Corona
Krummhörn sucht Betreiber für Testzentren
Die Gemeinde sei „händeringend“ auf der Suche nach Betreibern für bestenfalls zwei Testzentren in der Krummhörn. Auch in Hinte will man die Kapazitäten ausweiten, hier gibt es aber ein Testzentrum.
Krummhörn/Hinte - In den sozialen Medien wird schon wild spekuliert: „So wie ich gehört habe, wird es in der Gemeinde Krummhörn kein Testzentrum geben!“, schreiben die einen, die anderen schreiben, dass die Gemeinde schon Verhandlungen führe. Fakt ist: Die Gemeindeverwaltung sucht aktuell nach einem Betreiber für zwei Testzentren und das bislang erfolglos.
Das geht zumindest aus einer Mitteilung der Gemeinde hervor. „Die Gemeinde Krummhörn ist seit geraumer Zeit auf der Suche nach einem Anbieter für Testzentren. Leider bislang trotz großer Bemühungen erfolglos“, heißt es. Nun hat die Gemeinde einen entsprechenden Aufruf auf ihrer Homepage geschaltet. Auf Nachfrage teilt Gemeindesprecher Fritz Harders mit, dass man „selbstredend bei dem vorherigen Anbieter angefragt“ habe. Aber: „Bedauerlicherweise haben wir eine Absage bekommen. Den Grund kann ich Ihnen leider nicht nennen.“
Apotheke „absolut überlastet“
Gesucht werde daher ein neuer Betreiber, der wieder möglichst in Greetsiel und in Pewsum ein Testzentrum eröffnet. Aktuell gibt es in der Gemeinde nur die Möglichkeit, sich bei einzelnen Ärzten sowie in der Mühlen-Apotheke in Pewsum testen zu lassen. „Wir sind bis Ende kommender Woche ausgebucht und auch für den Rest des Dezembers stehen schon viele Termine drin“, heißt es seitens der Apotheke auf Nachfrage. Man sei „absolut überlastet“. Man teste auch nur nach vorheriger Terminabsprache, dafür aber ganztägig von 8 bis 18 Uhr. Die Schaffung von mehr Testmöglichkeiten würde das Team der Mühlen-Apotheke „sehr begrüßen“.
Am Mangel an Testmöglichkeiten möchte die Gemeinde nun etwas ändern und würde einen Betreiber sogar bei der Suche nach Helfern unterstützen. Mit der immer weiter verbreiteten 2G+-Regel sind die Menschen in der Region wieder auf regelmäßige Tests angewiesen. Doch der Wiederaufbau der notwendigen Infrastruktur zieht sich. Die Folge: Bestehende Testzentren rund um die Krummhörn sind schon jetzt zum Teil überlastet, Termine sind schwierig zu bekommen. In sozialen Medien wird schon jetzt von langen Fahrten berichtet, um überhaupt an einen gültigen Testnachweis zu kommen.
Hinte hat ein Testzentrum
Eine der Möglichkeiten, einen Test zu bekommen, ist das DRK-Testzentrum in Loppersum in der Gemeinde Hinte. Im Gegensatz zu vielen anderen seit dem Sommer verschwundenen oder nun im Wiederaufbau befindlichen Testzentren, ist das DRK in Loppersum zusammen mit der Feuerwehr ehrenamtlich aktiv. Etwas mehr als 20 Helfer halten seit Mai vergangenen Jahres den Betrieb aufrecht, sagt DRK-Bereitschaftsleiterin Johanna Fokken im Gespräch mit unserer Zeitung. „Ohne die Ehrenamtlichen beider Organisationen würde es nicht gehen“, sagt sie.
Doch warum hatte das Testzentrum in Loppersum nie geschlossen? „Wir verfolgen keine Gewinnabsicht, uns ist der Dienst am Menschen wichtig“, sagt Fokken. Man sei sich immer einig gewesen, dass es stets Menschen gibt, die auf die Tests angewiesen sind, aus welchen Gründen auch immer. Daher habe man den Betrieb aufrechterhalten. „Wir merken aber, dass die Nachfrage jetzt wieder steigt“, so Fokken. Das komme nicht unerwartet, man sei von einem erneuten Anstieg im Herbst ausgegangen. „Zu uns kommen nicht nur Loppersumer oder Hinteraner“, sagt Fokken. Sie erwartet einen weiteren Anstieg, bis es wieder mehr Testzentren gibt. Das DRK, das in Loppersum montags bis freitags von 10 bis 11 Uhr und von 18.30 bis 20.30 Uhr sowie samstags und sonntags von 14 bis 16 Uhr testet, bittet wenn möglich um vorherige Anmeldung unter www.drk-loppersum.de oder telefonisch unter 0174/6588744. Eine Anmeldung sei zwar nicht unbedingt erforderlich, würde aber die Bearbeitungs- und Testzeiten verkürzen und den Ehrenamtlichen helfen.
Gastronomin zeigt Eigeninitiative
Die Gemeinde Hinte sondiere gerade, ob die Testkapazitäten erhöht werden können, wie Bürgermeister Uwe Redenius (parteilos) auf Nachfrage mitteilt. Das Finden von weiteren Anbietern sei aber „nicht einfach“, so der Bürgermeister. Zudem sei man im Gespräch mit dem Landkreis Aurich, um weitere Impfaktionen in der Gemeinde anbieten zu können.
In der Krummhörn gehen mittlerweile auch manche Betriebe in die Offensive. So auch das Restaurant Seestern, wo mittwochs und freitags (13 bis 18 Uhr) sowie donnerstags (9 bis 13 Uhr) bis auf Weiteres ein „Test unter Aufsicht“ zum Selbstkostenpreis von fünf Euro angeboten wird. Eigene, versiegelte Tests könnten auch mitgebracht werden. Diese Art des Testes ist laut der Internetseite des Landes Niedersachsen ebenfalls 24 Stunden gültig, muss aber mit einem entsprechenden Vordruck bescheinigt werden. Das Vorgehen sei mit Landkreis und Dehoga abgesprochen, so Seestern. Chefin Manuela Sinagowitz auf Nachfrage. „Das Angebot gilt aber nur für die Krummhörner“, sagt sie, da es sonst noch keine Testmöglichkeiten gebe. Sobald sich dies ändere, wolle man das Angebot wieder einstellen.
Betreiber, die die Testsituation in der Krummhörn verbessern wollen, können sich mit Wolfgang Beek bei der Gemeindeverwaltung unter Telefon 04923 / 916 137 oder per Mail an beek@krummhoern.de in Verbindung setzen. Gleiches gilt für diejenigen, die als Helfer eingesetzt werden wollen.