Verkehr

Nach Kritik an Kreuzung: Landkreis plant Ortstermin

Marion Luppen
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Von Marion Luppen
| 01.12.2021 15:04 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Der Radfahr-Aktivist Albert Herresthal ist mit der Umgestaltung der Kreuzung nicht zufrieden. Foto: Archiv/Ortgies
Der Radfahr-Aktivist Albert Herresthal ist mit der Umgestaltung der Kreuzung nicht zufrieden. Foto: Archiv/Ortgies
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Hat sich beim Umbau einer wichtigen Kreuzung in Aurich die Autofahrer-Lobby auf Kosten der Radfahrer durchgesetzt? Radfahr-Aktivisten sehen das so. Der Landkreis Aurich reagiert nun auf die Kritik.

Aurich - Ist die umgestaltete Kreuzung Kirchdorfer Straße/Julianenburger Straße/Hafenstraße/Fischteichweg in Aurich eine Gefahrenstelle für Radfahrer? Mit dieser Frage befasst sich nun auch die Kreisverwaltung. Im Februar oder März werde es einen Ortstermin mit Vertretern der Stadt Aurich geben, sagte Karsten Heuer vom Amt für Kreisstraßen am Dienstag im Kreisfinanzausschuss.

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Die Initiative Luma (Lebensqualität und Mobilität für Aurich) hatte im September beklagt, dass bei der Umgestaltung der Kreuzung auf die Interessen von Radfahrern keine Rücksicht genommen worden sei. Vieles habe sich für sie sogar verschlechtert, sagte Luma-Sprecher Albert Herresthal. Auf Kosten des Radverkehrs sei mehr Platz für Autofahrer geschaffen worden. Statt eine neue Rechtsabbiegespur für Autos Richtung Kirchdorfer Straße zu bauen, hätte man an dieser Stelle einen Radweg anlegen können, so der Aktivist. Nun müssten sich Radfahrer und Fußgänger einen schmalen Weg teilen.

„Wir sind an dieser Kreuzung stark eingeschränkt“

Zudem werde Radfahrern an der Kreuzung das Geradeausfahren und Linksabbiegen erschwert. Wer die Kreuzung aus Richtung Hafenstraße oder Kirchdorfer Straße kommend passieren wolle, könne nicht mehr einfach geradeaus fahren, sondern müsse gemeinsam mit den Fußgängern die rot markierten Querungen nutzen, da es sich um benutzungspflichtige Radwege handele. Die Verschwenkung samt zusätzlicher Ampelphase bremse den Radverkehr aus.

Matthias Hayen, Leiter des Amtes für Kreisstraßen, hatte die Kritik umgehend zurückgewiesen. „Wir sind an dieser Kreuzung stark eingeschränkt durch das Raumangebot.“ Die Gebäude stünden dicht an der Straße, daher bleibe nur wenig Platz. So argumentierte auch sein Kollege Heuer am Dienstag in der Ausschusssitzung. An der Ecke bei der Bäckerei Cremer sei die Radwegführung wegen der Enge „nicht optimal“, doch insgesamt sei die Umgestaltung der Kreuzung gelungen.

Die Julianenburger Straße sei mit fast 14.000 Fahrzeugen am Tag die am stärksten befahrene Kreisstraße, sagte Heuer. „Wir müssen alle Interessen vertreten.“ Bei den Kritikern handele es sich um „einige wenige Interessenvertreter“. Wenn man solche Einwände immer berücksichtigen würde, „dann bräuchten wir 20 Ingenieure mehr“. Die Grünen-Abgeordnete Gila Altmann hielt dagegen: „Gefühlt hat sich die Situation für Radfahrer verschlechtert“, sagte sie. Und Lobbygruppen gebe es auf beiden Seiten, nicht nur bei den Radfahrern.

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