Osnabrück
Black Friday: Warum der Schnäppchentag eigentlich Mist ist
Der vermeintliche Schnäppchentag „Black Friday“ dürfte wieder Rekord-Umsätze bringen. Aus Verbrauchersicht sollte der ultimative Konsumrausch, dem Menschen hier verfallen, hinterfragt werden. Ein Kommentar.
Laut, schrill und mit vollmundigen Versprechen auf „Mega-Deals“ melden sich die Händler am Black Friday zurück. Der vermeintliche Schnäppchentag, den immer mehr Menschen für ihre Weihnachtseinkäufe nutzen, verspricht auch in diesem Jahr wieder neue Rekord-Umsätze zu bringen: Mit bis zu 4,9 Milliarden Euro Umsatz wird gerechnet. Dem pandemiegeplagten Einzelhandel sei es gegönnt, schließlich ist mittlerweile jeder Anlass, der die Kassen klingeln lässt, willkommen. Aus Verbrauchersicht aber sollte der ultimative Konsumrausch, dem Menschen hier verfallen, hinterfragt werden.
Punkt eins: Nicht alles, was als Schnäppchen daherkommt, ist auch wirklich eines. Es ist hinlänglich bekannt, dass die angeblichen Rabatte an Rabatttagen oft gar keine sind, weil vorher die Preise angehoben wurden, um sie am Aktionstag wieder senken zu können. Punkt zwei: Was Verbraucher am Black Friday kaufen, ist nicht selten schlichtweg unnötiger (Über-)Konsum. Der alte Fernseher mag zwar noch funktionieren, doch der neue erscheint eben so schön günstig. Und Punkt drei: Vieles am Black Friday spielt sich online ab, vor allem Amazon profitiert. Die vielen Bestellungen bedeuten mehr Pakete, mehr Transport, mehr Müll, alles maximal schlecht in punkto Klimabilanz. Wie wäre es stattdessen nachhaltigere Produkte − etwa aus der Region − zu verschenken?
Natürlich steht es jedem frei, an dem Aktionstag einzukaufen. Doch an Tagen wie diesen und überhaupt grundsätzlich schadet es nicht, sein Konsumverhalten zu hinterfragen. Davon abgesehen: Wer wirklich ein Schnäppchen schlagen will, der sollte ohnehin die Preise über einen längeren Zeitraum beobachten, um ein Gefühl dafür zu bekommen, was echte Preisknaller sind.