Serie „Das kostet!“
Beim TuS Pewsum gilt ein striktes Handyverbot
Ungewöhnliche Vergehen werden beim Fußball-Bezirksligisten TuS Pewsum im Strafenkatalog aufgeführt. Die anfallenden Strafgelder müssen binnen fünf Tagen bezahlt werden – sonst wird es richtig teuer.
Pewsum - Noch kurz der Freundin eine Nachricht schreiben, eben nachschauen, wie es gerade in der 2. Fußball-Bundesliga steht oder kurz auf die Handyuhr gucken: Das alles ist für die Spieler des Fußball-Bezirksligisten TuS Pewsum vor Partien tabu.
Wer trotz des Verbots ab 75 Minuten bis zum Anstoß noch zum Smartphone greift, muss Strafgeld zahlen. Zehn Euro sind dafür fällig. „Das ist absolut gerechtfertigt. So kurz vor Anstoß sollte man gedanklich bei dem Spiel sein und nicht anderswo“, sagt Torwart und Kassenwart Nico Eden.
Ausgefallene Strafen
Das Handyverbot sorge regelmäßig für Diskussionen innerhalb der Mannschaft, verrät der 20-Jährige. „Bei jedem ticken die Uhren immer etwas anders“, sagt Nico Eden und schmunzelt. „Mir muss aber keiner kommen mit: ‚Ich habe nur auf die Uhr geschaut, wann wir in die Kabine müssen.‘ Dabei will der Spieler schauen, ob er neue Nachrichten bekommen hat.“
Auch wenn das Handy innerhalb der 75 Minuten vor dem Spiel klingelt, vibriert oder sonst einen Ton von sich gibt, muss der Besitzer zehn Euro blechen. Die Hälfte des Betrags ist fürs „Rülpsen/Furzen“ während Teambesprechungen fällig, wie im Strafenkatalog aufgeführt ist.
Die Höchststrafe
Der Höchstbetrag für Fehlverhalten beim derzeitigen Vierten der Fußball-Bezirksliga, Staffel B, liegt bei 75 Euro. Diese Strafe gibt es für das unentschuldigte Fehlen bei einem Spiel. „Sowas muss schon weh tun“, sagt Nico Eden. „Noch dazu dürfte es weitere Konsequenzen vom Trainer und nach Rücksprache mit dem Mannschaftsrat geben.“
Dass jemand unentschuldigt beim Spiel fehlte, hat Nico Eden, der im Sommer vergangenen Jahres von der A-Jugend in die erste Herren aufgerückt war, noch nicht erlebt. „Eine 50-Euro-Strafe gab es dafür aber zweimal – einmal fehlte jemand unentschuldigt beim Training, ein anderes mal hatte jemand eine Rote Karte für eine Unsportlichkeit gesehen“, sagt Nico Eden.
Der Kassenwart
Der Torwart ist seit dieser Saison der Kassenwart der ersten Herren des TuS. Mit 20 Jahren ist er noch relativ jung für dieses Amt, doch sei er „genau der Richtige“, wie aus Mannschaftskreisen zu hören ist. Passenderweise ist Nico Eden angehender Bankkaufmann. „Ich habe gleich ein Mannschaftskonto angelegt.“ Seinen Job als „Strafgeld-Eintreiber“ nimmt Nico Eden höchst ernst. Er bleibt nach Trainingseinheiten zumeist am längsten auf dem Vereinsgelände. Da er als G-Jugendtrainer auch einen Kabinenschlüssel hat, schließt er auch ab. „Doch zuvor schaue ich genau auf jedem Platz, ob noch was vergessen wurde, Müll rumliegt oder jemand nasse Sachen in der Kabine gelassen hat. Das kostet nämlich auch“, sagt Eden, der Vergehen direkt in einer App einträgt und von diesen auch Beweisfotos macht, sofern es möglich ist.
Auf Diskussionen wegen Strafen mit Spielern lässt sich Nico Eden nicht ein. „Ich schicke oder zeige dann einfach das entsprechende Foto.“ Gibt es doch mal Streitfälle, bespricht Nico Eden diese mit zwei weiteren Strafenhütern: Stürmer Marvin Davids und Torwart Eike Artz. „Wir haben dafür eine Whatsapp-Gruppe zu dritt.“
Jeden Montag schickt Nico Eden eine Auflistung der Strafen in die mannschaftsinterne Gruppe. „Ab dann haben die Spieler bis Freitag Zeit, mir das Strafgeld zu geben. Ab einem Wert von fünf Euro kann es auch überwiesen werden.“ Zahlt der Spieler nicht innerhalb der fünf Tage, wird ein Versäumniszuschlag von zwei Euro für jeden weiteren Tag fällig. „Wer also erst bei der nächsten Trainingseinheit am Montag bezahlt, muss weitere sechs Euro blechen“, rechnet Nico Eden vor. „Vor dieser Saison betrug der Versäumniszuschlag sogar fünf Euro pro Tag. Das war dann aber doch zu krass.“
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