Verbraucher
Müllabfuhr in Aurich: Gebührenzahler können aufatmen
Alles wird teurer, nur die Müllabfuhr nicht. Die Gebühren im Landkreis Aurich bleiben zum dritten Mal in Folge stabil. Steigende Energiekosten können durch einen anderen Faktor ausgeglichen werden.
Aurich - Die Gebühren für die Abfallentsorgung im Landkreis Aurich bleiben 2022 stabil. Ein durchschnittlicher Haushalt mit 120-Liter-Tonnen für Bio- und Restabfall zahlt auch im neuen Jahr 121,50 Euro pro Jahr. Die Grundgebühr bleibt bei 69 Euro, die Leerungsgebühr bei 5,25 Euro pro Tonne. Der Betriebsausschuss Abfallwirtschaft des Auricher Kreistags hat am Donnerstag der Gebührenkalkulation für 2022 zugestimmt. Das letzte Wort hat am 15. Dezember der Kreistag.
Wer allerdings Sperrmüll abholen lässt, zahlt im neuen Jahr drauf: Die Gebühren dafür steigen von 65 auf 70 Euro, für Express-Abholung von 130 auf 140 Euro. Auch Selbstanlieferer von Abfällen müssen mehr zahlen, wobei je nach Abfallart unterschieden wird. Billiger wird es nur für Anlieferer von Holz: Sie zahlen künftig 120 Euro pro Tonne (statt 180). Insgesamt liegen die Gebühren nach Angaben von Betriebsleiter Hans-Hermann Dörnath im Landkreis Aurich auf einem sehr niedrigen Niveau, sie seien jetzt niedriger als im Jahr 2004.
Vor drei Jahren Erhöhung um zehn Prozent
Zuletzt waren die Grund- und die Leerungsgebühren zum Jahreswechsel 2018/19 angehoben worden, damals um mehr als zehn Prozent. In diesem Jahr profitiert der Abfallwirtschaftsbetrieb und damit der Gebührenzahler von den hohen Erlösen aus dem Verkauf von Altpapier. Damit werden steigende Kosten beispielsweise für Energie, Personal und Instandsetzungsarbeiten ausgeglichen.
Der Abfallwirtschaftsbetrieb hatte für dieses Jahr Erlöse von 60 Euro pro Tonne Altpapier einkalkuliert, wie Dörnath erläuterte. Tatsächlich habe man zwischen April und Oktober im Mittel 136 Euro pro Tonne kassiert – mehr als doppelt so viel. Diese unerwarteten Einnahmen seien „sehr erfreulich“, so Dörnath. Das Unternehmen sammelt 15.000 Tonnen Altpapier im Jahr ein. 10.000 Tonnen verkauft es selbst. Das restliche Drittel sind Verpackungen. Diese gehören wie sämtlicher Verpackungsmüll Systembetreibern wie der Duales System Deutschland GmbH (DSD). Das Einsammeln lässt sich der Abfallwirtschaftsbetrieb von den Systembetreibern bezahlen. Wegen der steigenden Altpapierpreise habe man dafür für 2022 einen höheren Preis ausgehandelt, so Dörnath.
Insgesamt bleibt der Abfallwirtschaftsbetrieb jedoch trotz der explodierenden Altpapierpreise vorsichtig: Für das kommende Jahr plant er mit Erlösen von 100 Euro pro Tonne. Der Markt sei sehr unbeständig, man müsse auch wieder mit fallenden Preisen rechnen, so Dörnath. Diese Einschätzung teilt der Spitzenverband der deutschen Zellstoff- und Papierindustrie in Bonn. Altpapier werde auf dem Weltmarkt gehandelt. Wie bei allen Rohstoffen seien die Preise starken Schwankungen unterworfen. Sie hingen unter anderem von Nachfrage, Exporten und Verfügbarkeit ab.
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