„Das kostet!“
Bei einem Dunking besorgt der Trainer eine Kiste Bier
Einen Strafenkatalog gibt es bei den Baskets Logabirum (noch) nicht. Dafür haben die 2. Regionalliga-Basketballer aber einige kuriose Abmachungen – von Bier bis zum Korbhochkurbeln.
Leer - Im Fußball endet kaum eine Partie mit einem zweistelligen Ergebnis. Im Handball ist es dagegen normal, die Teams erzielen meist zwischen 20 und 40 Treffer. Weitaus mehr Punkte werden beim Basketball erzielt. Aber eine dreistellige Punktezahl ist auch hier besonders – und zwar so besonders, dass bei den Fortuna Baskets Logabirum der Spieler, der mit seinem Korbwurf die 100-Punkte-Marke durchbricht, eine Kiste Bier ausgeben muss. „Wir sind ein sehr defensiv geprägtes Team“, sagt Sören Hess-Gerden, Kapitän der Logabirumer ersten Herren. „Deshalb kommen 100 Punkte bei uns höchstselten vor. Wenn aber, dann gib’s Bier.“
Auch die anderen Logabirumer Basketball-Mannschaften haben sich für den 100. Punkt etwas einfallen lassen. „In der U16 muss der Spieler, der den 100. Punkt erzielt, beim nächsten Mal Kuchen mitbringen. Und die U16 knackt oft die 100-Punkte-Marke“, sagt Basketball-Abteilungsleiter Alexander Meiborg. „In der dritten Herren haben wir uns auf Donuts geeinigt.“
Trainer für Belohnung statt Bestrafung
Etwas für den 100. Punkt auszugeben, ist nur eine von mehreren kuriosen, internen Abmachungen bei den Basketballern der Fortuna. Einen richtigen Strafenkatalog gibt es aber nicht – noch nicht. „Die Serie ‚Das kostet‘ hat bei uns den Anstoß gegeben, bald vielleicht auch einen Strafenkatalog einzuführen. Wer zu spät kommt, den Bulli vollmüllt oder den neuen Trainingsanzug nicht trägt, sollte etwas bezahlen“, findet Alexander Meiborg. Auch Kapitän und Routinier Sören Hess-Gerden würde einen Strafenkatalog begrüßen. „Wir sind alle erwachsen, die Disziplin und der Respekt untereinander ist das Allerwichtigste“, sagt der 31-jährige Ramsloher.
Trainer Finn Höncher würde sich von der Sportlichen Führung und dem Team überstimmen lassen, hält an sich aber nicht allzu viel von einem Strafenkatalog: „Alle kommen freiwillig in die Halle. Da für eine Verspätung Geld zu kassieren, muss nicht zwingend sein. Statt abzumahnen bin ich ein Freund von Förderungen und Belohnungen.“
Wer die Körbe hochkurbeln muss
Dafür greift Finn Höncher auch mal selbst ins eigene Portemonnaie. So hat er mit dem Team der ersten Herren, das derzeit in der 2. Regionalliga auf Platz zwei liegt und damit so gut da steht wie noch nie, abgemacht, dass er für einen Dunking seiner Mannschaft eine Kiste Bier besorgt. Als Dunking wird bezeichnet, wenn ein Spieler so hoch springt, dass er den Ball von oben in den Korb stopft. „Das hat mein Team in dieser Saison schon zwei-, dreimal geschafft“, sagt Höncher, der dafür gerne Bier ausgibt. Eine Kiste Bier kann auch für die Fortuna-Spieler fällig werden – dann aber tatsächlich als Strafe. Für ein technisches Foul (Reklamation gegen eine Schirientscheidung) oder ein unsportliches Foul ohne Chance auf den Ball muss der Übeltäter Bier besorgen.
Eine weitere spezielle Abmachung haben die Logabirumer Basketballer für das Trainingsende getroffen. „Dann werfen wir immer nacheinander von der Drei-Punkte-Linie. Die beiden, die zuletzt treffen, müssen die Körbe in der Halle hochkurbeln“, verrät Sören Hess-Gerden. Dieses sogenannte „Dreier Shootout“ kann aber auch ein vorzeitiges Ende finden – und zwar dann, wenn Wurfversuche zweier Spieler so missglücken, dass der Basketball weder den Korbring noch das Brett berührt. Für diesen sogenannten „Airball“ muss der Spieler sofort einen Korb in der Halle hochkurbeln.