicht verhindern. Darauf sollte man auch achten, wenn man Hausmittel wie Salzwasser oder Essig auf den Scheiben verteilt, um sie vor dem Einfrieren zu schützen, sagt Strauß.

Vorsicht bei Hitze

Vorsicht sei geboten, wenn man versuche, mit Hitze die Autoscheiben schneller freizubekommen. „Durch heißes oder kochendes Wasser kann die Windschutzscheibe durch den großen Temperaturunterschied reißen oder gar platzen. Das wird dann teuer“, sagt Strauß. Mit einer Wärmflasche auf dem Armaturenbrett könne man das Tauen durchaus beschleunigen, aber auch dabei sei auf sie Temperatur zu achten, mahnt Kaemena.

Hitze sei aber ein wichtiger Helfer bei vereisten Autotüren. „Am besten kann man die Tür mit einem Föhn öffnen, wenn man die Möglichkeit hat. Alternativ geht auch warmes Wasser, das rund um den Türrahmen gegossen wird“, sagt Strauß. Wichtig ist, dass es nicht über 50 Grad heiß ist, damit es nicht den Lack angreift. Auch muss die nasse Tür dann schnell abgetrocknet werden, damit sie nicht wieder einfriert. „Der nasse Boden sollte mit Rollsplit oder Sand bestreut werden, damit niemand auf der überfrorenen Wasserlache ausrutschen kann.“

Pflege gegen zugefrorene Türen

Falls man mal keine Hilfsmittel zur Hand hat, empfiehlt der Techniker vom ADAC, statt gewaltsam an der Tür zu zerren, zunächst von außen gegen die Autotür zu drücken. „Mit etwas Geschick lässt sich so das Eis aus den Zwischenräumen der Dichtungen lösen. Alternativ kann auch sanft gegen die Tür geklopft werden“, sagt Kaemena. Auch könne man versuchen, ob sich eine andere Tür am Auto leichter öffnen lasse. Ganz wichtig sei aber, dass die Fahrertür sich vor Beginn der Autofahrt öffnen lassen muss, falls es zu einem Unfall kommt oder ein anderer Autofahrer Hilfe benötigt.

Experten raten davon ab, das Eis auf der Windschutzscheibe mit Hitze zu tauen. Dadurch kann die Scheibe springen. Foto: Pixabay
Experten raten davon ab, das Eis auf der Windschutzscheibe mit Hitze zu tauen. Dadurch kann die Scheibe springen. Foto: Pixabay

Um dem Einfrieren einer Autotür vorzubeugen, empfiehlt Strauß, die Gummiabdichtungen der Tür mit einem Pflegemittel zu behandeln. „Die Pflegeschicht verhindert, dass die Gummis sich unmittelbar berühren, und sorgt so dafür, dass sie nicht aneinander festfrieren können. Außerdem schützen sie die Dichtungsgummis davor, auszutrocknen oder spröde zu werden“, sagt Kaemena.

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