Berlin
Vermeintliche Schnäppchen: So tricksen Onlinehändler beim Black Friday
Mit günstigen Angeboten, zeitlich begrenzten Deals und „fünf zum Preis von drei“-Aktionen sorgt der Black Friday jedes Jahr für einen Umsatzboost. Wir verraten Ihnen, worauf Sie bei der Schnäppchenjagd achten müssen.
Der Black Friday verspricht auch für 2021 günstige Angebote für Schnäppchenjäger. Onlinehändler und große Ketten locken mit vermeintlichen Top-Deals. Offiziell startet der Black Friday dieses Jahr am 26. November. Amazon macht jedoch eine ganze Woche lang ein Rabatt-Event aus der Aktion.
Bei der Black Friday Week gibt es schon ab jetzt tausende Angebote zu einem deutlich günstigeren Preis. Auch andere Verkaufsriesen wie Mediamarkt, Saturn und Ebay locken vorab schon mit angeblich exklusiven Angeboten. Doch sind das wirklich alles gute Deals? Es gibt einiges, worauf Schnäppchenjäger achten sollten, bevor sie Zuschlagen. Insbesondere seit der Angst vor Lieferengpässen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie ist die Versuchung größer denn je.
Was ist das Ziel von Amazon, Mediamarkt und Co.?
Wer sich von den Angeboten zum Kauf verleiten lässt, dem sollte eins bewusst sein: Händler wollen nie möglichst günstig Ware an den Kunden bringen. Angebote und zeitlich begrenzte Rabatte erhöhen den Kaufdruck. Das heißt, wer einen solchen Deal entdeckt, will ihn haben. Ist die Aktion auf einige Tage oder gar Stunden begrenzt, so sind Kunden eher versucht, zuzuschlagen. Ist der Deal in der Tasche, werden zudem Glücksgefühle im Gehirn ausgelöst, wie einige wissenschaftliche Untersuchungen belegen.
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Viele Kunden kaufen mehr, als sie es im Normalfall machen würden. Zumeist sind dafür Impulskäufer anfällig - weniger Menschen, die lange Zeit über die Anschaffung eines neuen Fernsehers nachdenken. Grundsätzlich sollten Sie also zweimal überlegen, bevor Sie ein Produkt in den virtuellen Warenkorb stecken. Auch der Umwelt zur Liebe können somit unnötige Lieferungen und Retouren wegfallen, so das Zentrum für Europäischen Verbraucherschutz.
Preisvergleich als Schutz vor Abzocke
Nicht hinter jedem Angebot steckt auch wirklich ein Schnäppchen. Besonders am Black Friday lohnt sich daher ein Preisvergleich - beispielsweise bei Portalen wie idealo.de, guenstiger.de oder billiger.de. Denn ein Großteil der Händler berechnet den Rabatt im Verhältnis zur unverbindlichen Preisempfehlung (UVP). Der Kaufpreis ist somit nach eigenem Ermessen des Händlers berechnet. Er entspricht also nur selten dem tatsächlichen Marktpreis.
Prognose: Umsatz steigt deutlich
Trotz einer Inflationsrate von 4,5 Prozent im Oktober dieses Jahres rechnet der Handelsverband Deutschland (HDE) mit einem Umsatz von etwa 4,9 Milliarden Euro beim Black Friday und dem anschließenden sogenannten Cyber Monday am 29. November. Das entspricht einer Steigerung von 27 Prozent zum letzten Jahr. Grund: Das starke Wachstum des Onlinehandels setzt sich während der Corona-Pandemie weiter fort. Insgesamt steigt der Umsatz in dem Bereich um 23 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
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Auch für die Weihnachtseinkäufe sind diese Online-Aktionstage eine beliebte Alternative zum Shoppen im Laden. „Black Friday und Cyber Monday gewinnen von Jahr zu Jahr weiter an Bedeutung“, heißt es von Stephan Tromp, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des HDE. Geschenkeinkäufe würden sich somit zeitlich nach vorne verlagern.
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Geschätzt wird der Weihnachtsumsatz allein bei den beiden Aktionstagen auf 1,2 Milliarden Euro. Das liege auch daran, dass die Angst vor Lieferengpässen zur Weihnachtszeit wieder steige. Diese waren schon im vergangenen Jahr coronabedingt ausgeprägter als normalerweise.