Berlin
Booster-Impfung: So behält Ihr Impfzertifikat seine Gültigkeit
Die Booster-Impfung ist wichtig, um den Schutz gegen das Coronavirus zu erhöhen. Aber wo wird die Auffrischung vermerkt? Wird sie bald zur Pflicht? Und wie lange ist das digitale Impfzertifikat gültig? Ein Überblick.
Mehr als zehn Prozent der Bevölkerung in Deutschland hat mittlerweile eine Auffrischungsimpfung erhalten. Laut Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) haben 8,6 Millionen Menschen eine sogenannte Booster-Impfung bekommen (Stand 27. November 2021). Als vollständig geimpft könnte bald nur noch gelten, wer den dritten Piks erhalten hat. Die wichtigsten Fragen und Antworten.
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Wie gelangt die dritte Impfung in mein Impfzertifikat?
Das digitale Impfzertifikat kann in der CovPass-App oder der Corona-Warn-App gespeichert und vorgezeigt werden, sobald nach dem Impfnachweis verlangt wird. Um die Auffrischungsimpfung in der App zu hinterlegen, wird ein QR-Code benötigt - in der Regel erhält man diesen nach der Booster-Impfung. Es ist aber auch möglich, in eine Apotheke zu gehen und sich den QR-Code unter Vorlage des Impfpasses beziehungsweise der Impfbescheinigung für den Scan generieren lassen. Unter der Webseite mein-apothekenmanager.de gibt es eine Übersicht der teilnehmenden Apotheken.
Liegt der QR-Code vor, kann er ganz einfach in der jeweiligen App gescannt werden und erscheint als „Impfung 2 von 2“ oder „Impfung 3 von 3“, je nachdem, wie viele Impfungen bei der Grundimmunisierung vorlagen.
Laut den Entwicklern der Corona-Warn-App erscheint das Zertifikat der Auffrischungsimpfung nach 14 Tagen automatisch an erster Stelle.
Sind Probleme beim Scannen des Zertifikats bekannt?
Ja, zu den aktuell häufigsten gestellten Fragen zur CovPass-App steht auf der Seite des Robert Koch-Instituts: „Warum ist das Zertifikat für meine Auffrischungsimpfung/Booster-Impfung ungültig bzw. nicht sofort gültig?“
Der Grund kann eine falsche Ausstellung des Zertifikats sein, denn bei „Erstimpfung/Wiederimpfung“ muss die Nummer 3/3 stehen. Ist dies nicht der Fall, müssen sich Betroffene an den Aussteller des Zertifikats wenden, um dies korrigieren zu lassen.
Gelte ich auch ohne Booster-Impfung als vollständig geimpft?
Ja, noch. Auch wer noch keine Auffrischungsimpfung erhalten hat, gilt nach der Grundimmunisierung als vollständig geimpft. Die Booster-Impfung dient aber dazu, den nach einigen Monaten nachlassenden Immunschutz wieder aufzufrischen. Mit Blick auf die neue Omikron-Variante bezeichnete SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach die Booster-Impfung als „unsere mit Abstand schärfste Waffe“. Virologe Christian Drosten sagte am Sonntag im ZDF-Journal: „Das Einzige was man wirklich mit Sicherheit sagen kann, es ist besser, wenn man geimpft ist. Es ist noch besser, wenn man geboostert ist.“
Wie lange ist das Impfzertifikat gültig?
Darüber wird aktuell diskutiert: Bislang beläuft sich die Gültigkeitsdauer des digitalen Corona-Impfzertifikats auf ein Jahr. Doch da wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass der Impfschutz bereits nach einigen Monaten nachlässt, kündigte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) an, „dass dieses digitale Impfzertfikat angepasst wird an die tatsächliche Schutzwirkung“. In der Frage der Verkürzung strebe er eine EU-weit abgestimmte Regelung zur Geltungsdauer des Digitalnachweises an.
Dazu sagte EU-Justizkommissar Didier Reynders in Brüssel: „Wir schlagen eine Gültigkeitsdauer von neun Monaten für den EU-weiten Impfpass vor, danach würde er ohne den Nachweis einer Auffrischungsimpfung seine Gültigkeit verlieren.“
Welche Gültigkeitsdauer die Impfpässe künftig haben sollen, wird nach Worten von Lothar Wieler, dem Chef des Robert-Koch-Instituts, rechtzeitig kommuniziert werden. In der Diskussion sei dabei eine Regelung mit Übergangsfristen. Im Gespräch ist, die neuen Regeln am 10. Januar 2022 in Kraft treten zu lassen.
Wird die Booster-Impfung zur Pflicht?
Frankreich kündigte an, dass die Booster-Impfung ab Mitte Januar verpflichtend wird, um den Status „geimpft“ fünf Monate nach der Zweitimpfung zu behalten. Eine ähnliche Forderung stellte Weltärztebund-Chef Frank Ulrich Montgomery auch für Deutschland: „Jede Impfung muss ein Verfallsdatum bekommen“, sagte der Mediziner den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Wessen Impfung länger zurückliege, falle dann automatisch wieder zurück in den Status des Ungeimpften. Wer sich boostern lasse, gelte wieder als geimpft.