Sanierung

„Koste es, was es wolle“: Borssumer Bad wird saniert

Gordon Päschel
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Von Gordon Päschel
| 01.12.2021 12:58 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
„Jetzt können wir starten“, sagt Rainer Wortelker, Vorsitzender des Fördervereins Freibad Borssum nach der politischen Entscheidung zur Sanierung. Foto: Päschel/Archiv
„Jetzt können wir starten“, sagt Rainer Wortelker, Vorsitzender des Fördervereins Freibad Borssum nach der politischen Entscheidung zur Sanierung. Foto: Päschel/Archiv
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Die Fraktionen im Emder Rat mussten entscheiden, ob sie trotz steigender Kosten die Sanierung des Freibads Borssum weiter mittragen. Am Dienstag endete die Frist. Das Votum fiel deutlich aus.

Emden - Die Aufträge zur Sanierung des Freibades Borssum können vergeben werden. Bis auf eine Fraktion haben sich bis zum Dienstagabend alle Gruppen im Emder Rat dafür ausgesprochen, trotz steigender Kosten am Projekt festhalten zu wollen. Die Entscheidung war von der Verwaltung in der vergangenen Woche eingefordert worden, weil im Ausschreibungsverfahren Fristen ausliefen.

Was und warum

Darum geht es: die geplante Sanierung des Freibades Borssum

Vor allem interessant für: Borssumerinnen und Borssumer, die auf die Wiedereröffnung des gesperrten Bades warten, sowie Mitglieder des Emder Rates, die die Mittel für das Millionenprojekt verantworten

Deshalb berichten wir: Weil Fristen im Ausschreibungsverfahren enden, mussten sich die Mitglieder des Rates bis Dienstagabend entscheiden, ob sie trotz erneuter Kostensteigerung an der Sanierung festhalten.

Den Autor erreichen Sie unter: g.paeschel@zgo.de

Im Förderverein Freibad Borssum löst die Nachricht Erleichterung aus: „Jetzt können wir starten“, sagte Rainer Wortelker, Vorsitzender des Vereins, am Mittwoch gegenüber der Redaktion. Er sei zuversichtlich, „dass wir im März/April mit den ersten Arbeiten beginnen“. Von dieser Aussicht und dem klaren Bekenntnis des Rates zu dem voraussichtlich bis zu 3,6 Millionen Euro teuren Umbau erhoffe er sich „Rückenwind für die Mitgliedergewinnung“, so Wortelker. Ähnlich wie beim hundertprozentig durch bürgerschaftliches Engagement getragenen Van-Ameren-Bad soll in Borssum ein Förderverein den Betrieb mit unterstützen. Das Ziel ist, dass das seit 2017 aus Sicherheitsgründen gesperrte Freibad am Wykhoffweg in der Saison 2023 wieder aufmacht.

„Das Gegenteil nachhaltiger Finanzpolitik“

Kritik daran kommt von der CDU. Nachdem die Fraktion sich gegen die Sanierungspläne ausgesprochen hatte, meldete sich die Partei am Mittwoch schriftlich zu ihren Gründen: „Unkalkulierbare Baukostensteigerungen, laufende Kosten nach Wiedereröffnung sowie notwendige Rückstellungen für weitere Renovierungen werden die Stadtkasse in unverantwortlicher Weise belasten“, wird der Fraktionsvorsitzende Gerold Verlee in der Mitteilung zitiert. Weiter am Bad festzuhalten, sei „das Gegenteil nachhaltiger Finanzpolitik“, heißt es weiter. Es führe zu einer Sanierung „nach dem Motto ‚Koste es, was es wolle‘“.

Für die Gruppe „Die Fraktion“ aus Linke und Die Partei steht dagegen außer Frage, dass Borssum als drittes Bad in Emden erhalten bleiben müsse. „Es gehört zu einer Infrastruktur, die wir anbieten müssen, genauso wie Bolzplätze oder Skateparks“, sagte Lars Mennenga. Wenn die Stadt sparen müsse, gäbe es „ganz andere Posten mit utopischen Summen.“

„Wir wollen das Bad“

Ähnlich sieht es Jochen Eichhorn, Vorsitzender der Fraktion GfE. „Wir wollen das Bad, da geht kein Weg dran vorbei“, stellte er gegenüber der Redaktion klar. Die steigenden Kosten beunruhigen ihn nicht. „In den Jahren, in denen das Bad nicht genutzt worden ist, ist jede Menge Geld eingespart worden“, so Eichhorn. Tatsächlich schrieb das Bad vor der Schließung jährlich Verluste in Höhe von rund 250.000 Euro. Dieses Minus musste in den vergangenen Jahren nicht ausgeglichen werden. Es fielen keine Betriebs- und weniger Personalkosten an.

„Bauchschmerzen“ bereitet die Finanzierung des Freibads Borssum nach eigenem Bekunden den Mitgliedern der FDP-Fraktion. Trotzdem habe man sich nach langer Beratung „einstimmig“ für die Sanierung und die Wiedereröffnung ausgesprochen, teilte Fraktionschef Erich Bolinius nach der Entscheidung mit. Zustimmung kam zudem von den Fraktionen SPD und „Grüne feat. Urmel“.

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